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Übungsklausur, Aufg. 2

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Übungsklausur, Aufg. 2

Carina

Im Folgenden werden die Analyseergebnisse aus das „Vorspiel auf dem Theater“ in Beziehung zu dem Drama „Faust“ gesetzt, welche ebenfalls in Verbindung zu einem weiteren bekannten Drama gesetzt werden.

Eine zentrale Voraussetzung für ein gelungenes Theaters sieht der Director darin, das Publikum abwechslungsreich zu Unterhalten und seinen Geschmack zu treffen (vgl. V.124ff.). Diese Bedingung wird aufgrund der zahlreich verschiedenen Szenen innerhalb des Dramas erfüllt. So sind einige Szenen sehr heiter und ausgelassen wie beispielsweise die Szene „Auerbachs Keller“, andere wiederrum trübsinnig und resignativ wie beispielsweise die Szene „Nacht“, in welcher Faust sich über seine Unwissenheit über das Überirdische bewusst wird. Jedoch nicht nur der Inhalt zeugt von seiner Abwechslung, denn das Drama hat ebenfalls zahlreiche verschiedene Handlungsorte. So spielen sich manche Szenen im Wald statt, andere wiederrum im Kerker.

Dem Dichter ist es jedoch von hoher Bedeutung etwas für die Nachwelt zu kreieren, also ein Kunstwerk, das seine Zeit überdauert (vgl. V.27f.). Diese Bedingung wird in „Faust“ durch die unterschiedlichen zeitlosen Thematiken erfüllt. Fausts Suche nach dem „was die Welt im Innersten zusammenhält“ (V.382f.) und der daraus resultierenden Problematik der Suche nach einem göttlichen Zugang verdeutlichen ein zeitloses Grundproblem der Menschen, da sich jeder Mensch einmal die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt. Ebenso sind die enthaltenden Themen Religion, Liebe und Wissenschaftskritik ein zeitloses Thema. Die Thematik der Liebe wird beispielsweise in der Szene „Garten“, welche die Beschreibung des Kennenlernens von Fausts und Gretchen bis hin zum ersten Kuss umfasst, aufgegriffen. Ebenfalls von hoher Wichtigkeit ist für ihn, dass er das Publikum mit seinem Werk berührt und zugleich belehren kann (vgl. V.87f.). So wird in Faust beispielsweise die innere Zerrisenheit von Gretchen dargestellt. Durch ihre Liebe und Zuneigung zu Faust ( Szene „Garten“) verstößt Gretchen gegen die Regeln der Kirche und die Moralvorstellungen der Gesellschaft. Auch ihre Mutter stirbt teilweise durch ihr Verschulden, wie auch ihr Bruder, welcher sie die Schande der Familie nennt ( vgl. Szene „Nacht. Straße vor Gretchens Türe“). Durch ihre Schwangerschaft und den Mord an ihrem Kind wird sie von der Gesellschaft ausgegrenzt (vgl. Szene „Dom“. Ein weiterer Gesichtspunkt des Dichters ist, dass die Dichtung dem Publikum als Offenbarung dient und es so eine gewisse Sinngebung erlangt (vgl. V.93ff.). Dies wird in Faust durch die zahlreichen Sinnfragen und durch die Suche des Göttlichen umgesetzt. Hierbei stellt Faust den Sinn Suchenden dar, da er beispielsweise in der Szene „Nacht“ erkennt, dass er nichts über das Überirdische weiß.

Die lustige Person fordert von dem Theaterstück, dass das Stück aus dem wirklichkeitsnahen Menschenleben gegriffen werden soll, sodass sich der Zuschauer mit dem Geschehen identifizieren kann (vgl. V.106ff.). Das Menschenleben wird unter anderem in der Gretchentragödie aufgegriffen, da sie die intime Beziehung zwischen Faust und Gretchen darstellt (vgl. Szene „Straße 1“, „Kerker“). Auch die Thematik des Dramas, die Frage nach dem Menschen in seinen vielfältigen Lebensbezügen, gibt die wirklichkeitsnahe Menschenleben wieder, da in „Faust“ konkret die Gefühlslage der handelnden Personen geschildert wird. So ist Faust beispielsweise in der Szene „Wald und Höhle“ melancholisch gestimmt, da er sich die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht beantworten kann, was durch die Interjektion „O, dass dem Menschen nichts Vollkommnes wird, / Empfind ich nun“ (V.3240) unterstrichen wird. Eine weitere Voraussetzung für den Schauspieler ist es, die Menschen aufzuheitern und bei guter Laune zu halten. Er möchte mit Mimik, Gestik und auch mit Gesang das Publikum für sich gewinnen (vgl. V.37ff.). Dies wird in dem Drama „Faust“ durch die enthaltenden heiteren Szenen deutlich, beispielsweise in der Szene „Auerbachs Keller in Leipzig“, in welcher lebensfroh gesungen wird. Eine ebenfalls markante Voraussetzung für den Schauspieler ist die Aktualität des Bühnenstückes, da er meint „Die Gegenwart von einem braven Knaben/ Ist […] immer auch schon was“ (V.34f.). Diese Forderung wird anhand der Figur des Fausts umgesetzt, da er als ein Abbild eines modernen Menschen gilt., da er immer mehr will wie beispielsweise mehr Wissen (Vgl. Szene „Nacht“). Fausts Problem der Zerrissenheit zweier Seelen und das Gefühl der begrenzten wissenschaftlichen Erkenntnismöglichkeit sind ein zeitloses Grundproblem jedes Menschen.

Betrachtet man zum Ende hin nochmals die verschiedenen Forderungen der drei Figuren so lässt sich sagen, dass grundsätzlich alle unterschiedlichen Bedingungen innerhalb des Dramas erfüllt sind.

Im Folgenden werden die Kriterien für ein gelungenes Theaterstück an dem Drama „Woyzeck“ erläutert. Eben dieses Drama wurde von Georg Büchner verfasst und erschien im Jahre 1879. Thema des Dramas ist die Ausnutzung der unteren Gesellschaftsschicht.

Eine Aufgabe des Theaters ist die abwechslungsreiche Gestaltung des Dramas, um das Publikum zu unterhalten. Diese Bedingung wird aufgrund der zahlreich verschiedenen Szenen innerhalb des Dramas erfüllt. So sind einige Szenen sehr heiter und ausgelassen wie beispielsweise die Szene „Wirtshaus“, andere wiederrum resignativ wie beispielsweise die Szene „Marie und Woyzeck“. Eine weitere Vorraussetzung für ein Theaterstück ist das Publikum bei guter Laune zu halten, was beispielsweise in der Szene „Wirtshaus“ umgesetzt wird, da dort heiter gesungen und getanzt wird. Ebenfalls sind die Thematiken aus „Woyzeck“ zeitlos und aktuell, was eine weitere Bedingung für ein gutes Theaterstück ist. So existiert die Hauptthematik des Dramas, die Ausbeutung der unteren Gesellschaftsschicht, auch heute noch. Die unter Schicht ist oft diejenige die auch heute noch die unbeliebte Arbeit machen muss, beispielsweise muss Woyzeck dem Hauptmann als Barbier dienen. Ebenfalls kann man sich auch heute noch bei medizinischen Versuchen beteiligen, um so ein höheres Einkommen zu haben (vgl. Szene 8). Ein weiterer Gesichtspunkt ist es, dass das Stück aus dem wirklichkeitsnahen Menschenleben gegriffen werden soll, sodass sich der Zuschauer mit dem Geschehen identifizieren kann. Dies wird bei „Woyzeck“ dadurch umgesetzt, da es sich bei den handelnden Personen um normale Alltagsmenschen handelt, die auch so wie im Drama beschrieben gelebt haben könnten. Der Protagonist Woyzeck ist ein einfacher Wehrmann, welcher aufgrund seines geringen Lohnes nebenbei als Proband für den Doktor und Barbier für den Hauptmann arbeiten muss, da er Unterhalt für seine Freundin Marie und ihr uneheliches Kind bezahlen muss.

Betrachtet man im Kontext beide Dramen so lässt sich sagen, dass beide wichtige Voraussetzungen für ein Theater erfüllen. Beide Dramen greifen überzeitliche Thematiken auf, weisen abwechslungsreiche Handlungspersonen sowie Orte auf und verfügen durch die unterschiedlichen Szenen über einen hohen Unterhaltungswert.