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Analyse von Goethe, Rastlose Liebe und Rilke, Einsamkeit sowie Gedichtvergleich unter dem Gesichtspunkt der dargestellten partnerschaftlichen Beziehungen auf dem Hintergrund der jeweiligen Literaturepochen

Inhaltsverzeichnis

Sarah

Im Folgenden werde ich die Gedichte „Rastlose Liebe“ von Goethe sowie „Einsamkeit“ von Rilke analysieren und diese anschließend unter inhaltlichen und sprachlich-formalen Aspekten vergleichen.


Das Gedicht „Rastlose Liebe“, welches von Johann Wolfgang von Goethe verfasst und im Jahre 1776 veröffentlicht wurde, ist ein Gedicht des Sturm und Drangs und thematisiert das Gefühl von Liebeskummer.

Insgesamt besteht das Gedicht aus 3 Strophen. Die erste von diesen, 6 Verse umfassend, besteht dabei aus einer Aneinanderreihung von Ausrufen, die durch Akkumulationen gekennzeichnet werden. Sie alle, wie es bereits im ersten Paarreim „Dem Schnee, dem Regen,/ dem Wind entgegen“(V. 1f. ) deutlich wird, gehen dabei mit der Überschrift einher und bringen besonders die Rastlosigkeit zum Ausdruck. Durch die Verwendung des Wortfeldes der Natur, konkreter die Nennung verschiedenster Wetterverhältnisse, wird dabei metaphorisch zum Ausdruck gebracht, wie beständig Liebe ist, oder sogar welch großes Durchhaltevermögen sie besitzt. Somit schaffen die aneinandergereihten Nomen ein Bild von einer ewig währenden Liebe. Auch der daran anschließende Paarreim „im Dampf der Klüfte,/ durch Nebeldüfte“(V. 3f.) beschreibt die Rastlosigkeit noch einmal näher. Auffallend ist an der Aufreihung, auch in Bezug auf den folgenden, dritten Paarreim, dass sich in der gesamten ersten Strophe kein Verb wiederfindet. Dies zeugt davon, dass die Liebe, die hier beschrieben wird, ununterbrochen besteht. Sie ist in diesem Sinne wie ein unabgeschlossener Satz, der immer wieder aufs Neue in einer neuen unvorhersehbaren Aktion mündet. Somit sei Liebe von Dauer und doch nie gleich. Genau diese Rastlosigkeit, die der Titel der Liebe bereits zuteil macht, findet sich dabei auch im zweihebigen Jambus des Gedichts wieder und wird zugleich durch die Paarreime untermalt, die die Zeilen, trotz ihrer Unvollkommenheit, zu einer Gesamtheit zusammen schweißen und somit ein Bild von Dauer bestehen lassen. Inhaltlich wird dies auch noch einmal durch die Repetitio in „immer zu! Immer zu!“(V. 5) deutlich, die abschließend mit dem Ausruf „Ohne Rast und Ruh!“(V. 6) durch das Reimschema verbunden wird. Betrachtet man diese beiden Zeilen im Kontext, so fassen sie gerade das noch einmal zusammen, was die ersten vier Verse auf metaphorische Weise zum Ausdruck bringen. Dabei wird das Bild der Unruhe, das durch die Reihung von Satzteilen geschaffen wird, jedoch nicht gebrochen, sondern weiter gestützt und nur noch einmal tiefgreifender thematisiert, indem die Rastlosigkeit in „Ohne Rast und Ruh!“(V. 6) beim Namen genannt wird. Eben diese Thematik lässt sich dabei in Verbindung zu der Epoche des Sturm und Drangs deuten, in der gerade das Gefühl von Veränderung und Unruhe große Bedeutung hatten und den Alltag der Menschen prägten. In diesem Sinne ist die Liebe, so lebendig wie sie hier im Gedicht betrachtet wird, ein Hinweis auf das Denken der jungen Leute dieser Zeit.

Die zweite Strophe setzt hingegen mit einem Kreuzreim, der sich durch die acht Verse der Strophe zieht, sowie einem eher unreinem Reimschema ein. Sie beide, Reimschema und Metrum, unterstreichen dabei, die Kontroversität einer Liebe und greifen somit die schönen, wie auch unschöneren Seiten der Liebe auf. Eben dies wird dabei durch den Kreuzreim gestützt, der die Gegensätze miteinander verbindet. Der erste Kreuzreim der angeführt wird, ist dabei „Lieber durch Leiden/ möcht´ ich mich schlagen/ also so viel Freuden/ des Lebens ertragen“(V. 7ff. ). Kontrastiv werden hierbei „Leiden“(ebd. ) und „Freuden“(ebd. ) gegenübergestellt, zwei Worte, die eigentlich das komplette Gegenteil bedeuten. Auffallend ist dabei, dass das lyrische Ich die Leiden den schönen Dingen, die hier die Liebe repräsentieren, vorzieht, was verdeutlicht, dass die wahre Liebe gefühlsmäßig einnehmender sein kann als Schmerz. Zugleich zeigen die Verse in gewissermaßen aber auch, dass Liebe emotional zerreißen kann und somit mit Schmerzen einhergeht. Dies wird darin deutlich, dass das lyrische Ich von „ertragen“(V. 10) des Schönen spricht, was sich eher nach Qual als nach Freude anhört. Diese Zweiseitigkeit von Liebe, die alle Emotionen beinhaltet, wird hier als schwieriger zu bewältigen akzentuiert als Leiden allein. Eben dies wird daraufhin in den nächsten vier Versen „Alle das Neigen/ von Herzen zu Herzen,/ ach, wie so eigen/ schaffet das Schmerzen!“(V. 11ff. ) vertieft. Die Interjektion „ach“(V. 13) verdeutlicht dabei die Resignation des lyrischen Ichs, welche die Liebe als überwältigend empfindet. Besonders aber das Adjektiv „eigen“(V. 13) in Bezug zum Leiden verdeutlicht zuletzt, was die Liebe von anderen Gefühlen unterscheidet. So seien die mit ihr verbundenen Schmerzen, wie es sich in der Resignation des lyrischen Ichs erkennen lässt, schlimmer als die normalen Leiden, die nichts mit dem Gefühl von Liebe zu tun haben. Somit zeigt die Strophe im Gesamtkontext wie gegensätzlich Liebe sein kann, da sie zum einen das schönste Gefühl und zum andern das schlimmste zugleich gewähren kann. Eben dies wird dabei durch Enjambements zum Ausdruck gebracht, die zeigen, dass Freude und Leiden bei wahrer Liebe eng zusammenhängen.

Die letzte Strophe stellt abschließend besonders noch einmal die Resignation des lyrischen Ichs dar und setzt dabei formal an die erste Strophe an, indem erneut drei Paarreime in sechs Versen vorliegen. Die ersten beiden Verse stellen dabei Fragen dar, worin das lyrische ich sich mit „Wie – soll ich fliehen?/ Wälderwärts ziehen?“(V. 15f. ) nach einem Ausweg fragt, beziehungsweise auch indirekt in Frage stellt, ob es eben diesen Ausweg überhaupt gäbe. Somit hinterfragt es hier rhetorisch den Sinn eines örtlichen Fliehens weg von der geliebten Person. Im Anschluss akzentuiert das lyrische Ich eben diesen Gedankengang und die Idee dahinter bereits als „vergebens!“(V. 17) und somit nichts-bringend. Darin intendiert es, dass Liebe trotz Entfernung zum Geliebten beständig und in diesem Sinne rastlos ist. In diesem Sinne bezeichnet es das Leben abschließend metaphorisch als „Krone des Lebens“(V. 18) und somit als das größte, was man finden und in seinem Leben erreichen kann, weil es beständig ist. Sie sei also ausweglos und in diesem Sinne „Glück ohne Ruh“(V. 19), also letztlich das größte Glück, das man finden kann, jedoch zugleich fassettenreich und unumkehrbar, wenn man es einmal gefunden hat.

Zusammenfassend zeigt das Gedicht die Vielseitigkeit einer Liebe, wobei auf die Liebe als Komplex für alle gleich geltend geschlossen wird und nicht von einer einzelnen Liebschaft die Rede ist. Somit sei die Liebe das, was einem die schönsten, wie auch schlimmsten Gefühle erfahren lässt, was das lyrische Ich durch seine Resignation zum Ausdruck bringt. Zudem unterstreicht hier besonders der Kreuzreim der zweiten Strophe, dass beide Gefühlswelten miteinander einhergehen und die Liebe endlos ist, wenn sie wahr ist.


Das zweite, zu analysierende Gedicht „Einsamkeit“, welches von Rainer Maria Rilke verfasst und im Jahre 1902 veröffentlicht wurde, thematisiert, wie der Titel bereits aussagt, das Gefühl von Einsamkeit und ihre Allgegenwärtigkeit.

Insgesamt wird dabei das Sinnbild eines Regenkreislaufs genutzt, um die Einsamkeit in ihrer Essenz zu beschreiben. So setzt das Gedicht im ersten Vers auch bereits mit dem Vergleich „Die Einsamkeit ist wie ein Regen“(V. 1) ein, welcher in der Folge der beiden Strophen näher vom lyrischen Ich erläutert wird. Begonnen wird dabei damit, dass die Einsamkeit „vom Meer den Abenden entgegen“(V. 2) steigt, somit wie das Meer grundlegend immer beständig ist, wenn auch nicht immer in unmittelbarer Nähe zu den einzelnen Menschen. Die Metaphorik in „den Abenden entgegen“(ebd. ) deutet dabei an, dass die Einsamkeit den Menschen häufig in der Nacht betrifft, wo man im Schlaf immer mit sich alleine und in diesem Sinne einsam ist. Um die Allgegenwärtigkeit der Einsamkeit zu stützen, lässt sich der folgende Vers nennen, welche aussagt, dass die Einsamkeit „von Ebenen, die fern sind und entlegen“(V. 3) kommt. Auch diese Metapher, die in das Sinnbild des Regenkreislaufes passt, verdeutlicht, dass jeder Mensch tief in seinem inneren mit sich allein einsam ist. Der inhaltliche Zusammenhang der ersten drei Verse, die eben diese Allgegenwärtigkeit unterstreichen, wird dabei formal durch das Reimschema gestützt, indem sich alle drei Verse reimen. Im folgenden bezieht sich das Gedicht dann nicht nur auf das Leben, sondern erweitert den Blickwinkel auf den Zustand des einsam Seins auf den Tod. So „geht sie zum Himmel, der sie immer hat“(V. 4). Dieser Vers zeigt, dass die Menschen im Tode alle einsam und allein sind und eben dies der Grund ist, wieso der Mensch sich einsam fühlt. Der Mensch weiß, dass er sterben muss und dieser Gedanke, so wird es hier metaphorisch gezeigt, ist das, was uns die Einsamkeit erfahren lässt. Eben dies wird auch im Gedicht in den Worten „Und erst vom Himmel fällt sie auf die Straße“(V. 5) untermauert. Somit zieht sich der Vergleich mit dem Regen weiter fort, welcher auch in den Wolken, für uns nicht spürbar, gehalten wird und irgendwann, ohne Ankündigung auf die Erde fällt. So ist auch die Einsamkeit ein Gefühl, welches hier als plötzlich und unvorhersehbar eintretend akzentuiert wird.

In der folgenden Strophe bezieht das lyrische Ich diese Einsamkeit auf Partnerschaften und wie sich die Einsamkeit auch in diesen bemerkbar macht. So regne sie „hernieder in den Zwitterstunden,/ wenn sich nach Morgen wenden alle Gassen“(V. 6f. ). In diesen Versen zeigt sich, dass auch gerade in Partnerschaften das Gefühl der Einsamkeit nicht ausbleibt und Menschen letztlich, auch wenn sie in Gesellschaft sind, in ihrem inneren immer noch für sich und in diesem Sinne einsam bleiben. Besonders spürbar, so akzentuiert das lyrische Ich es hier, sei die Einsamkeit, „wenn die Leiber, welche nichts gefunden,/ enttäuscht und traurig von einander lassen“(V. 8f. ), wenn sie also keine Liebe verspürt haben. Somit gäbe es zwar Liebe, die die Einsamkeit jedoch nie vollends verschwinden lässt. Diese Beständigkeit von Einsamkeit in der Zweisamkeit wird dabei im Kreuzreim dieser vier Verse deutlich, der zeigt, dass es keine Liebe, wie auch keinen Menschen gibt, die oder der nicht doch irgendwo einsam ist. Das Ende der Strophe aber stellt gewissermaßen eine Art Wende dar, indem das lyrische Ich einbringt „und wenn die Menschen, die einander hassen,/ in einem Bett zusammen schlafen müssen:/ dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen...“(V. 10ff. ). Somit sei letztlich Armut, welche hier im Verb „müssen“(ebd. ) inhaltlich deutlich wird, Anlass, dass die Menschen sich weniger allein fühlen. Somit seien es, wie hier deutlich wird, gerade die ungezwungenen Situationen, die eigentlich ungeplant sind, die die Einsamkeit zeitweilig vorübergehen lassen. Eben diese Hoffnung, dass etwas außer Einsamkeit besteht, gibt dabei die letzte Ein-Vers-Strophe „dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen...“(ebd. ), welche ausdrückt, dass die Einsamkeit eines Menschen zwar nie ganz verloren geht, aber manchmal doch durch Nähe und Nächstenliebe weniger stark ist. Die Symbolik des Flusses weist dabei auf eine Art Verbesserung oder Neuanfang hin, der sich in der Erkenntnis ergibt, dass Menschen letztlich alle gleich und in ihrer Einsamkeit vereint sind.

Zusammenfassend stellt das Gedicht durch die Metaphorik in der Darstellung des Regenkreislaufes die stetige Beständigkeit der Einsamkeit, im Leben wie auch im Tode dar. Es zeigt, dass die Einsamkeit zwar mal mehr, mal weniger spürbar ist, wir Menschen jedoch im Grunde alle einsam sind und uns allein die Tatsache dieser Gemeinsamkeit aller Menschen zusammenschweißt.


Vergleicht man die soeben analysierten Gedichte „Rastlose Liebe“ und „Einsamkeit“ miteinander, so lassen sich einige Unterschiede, aber besonders auch Gemeinsamkeiten festmachen, die sich besonders auf inhaltlicher, aber auch auf sprachlich-formaler Ebene zeigen.

Angefangen mit Sprache und Form der beiden, fällt direkt die metaphorische Sprache auf, die beide Gedichte durchläuft. In beiden werden Sinnbilder genutzt, um den Inhalt in seiner Tiefgründigkeit zu zeigen. So ist in „Rastlose Liebe“ in der ersten Strophe beispielsweise in „Dem Schnee, dem Regen,/ dem Wind entgegen“(V. 1f. ) eine derartige Metaphorik geboten, die sich in „Einsamkeit“ durch den Vergleich dieser mit dem Regenkreislauf ergibt. Auffallend ist hierbei, dass in beiden Gedichten Wetterverhältnisse genutzt werden, um die eigentlich gegensätzlichen Gefühle der Einsamkeit zu verdeutlichen. Betrachtet man diese Tatsache jedoch genauer, so fällt auf, dass auch in Goethes Gedicht mit der Wettermetaphorik die Einsamkeit angesprochen wird, die eben den Kontrast zur Liebe bildet. In diesem Sinne ergründet sich auch, wieso Rilkes „Einsamkeit“ sich noch einmal mehr mit diesem Vergleich beschäftigt. Kontrastierend ist dabei jedoch besonders der Satzbau. Wo in Goethes Gedicht im Wesentlichen Ellipsen genutzt werden, ist „Einsamkeit“ doch eher hypotaktisch und ausführlich. Auffallend ist dabei jedoch, dass auch Goethes Gedicht Hypotaxe beinhaltet. Die zweite Strophe beinhaltet dabei einen hypotaktischen Syntax sowie einen Kreuzreim. Ein eben solcher Kreuzreim findet sich auch in Rilkes Gedicht wieder. Betrachtet man den Inhalt, an den Stellen, wo Kreuzreime genutzt wurden, so zeigt sich, dass es hier Parallelen zwischen den Gedichten gibt. Die lyrischen Ichs sprechen beide an diesen Stellen von einer Ambiguität der Liebe oder eben der Einsamkeit, indem sie zeigen, dass eben Einsamkeit zur Liebe dazugehört. Zwar drückt Goethes Gedicht diesen Gedanken durch das enthaltene Leiden in Liebe aus, lässt sich jedoch in Anbetracht des Vergleichs auf ähnliche Weise deuten. Somit kennzeichnet dies formale Gemeinsamkeit zugleich eine inhaltliche Gemeinsamkeit der beiden.

Insgesamt ist jedoch auf inhaltlicher Ebene zu sagen, dass beide Gedicht eigentlich vollkommen gegensätzliche Themen thematisieren, wobei jedoch der Gedanke der Beständigkeit und Irreversibilität von Einsamkeit oder eben Liebe gegeben ist. Beide Gedichte akzentuieren dies zwar auf andere Weisen, einmal mit der Regen-Metaphorik, Goethes im Adjektiv „rastlos“, und doch weisen sie so auf, wie viel Ähnlichkeit die Gefühlswelten der Liebe und der Einsamkeit doch haben. Besonders ist so in beiden Gedichten auch aufgeführt, dass die Gefühle mit Leiden einhergehen, was sich bei Goethe in „ach, wie so eigen/ schaffet das Schmerzen!“(V. 13f. ) und bei Rilke in den Adjektiven „enttäuscht und traurig“(V. 9) zeigt. Jedoch muss dabei dennoch festgehalten werden, dass trotz aller Gemeinsamkeiten, der grundlegende Gedanke ein anderer ist. So ist letztlich dennoch so, dass Goethes lyrisches ich die wahre Liebe als endlos empfindet, wohingegen Rilkes lyrisches Ich selbst noch in der Liebe die Einsamkeit sieht. Ein weiterer Unterschied ist hier, dass dieser Ansatz bei Rilke in Teilen auf das metaphysische erweitert wird, indem das lyrische Ich aussagt, dass der „Himmel […] sie immer hat“(V. 4)- die Einsamkeit. Wo hier also die Gesamtheit betrachtet wird, schaut man in „Rastlose Liebe“ nur auf die Lebzeit, ab dem Augenblick, wo einem eben diese Liebe widerfährt/ zuteil wird.

Zusammenfassend lassen sich also besonders inhaltlich Parallelen darin festmachen, dass es keine Liebe ohne Einsamkeit gibt, was in beiden Gedichten durch Kreuzreime zum Ausdruck gebracht wird. Besonders auch die Metaphorik stellt eine weitere Gemeinsamkeit dar. Letztlich muss jedoch dennoch betrachtet werden, dass Liebe und Einsamkeit gegensätzliche Gefühle sind, die hier thematisiert werden und auch nicht im gleichen Kontext von der Bedeutung dieser Gefühle gesprochen wird, da in Rilkes „Einsamkeit“ der Rahmen wesentlich weiter gefasst ist, indem dieser den Tod mit einbezieht.


Anne

Das Gedicht "Rastlose Liebe", geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe und veröffentlicht 1776, thematisiert die unendliche Liebe.

Schon in der Überschrift "Rastlose Liebe" wird die Thematik direkt angesprochen und es wird deutlich, dass diese unendlich ist da sie keine Pausen hat. Die ersten beiden Verse sprechen Wetterzustände an, wie "Schnee [...] Regen [...] Wind"(V.1-2). Die äußeren Einflüsse sind alles Metaphern, die den Widerstand verdeutlichen, dem der Liebende entgegengeht. Die Zusammenhörigkeit der beiden Verse wird zudem durch den Paarreim hervorgehoben, der sich in der gesamten ersten Strophe fortführt. Besonders das Adjektiv "entgegen"(V.2) zeigt auf, dass der Liebende diese Barrieren überwindet. Der weitere Weg wird als Gang durch den "Dampf der Klüfte,/ durch Nebeldüfte"(V.4) beschrieben. Dies ist ebenfalls metaphorisch gemeint wobei der "Dampf"(ebd.) die Unsicherheit veranschaulichen soll, da man durch ihn wenig sieht. Insgesamt stellen die beiden Verse die Natur als wild und gefährlich dar, da "Klüfte"(ebd.) als scharf gelten und "Nebeldüfte"(V.4) als giftig. Somit begibt auch der Liebende sich in Gefahr. Die beiden nächsten Verse veranschaulichen die Unendlichkeit der Liebe, was besonders durch die Repetitio "immer zu! Immer zu!"(V.5) gezeigt wird. Die Alliteration in den Substantiven "Rast"(V.6) und "Ruh"(V.6) akzentuiert nochmal besonders die Aufgewühltheit des lyrischen Ichs, das mit der pausenlosen Liebe konfrontiert ist.

Die zweite Strophe beginnt mit der Antithese "Lieber durch Leiden"(V.7) welche eine Verbindung zwischen der Liebe und dem "Leiden"(ebd.) schafft, die im gesamten Gedicht deutlich wird. Der nächste Vers "möcht' ich mich schlagen,"(V.9) zeigt, durch das Verb "schlagen"(ebd.), dass Liebe auch mit Anstrengung verbunden ist, die das lyrische Ich jedoch lieber hinnimmt als andere "Freuden / des Lebens"(V.9). Unterstützt wird dies auch von dem Verb "ertragen"(V.10), das verdeutlicht, dass diese Freuden mit Anstrengung verbunden sind. Auch die nächsten vier Verse befassen sich mit sich mit den anderen "Freuden / des Lebens"(ebd.). Diese sind nur eine Neigung (vgl. .11), und somit auch nicht von hoher Wichtigkeit. Auch sind sie nicht von Dauer, was an der Metapher "Von Herzen zu Herzen"(V. 12) klar wird. Zu guter Letzt schafft die Beschäftigung mit anderen Freuden statt der Liebe "Schmerzen"(V.14). Dies ist hyperbolisch ausgedrückt, da kleine psychische und nicht physische Schmerzen gemeint sind. Die Akkupunktion durch das Ausrufezeichen (vgl.V.14) akzentuiert das. Die letzte Strophe beginnt mit den zwei Fragen "Wie-soll ich fliehen?/Wälderwärts ziehen?"(V.16), die die Ahnungs- und Hilfslosigkeit des lyrischen Ichs betonen. Außerdem zeigen sie besonders die Überforderung des lyrischen Ichs, mit der Situation der Liebe, da es ihr am liebsten entfliehen würde. Durch das Adjektiv "Wälderwärts"(ebd.) zeigt zudem, dass das lyrische Ich eher einen Ort abseits von den Menschen sucht, um nicht weiter mit Liebe konfrontiert zu sein. Doch dies ist "Alles vergebens!"(V.17). Folgend bezeichnet er die Liebe metaphorisch als "Krone des Lebens [und] Glück ohne Ruh"(V.18-19). Somit lässt sich sagen, dass die Liebe das Leben perfekt macht und unendlich ist. Der letzte Vers enthält eine Personifikation durch das Personalpronomen "du"(V.20), die der Liebe nochmal eine höhere Wichtigkeit zuspricht. Außerdem fungiert der letzte Vers als eine Art Auflösung, da erst hier wirklich gesagt wird, dass es sich um die Liebe handelt, die im gesamten Gedicht angesprochen wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Goethe die Liebe als etwas gewaltiges und unendliches beschreibt, was den Menschen einschüchtern kann. Unterstützt wird dies durch zahlreiche Metaphern und Akkupunktionen.

Carina

Im Folgenden werde ich die beiden vorliegenden Gedichte „Rastlose Liebe“ geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe und das Gedicht „Einsamkeit“ verfasst von Rilke, miteinander vergleichen und dabei den Fokus besonders auf die Gesichtspunkte der dargestellten partnerschaftlichen Beziehungen auf dem Hintergrund der jeweiligen Literaturepochen eingehen.

Das hier vorliegende Gedicht „Rastlose Liebe“ wurde von Johann Wolfgang von Goethe verfasst und erschien im Jahre 1776 zur Zeit der Epoche des Sturms und Drangs. Thematisch befasst sich das Gedicht mit der Liebe und deren divergenten Charaktereigenschaften.

Das Gedicht besteht aus drei Strophen, wobei die erste und letzte Strophe aus jeweils sechs Versen besteht und Paarreime aufweisen. Die zweite Strophe besteht jedoch aus acht Versen und aus Kreuzreimen. Zudem weist das Gedicht ein unregelmäßiges Reimschema auf.

Bereits der Titel des Gedichtes „Rastlose Liebe“ weist bereits auf eine gewisse Dynamik der Gefühle hin, was durch die erste Strophe bestätigt wird. Diese beschreibt Zustände der Natur und das rastlose Entgegenstreben dieser. Betrachtet man in diesem Kontext den Titel des Gedichtes „Rastlose Liebe“, so lassen sich diese Naturphänomene metaphorisch auf Charaktereigenschaften der Liebe beziehen. So heißt es „dem Schnee, dem Regen, dem Wind entgegen“ (V. 1f.), wodurch untermauert wird, dass trotz Widerstand gegen die Naturgewalten „entgegen“ (ebd.) gegangen wird. Dies kann als Metapher für die unaufhaltsamen Gefühle der Liebe interpretiert werden. Durch die ausschließliche Verwendung von unvorteilhaften Eigenschaften der Natur, wird eine bedrückende Atmosphäre kreiert, wodurch untermauert wird, dass die Liebe auch mit Schmerzen und Ruhelosigkeit verbunden ist. Ebenfalls stellt der „Dampf der Klüfte“ (V. 3) und die „Nebeldüfte“ (V. 4) einen Widerstand dar, da man im Nebel nichts von seiner Umwelt erkennen kann, wodurch eine gewisse Ausweglosigkeit untermauert wird. Durch den Vergleich zur Liebe werden ihr dadurch Merkmale wie Unausweichlichkeit und Rastlosigkeit zugewiesen. Das Lyrische Ich ist trotzdem ermutigt nicht aufzugeben, was durch die repetierte Interjektion „immer zu! Immer zu!“ (V.5) hervorgehoben wird. Dass der Weg, ohne zu pausieren beschritten wird, zeigt sich anhand der Alliteration „Ohne Rast und Ruh! (V.6), wodurch ebenfalls die anhaltende Ruhelosigkeit des Lyrischen Ichs akzentuiert wird. Besonders formal auffällig an dieser Strophe sind die zahlreichen Enjambements, welche ebenfalls die Ruhelosigkeit und das fortbestehende Beschreiten des Weges hervorheben. Ebenfalls trägt der zweihebige Jambus zu einer hektischen Atmosphäre bei. In dieser Strophe wird besonders der starke Bezug zu der Natur verdeutlicht, welcher für die Epoche Sturm und Drang charakteristisch ist, da in ihr die Natur als schöpferisches und göttliches Prinzip erachtet wurde.

Innerhalb der zweiten Strophe interagiert das Lyrische Ich zum ersten Mal selbst, was durch das Personalpronomen „ich“ (V.8) deutlich wird. Es begründet seine Ruhelosigkeit, welche zuvor in der ersten Strophe angesprochen wurde. Dem Lyrischen Ich fällt es leichter sich durch die wütenden Naturphänomene, metaphorisch für die unglückliche Liebe, zu kämpfen, als „so viel Freuden des Lebens ertragen“ (V.9f.). Diese sind eine Metapher für die Ungebundenheit und Unbeschwertheit eines Alleinlebenden, auf welche das Lyrische Ich verzichtet, um die Liebe mit all ihren Facetten erleben zu können. Diese wird durch die Metapher das „Neigen von Herzen zu Herzen“ (V.12) untermauert, welche für die Liebe zu einem anderen Menschen steht und die damit ausgelöste Zuneigung zueinander. Die Interjektion „ach“ (V.13) betont dabei die Signifikanz der Liebe für das Lyrische Ich und zeigt, wie sehr es sich mit dieser Thematik auseinandersetzt. Das Lyrische Ich kommt aufgrund der reflektierten Eigenschaften der Liebe zum Entschluss, dass sie schmerzerfüllt sein kann, was durch die Alliteration „Schaffet das Schmerzen“ (V. 14) untermauert wird. Auch diese Strophe besteht aus zahlreichen Enjambements, welche die Entschlossenheit des Lyrischen Ichs untermauern, dass Niemand diese Schmerzen vermeiden kann und man lernen muss mit diesen melancholischen Seiten der Liebe umzugehen, da man nur so in den Genuss dieser kommen kann. Besonders das Nomen „Leiden“ (V.7), „Freuden“ (V.8) und „Schmerzen“ (V.14), heben die Gefühlslage des lyrischen Ichs hervor. Diese Darstellungen von Empfindungen des Lyrischen Ich sind ein typisches Merkmal für die Epoche des Sturms und Drangs, weil in ihr die Gefühle, Freiheit und Triebe des Protagonisten im Fokus standen, da verstärkt auf das Können der Individuen verwiesen wurde. Ebenfalls sind die aktiven, dynamischen Verben „schlagen“ (V.8) und "ertragen“ (V.10) markant für diese Epoche, aufgrund der zunehmenden Verwendung lebensnaher Sprache, da ein Ziel der Epoche war gegen die alten Literaturtraditionen vorzugehen.

Anfangs der dritten Strophe zieht das Lyrische Ich, innerhalb zwei rhetorischer Fragen, in Betracht vor diesen Schmerzen zu „fliehen“ (V.15). Mit der Richtung „Wälderwärts“ (V.16) wird untermauert, dass das Lyrische Ich sich gerne in den Wald, welcher Symbolisch für Dunkelheit und Einsamkeit steht, begeben möchte, wobei deutlich wird, dass es überlegt sich von der schmerzerfüllten Liebe abzuwenden. Auch diese Textstelle greift die starke Naturverbundenheit innerhalb des Sturms und Drangs auf. Die rhetorischen Fragen und die reflektierte Fluchtmöglichkeit werden mit „Alles vergebens!“ (V.17) beantwortet, wodurch untermauert wird, dass sich das Lyrische Ich nicht gegen die Liebe wenden kann, da es folglich an Einsamkeit leiden würde. Dass eine Flucht keine Option für das Lyrische Ich darstellt, wird durch die letzten Verse untermauert. Die Metaphern „Krone des Lebens“ (V.18) sowie „Glück ohne Ruh“ (V.19) untermauern, dass sich das Lyrische Ich für die vermeintlichen Gefühle Liebe entscheidet und verdeutlichen welch hohen Stellenwert diese Liebe für das Lyrischen Ich einnimmt. Anhand der „Krone“ (ebd.) wird akzentuiert, dass Liebe für das Lyrische teuer und wertvoll ist und es in ihr sein „Glück“ (ebd.) findet, obwohl dies ruhelos ist. Jedoch wird diese Ruhelosigkeit hier mit positiver Eigenschaft verbunden, da sie für Abwechslung und ein aufregendes Leben sorgt, wenn man nicht immer ruht. Die Interjektion „Liebe, bist du!“ (V.20) verdeutlicht die Liebe, die das lyrische Ich für eine bestimmte Person empfindet, die es mit dem Gedicht anspricht.

Auf der Basis der hier vorliegenden Analyse, komme ich zu dem Ergebnis, dass das Lyrische Ich in einem inneren Konflikt zwischen lieben und sich von der Liebe abzuwenden. Ebenfalls reflektiert es welche Konsequenzen die Liebe mit sich bringt. Anfangs richtet es seine Gedanken daran, wie mühselig sie ist und welche Schmerzen die Liebe mit sich bringen kann. Fortlaufend wird das Lyrische Ich jedoch immer sicherer, sodass es die Begleiterscheinungen akzeptiert. Das Lyrische Ich greift auf, dass die Liebe mit Schmerzen, Ruhelosigkeit und Rastlosigkeit verbunden ist, was durch zahlreiche Metaphern und der divergenten Metren hervorgehoben wird. Jedoch ermutigt das Lyrische Ich auch dazu die Liebe nicht aufzugeben, da sie das Wertvollste und Schönste am Leben ist, was ebenfalls besonders in den letzten Versen durch die Metapher „Krone des Lebens“ (V.18) aufgegriffen wird.

Das zweite hier vorliegende Gedicht „Einsamkeit“ wurde von Rilke verfasst und erschien 1902 innerhalb der Epochen des Symbolismus sowie des Fin de siecle. Thematisch befasst sich das Gedicht mit der Allgegenwärtigkeit der Einsamkeit.

Das Gedicht besteht aus drei Strophen. Die erste umfasst fünf Verse, die zweite sechs, die dritte Strophe besteht jedoch aus einem einzigen Vers, um deren Relevanz im Gesamtkontext zu verdeutlichen. Schon bereits der Titel des Gedichtes „Einsamkeit“ deutet eine fortlaufende melancholische Stimmung an. Eben diese pessimistische Grundstimmung ist typisch für die beiden genannten Epochen, da die Menschen aufgrund der rapiden technischen Entwicklungen überfordert waren. Das deutsche Kaiserreich wandelte sich von einem stark agrarisch geprägten Land in einen modernen Industriestaat. Um einen Job zu finden, zog es die Menschen in die Städte, weshalb es viele Menschen vom Land in die Stadt trieb und folglich eine ungewohnte Enge in den Städten entstand.

Das Gedicht beginnt mit einem Vergleich des lyrischen Ichs „Die Einsamkeit [sei] wie ein Regen“ (V.1). Durch diesen Vergleich wird besonders die Allgegenwart der Einsamkeit betont, da Regen ein alltägliches Phänomen ist. Durch diese schon fast Alltäglichkeit wird veranschaulicht, dass es kein Menschenleben ohne Einsamkeit gibt, da alle von ihr befallen werden. Die Personifikation „Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen; von Ebenen, die fern sind und entlegen“ (V.2f.), verdeutlicht, dass die Einsamkeit auch unwahrnehmbar am Tag metaphorisch als aufsteigender Wasserdampf anschwillt, in welchem sich die sich von den einzelnen Individuen bewusst gemachten unerfüllten und enttäuschten Sehnsüchten und Hoffnungen befinden, welche durch die „Ebenen, die fern sind“ (ebd.) veranschaulicht werden. Des Weiteren meint das lyrische Ich, dass die Einsamkeit „zum Himmel [gehe], der sie immer hat“ (V.4), wodurch eine gewisse verlassene Atmosphäre kreiert wird, aufgrund dass der Himmel metaphorisch nur in Einsamkeit lebt, da dort kein menschliches Dasein existiert. Mit den verschiedenen Formen des Wassers weist das Lyrische Ich auf die Einsamkeit als konstanten Teil des Daseins sowie auf ihre wechselnde Intensität hin, was ebenfalls durch die Metapher „vom Himmel fällt sie auf die Stadt“ (V.5) untermauert wird und nochmals betont, dass es laut dem Lyrischen Ich kein Menschenleben ohne Einsamkeit gäbe. Dabei steht der verlassene Himmel antithetisch gegenüber der überfüllten Stadt. Diese Überfüllung tritt mit dem Eintritt der Nacht zurück, wodurch das Individuum innerhalb der Nacht die Einsamkeit und seine unerfüllten Sehnsüchte verstärkt spürt. Das Gewicht der Tropfen versinnbildlicht die Rücklosigkeit der Einsamkeit und lässt sie als eine angreifende Kraft betrachten, wodurch unter Anderem deutlich wird, dass das Lyrische Ich die Einsamkeit schlechthin als negativ betrachtet.

Die zweite Strophe beschreibt die Situation während des Regens innerhalb der Stadt „in den Zwitterstunden“ (V.6), welche den Anbruch des Morgens einleiten. In dieser seien „die Leiber, welche nichts gefunden/ enttäuscht und traurig“ (V.8f.), da sie vor ihrer Routine des Alltages stehen und ihre letzte Chance vorbeigehen sehen, die Leere ihres Inneren mit all ihren Sehnsüchten zu bebauen, jedoch veranschaulicht das Lyrische Ich hier, dass auch durch körperliche Nähe die Einsamkeit letztlich nie besiegt werden kann. Eine andere Art der Einsamkeit stellen „die Menschen, die einander hassen [und]/ in einem Bett schlafen müssen“ (V.10f.) dar. Diese Menschen sind zwar physisch gesehen aufgrund ihrer Partnerschaft nicht allein, aber haben sich soweit auseinandergelebt, dass sie sich psychisch einsam fühlen, da sie nichts mehr mit dem jeweils anderen verbindet. Der daraus resultierende letzte Vers „dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen…“ (V.12), veranschaulicht, den beständigen Kreislauf des Wassers und somit metaphorisch der der Einsamkeit. Ist anfangs noch von einem Wasserdampf die Rede, welcher sich zu einem Regenschauer entwickelt, so resultiert dieser am Ende zu einem Fluss. Eben diese Zirkulation der Einsamkeit ist somit unbekämpfbar, wodurch der hoffnungslose Ton des Lyrischen Ichs begründet wird. Eben dieses erkennt die Problematik der Einsamkeit: Sie kommt zwar ständig zurück, jedoch gewöhnt man sich nicht an sie, sondern kommt jedes Mal als etwas Neues auf den Menschen.

Auf der Basis der hier vorliegenden Analyse, lässt sich zusammenfassend sagen, dass besonders durch die metaphorische Darstellung der Zirkulation des Wassers, die Allgegenwärtigkeit der Einsamkeit in den Fokus gerückt wird. Der resignierte Grundton des Lyrischen Ichs zeigt, dass eben diese Einsamkeit unbekämpfbar ist und sich selbst Menschen, die in einer Partnerschaft sind, einsam fühlen.

Im Folgenden werden eben diese beiden Gedichte, mit besonderem Fokus auf die partnerschaftlichen Beziehungen miteinander verglichen.

Besonders auf inhaltlicher Ebene fällt auf, dass die beiden Gedichte unterschiedliche Thematiken aufweisen. Goethes Gedicht thematisiert die Liebe und ihre Begleiterscheinungen, währenddessen Rilke den Fokus auf die Einsamkeit legt. Auch Goethe geht in Teilen auf die Einsamkeit ein, was unter Anderem durch die rhetorische Fragen „Wie- soll ich fliehen?/ Wälderwärts ziehen?“ (V.15f.) deutlich wird. Jedoch stellt die Einsamkeit für das Lyrische Ich in „Rastlose Liebe“ keine Option dar, da es lieber die Begleiterscheinungen der Liebe akzeptiert, um sie in all ihren Facetten zu erfahren. So nimmt das Lyrische Ich beispielsweise Ruhelosigkeit, Rastlosigkeit und Schmerzen für die Liebe in Kauf, wodurch in gewisser Weise zum Ausdruck kommt, dass das Lyrische Ich davon überzeugt ist, dass man etwas gegen die Einsamkeit tun kann, indem man sich nicht von den negativen Seiten der Liebe abschrecken lässt, was unter Anderem durch die Interjektionen „immer zu! Immer zu!/ Ohne Rast und Ruh!“ (V.5f.) veranschaulicht wird. Das Lyrische Ich bei Rilke ist jedoch überzeugt davon, dass die Einsamkeit unbekämpfbar ist und dadurch folglich kein Menschenleben ohne Einsamkeit existiert, was besonders durch den metaphorischen Kreislauf des Wassers hervorgehoben wird.

Eine Gemeinsamkeit der beiden Gedichte ist, dass beide die Einsamkeit als negativ erachten. Das Lyrische Ich bei Goethe beantwortet die reflektierte Fluchtmöglichkeit mit „Alles vergebens!“ (V.17), wodurch deutlich wird, dass es sich nicht gegen die Liebe und deren Konsequenzen wenden kann, da das Lyrische Ich folglich an Einsamkeit leiden würde und diese keine Option für es darstellt. Im Zuge dessen, akzeptiert es die Begleiterscheinungen. Die negative Sichtweise gegenüber der Einsamkeit wird in Rilkes Gedicht besonders durch den resignativen Grundton des Lyrischen Ichs hervorgehoben, was beispielsweise durch die Gefühlslage „enttäuscht und traurig“ (V.9) veranschaulicht wird. Jedoch geht das Lyrische Ich innerhalb des Gedichtes nicht auf eine mögliche Option für die Einsamkeit, wie in Goethes Gedicht anhand des Liebesaspekts, ein, da Einsamkeit für das Lyrische Ich ein konstanter Teil des Daseins ist. Zeigt sich innerhalb des Gedichtes von Goethe als ein teils hoffnungsvoller Aspekt beispielsweise durch die Metapher „Krone des Lebens/ Glück ohne Ruh“ (V.18f.), so wiegt in Rilkes Gedicht eine immerzu melancholische Atmosphäre über.

Sprachlich auffällig ist jedoch, dass beide Gedichte einen stark metaphorischen Bezug zur Natur herstellen, um die Gefühle der Einsamkeit bzw. Liebe darzustellen. So bezieht sich besonders Goethe auf das Wetter, wie in dem Parallelismus „Dem Schnee, dem Regen/ dem Wind entgegen“ (V.1f.) deutlich wird, um zu untermauern, dass Liebe mit Schmerzen, Ruhelosigkeit und Rastlosigkeit verbunden ist und man lernen muss mit diesen Begleiterscheinungen umzugehen, da man nur so in den Genuss der Liebe kommt. In Rilkes Gedicht wird der Kreislauf des Wassers dafür genutzt, um zu zeigen, dass die Einsamkeit unbekämpfbar ist und ständig allgegenwärtig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beide Gedichte durchaus Gemeinsamkeiten aufweisen, wie beispielsweise sehen beide die Einsamkeit als negativ an sowie stellen beide Gedichte die Gefühle in Bezug auf Einsamkeit bzw. Liebe durch eine starke Naturmetaphorik dar. Jedoch sind beide Gedichte auf inhaltlicher Ebene grundverschieden. Goethes „Rastlose Liebe“ bezieht sich auf die divergenten Eigenschaften der Liebe und, dass diese oftmals mit Schmerzen verbunden ist, jedoch muss man lernen mit diesen Umzugehen, da das Lyrische Ich die Liebe als wertvoll erachtet und sie als „Krone des Lebens“ (V.18) bezeichnet. Dadurch schwingt trotz der Erkennung der Konsequenzen von Liebe ein gewisser hoffnungsvoller Grundton in dem Gedicht mit. Rilkes Gedicht ist gegensätzlich dazu von einem melancholischen Grundton bestimmt, da das Lyrische Ich erkennt, dass Einsamkeit unbekämpfbar ist und ein konstanter Teil des Daseins ausmacht.


Diana

Im Folgendem werde ich zunächst das Gedicht ,,Rastlose Liebe“ sowie das Gedicht ,,Einsamkeit“ von Rilke analysieren und anschließend beide Gedichte auf sprachlich-formaler und inhaltlicher Ebene miteinander vergleichen.

Das Gedicht ,,Rastlose Liebe“ von Goethe, welches im Jahr 1776 veröffentlicht wurde und der Epoche des Sturm und Drangs zuzuordnen ist, thematisiert die Rastlosigkeit der Liebe.

Das Gedicht besteht aus 3 Strophen, wobei die erste Strophe aus 6 Versen besteht, die zweite Strophe aus 8 Versen und die dritte Strophe besteht wie die erste Strophe aus 6 Versen. Die erste Strophe setzt somit mit der Akkumulation ,,Dem Schnee, dem Regen,/ dem Wind entgegen“(V. 1 f.) ein, wodurch beschrieben wird, dass dem Widerstand entgegen gegangen wird und somit wird metaphorisch die Beständigkeit und auch die starken Gefühle der Liebe betont. Des Weiteren heißt es ,, im Dampf der Klüfte,/ durch Nebeldüfte“ (V. 3 f.), wodurch die Akkumulation fortgeführt wird und durch die Nennung verschiedener Naturphänomenen wird die Vielseitigkeit der Liebe, welche unaufhaltsam ist, metaphorisch zum Ausdruck gebracht. Wie bereits erwähnt ist hier die Aneinanderreihung von Nomen wie ,,Schnee“ (ebd.) oder ,,Regen“ (ebd.) auffällig, die alle aus dem Wortfeld der Natur oder genauer gesagt der Wetterlage stammen und somit in gewisser weise metaphorisch die Gefühlsempfindungen, die durch die Liebe verursacht werden, zum Ausdruck bringen, die das lyrische Ich empfindet, aber auch die Beständigkeit der Liebe , die unaufhaltsam ist, wird dadurch zum Ausdruck gebracht, da die Wetterlagen ebenfalls nicht aufzuhalten sind und die Natur macht, was sie will und dadurch, dass die Liebe mit den Zuständen der Natur verglichen wird, wird auch deutlich, dass die Liebe unaufhaltsam ist. Durch die Metapher ,,Nebeldüfte“ (ebd.) wird auch eine gewisse Unsicherheit dargestellt, da Nebel keinen Durchblick verschafft, sondern im Gegenteil die Sicht verdeckt und deshalb der Weg mit Vorsicht begangen werden sollte, was eben die Unsicherheit und das Ungewisse bezüglich der Liebe zum Ausdruck bringt. Zudem wird durch das Wortfeld der Natur auch eine gewisse Naturverbundenheit des lyrischen Ichs deutlich, welches ein typisches Merkmal der Epoche des Sturm und Drangs darstellt, aber durch das Adverb ,,entgegen“ (ebd.) in Verbindung mit den beschriebenen Wetterlagen wird auch die Rastlosigkeit verdeutlicht, da immer wiederkehrende Zustände beschrieben werden, auf die keiner Einfluss hat. Eben diese Rastlosigkeit wird besonders auch in der Repetitio ,,immer zu! Immer zu!“ (V. 5) unterstrichen, wobei diese mit der Aussage ,,Ohne Rast und Ruh!“ (V. 6) durch den Paarreim ,,zu“ (ebd.) und ,,Ruh“ (ebd.) verbunden ist. Diese beiden Verse untermauern die Akkumulation zu Beginn der Strophe, indem die Rastlosigkeit aber auch die Ruhelosigkeit konkret genannt werden und somit wird die Liebe auch als rastlos und ruhelos charakterisiert. Des Weiteren wird die Rastlosigkeit auch durch das Metrum und durch das Reimschema dieser Strophe deutlich. Da die erste Strophe Paarreime sowie zweihebige Jamben aufweist, wird eine gewisse Rastlosigkeit bzw. Ruhelosigkeit deutlich, da selbst im Metrum oder im Reimschema keine Pause gemacht wird und somit die inhaltlich beschriebene unaufhaltsame Liebe durch das Metrum und Reimschema verstärkt zum Ausdruck bringt und durch die zweihebigen Jamben wird eine hektische Atmosphäre geschaffen, die die Rastlosigkeit besonders untermauert..

In der zweiten Strophe wird die Liebe und der damit verbundene Schmerz thematisiert, indem die Aussage ,,Lieber durch Leiden/ möcht' ich mich schlagen,/ also so viel Freuden/ des Lebens ertragen“ (V. 7 ff.) beschreibt, dass das lyrische Ich das ,,Leiden“ (ebd.) welches durch die Liebe verursacht wird, in Kauf nimmt, also lieber mit dem Schmerz lebt, die die Liebe mit sich bringt, als die ,,Freuden“ (ebd.), die das Leben ohne die Liebe hergibt, zu haben. Zu dem wird verdeutlicht, dass das lyrische das Leben mit Liebe und dem damit verbundenen Schmerz gegenüber dem Leben ohne Liebe, welches unbeschwert und einfacher ist, bevorzugt. Besonders das Verb ,,ertragen“ (ebd.) verdeutlicht, dass das lyrische ich das Leben ohne Liebe als unerträglich und als Last empfindet, obwohl das Leben ohne Liebe ,,so viele Freuden“ (ebd.) beinhaltet, jedoch die Liebe mit all ihren Konsequenzen, auch wenn dies das Ertragen von Leid und Schmerz ist, als wichtiger und lohnenswert erachtet und somit das Leben mit Liebe bevorzugt. Zudem wird dadurch deutlich, dass das lyrische ich nur das Leben mit Liebe als lebenswert erachtet und Liebe für das lyrische Ich somit das Wichtigste darstellt, da ein Leben ohne die Liebe für es unerträglich erscheint. Jedoch wird durch das Verb ,,schlagen“ (ebd.) auch deutlich, dass die Liebe mit großen Anstrengungen verbunden ist. Die Liebe zur einer Person wird im Folgendem durch die Metapher ,,Alle das Neigen/ von Herzen zu Herzen“ (V. 11 f.) veranschaulicht , wobei das lyrische Ich in der Aussage ,,schaffet das Schmerzen“ (V. 14) feststellt, dass die Liebe Schmerzen verursacht. Diese Erkenntnis, dass Liebe auch Schmerz herbeiführt, löst bei dem lyrischen Ich eine resignative und verzweifelte Haltung aus, was besonders in der Interjektion ,,ach“ (V. 13) deutlich wird. Das unreine Metrum, welches aus Daktylen und Trochäen besteht, verdeutlicht dabei eine gewisse Unruhe, die durch die Erkenntnis, das Liebe mit Schmerz verbunden ist, ausgelöst wird. Auch in dieser Strophe lässt sich eine Verbindung zu der Epoche des Sturm und Drang deutlich machen, da besonders in dieser Strophe, aber auch in den beiden anderen Strophen, die Emotionen des lyrischen Ichs dargestellt werden, aber auch deutlich wird, dass das lyrische Ich sich von seinen Gefühlen, der Liebe zu folgen, leiten lässt, auch wenn die Liebe Schmerz verursacht.

Die letzte Strophe thematisiert die Besonderheit der Liebe, wobei zu Beginn der Strophe jedoch noch die Verzweiflung und Unsicherheit des lyrischen Ich deutlich wird. Denn die Strophe beginnt mit der rhetorischen Frage ,,Wie – soll ich fliehen?“ (V. 15), wodurch deutlich wird, dass das lyrische Ich sich fragt, ob die Liebe den Schmerz wert ist oder es lieber fliehen soll und somit auch einen Ausweg aus dem Schmerz der Liebe sucht. Wohin es fliehen soll, konkretisiert das lyrische Ich in der nächsten rhetorischen Frage, indem es fragt, ob es ,,[w]älderwärts“ (V. 16) gehen soll, wodurch deutlich wird, dass das lyrische Ich die einzige Möglichkeit dem Schmerz der Liebe zu entkommen darin liegt, dass es an einen Ort gehen muss, an dem keine Menschen sind. Durch das Adverb wird zudem auch erneut die Naturverbundenheit des lyrischen Ichs deutlich, welches für die Epoche des Sturm und Drangs typisch ist. Durch die rhetorischen Fragen wird auch Hilflosigkeit und Verzweiflung, die beim lyrischen Ich ausgelöst werden, deutlich, die jedoch in der nächsten Aussage ,,Alles vergebens!“ (V. 17) abgelegt werden. Das lyrische Ich beantwortet somit die beiden Fragen zu Beginn der Strophe und erkennt, dass vor der Liebe fliehen kein Ausweg für das lyrische Ich ist, da es die Liebe in seinem Leben braucht und in seinem Leben haben möchte, wobei das Ausrufezeichen (vgl. ebd.) die Tatsache betont, dass es für das lyrische Ich eine Flucht kein Ausweg ist und es dies nun erkannt hat. Des Weiteren wird die Entscheidung des lyrischen Ichs, weshalb eine Flucht kein Ausweg oder keine Möglichkeit für das lyrische Ich darstellt, deutlich in der Metapher ,,Krone des Lebens“ (V. 18), wobei die Krone metaphorisch für die Liebe steht. Somit wird durch die Metapher veranschaulicht, dass die Liebe für das lyrische ich das höchste und beste im Leben ist und die Liebe somit die größte Rolle in dessen Leben hat. Die Rastlosigkeit und auch die Beständigkeit der Liebe wird auch in der Aussage ,,Glück ohne Ruh“ (V. 19) erneut aufgegriffen, wobei die Rastlosigkeit in diesem Kontext als positiv empfunden wird, da somit das ,,Glück“ (ebd.) der Liebe beständig und ewig ist, auch wenn Liebe Schmerz verursacht, da das Glück dennoch überwiegt. Schließlich endet die Strophe mit der Aussage ,,Liebe, bist du!“ (V.20), wodurch deutlich wird, dass das lyrische Ich Liebe für eine Person empfindet und diese womöglich mit dem Gedicht anspricht.

Abschließend ist zusagen, dass das lyrische Ich einerseits die Rastlosigkeit und Ruhelosigkeit der Liebe beschreibt und die Erkenntnis, dass Liebe Anstrengung sowie Schmerz verursacht, eine verzweifelte Haltung bei diesem auslöst. Dies wird durch Metaphern deutlich, wie ,,Regen“ (ebd.) usw. , sowie durch das Reimschema und das Metrum. Andererseits akzeptiert das lyrische Ich diese Konsequenzen, welches die Liebe mit sich bringt und beschreibt die Liebe als das Beste im Leben, welches zugleich auch den höchsten Stellenwert in dessen Leben hat. Dies wird besonders in der Metapher ,,Krone des Lebens“ (ebd.) deutlich.

Janette

Das zu analysierende Gedicht „Rastlose Liebe“ wurde 1776 in der Epoche des Sturm und Drangs von Goethe verfasst und thematisiert eine langanhaltende Liebe, welche vielen Gegebenheiten entgegen halten muss.

Formal ist zu sagen, dass das Gedicht aus drei Strophen besteht. Die erste Strophe (V. 1- 6) besteht fast nur aus Enjambements, was verdeutlicht, dass das lyrische von irgendetwas hin und her gerissen ist und somit keinen klaren Gedanken fassen kann. Zudem wird erfahren, dass es „dem Schnee, dem Regen, / dem Wind entgegen“ (V. 1f.) halten muss. Dabei wird Bezug zu der Natur genommen, was für die Epoche des Sturm und Drangs spricht. Anzumerken ist, dass das lyrische Ich von Kälte umgeben ist, was durch die Metaphorik des „Schnee[s]“ (ebd.) zum Vorschein gebracht wird. Zusätzlich muss es sich „dem Regen, / dem Wind“ (ebd.) zu widersetzen, was eine mühselige Arbeit ist, da diese Gegebenheiten nicht beeinflusst werden können und somit ist es dieser Lage ohne jegliches Eigenverschulden ausgesetzt. Außerdem wird dabei auf die Rastlosigkeit verwiesen, welche zudem schon im Titel verdeutlicht wird, da das lyrische Ich ohne Pause gegen die Naturgewalten ankämpfen muss, was in Form einer Akkumulation zum Ausdruck gebracht wird. Weitergehend lässt sich ein Paarreim auffinden: „im Dampf der Klüfte, / durch Nebeldüfte,“ (Z. 3 f.). Wie auch zuvor lässt sich in dieser Aufreihung kein Verb finden, und somit scheint es so, als sei die Liebe, welches das lyrische Ich empfindet, unendlich und als könnte diese nie gebrochen werden. Das Repetition „immer zu! Immer zu!“ (V. 5) verdeutlicht, dass das lyrische Ich sich in Unruhe befindet, was durch „Ohne Rast und Ruh!“ (V. 6) gezeigt wird. Die Alliteration von „Rast und Ruh“ (ebd.) in Kombination des Adverbs „ohne“ (ebd.) untermauert die langwährende Liebe seitens des lyrischen Ichs. Die Interjektionen verdeutlichen dabei auch die emotionale Lage, da die Liebe einen hohen Stellenwert für das lyrische Ich hat. Unterstützt wird das ganze durch einen zweihebigen Jambus, und gegensätzlich zu den Aufreihungen ohne Verb sind. Jedoch durch die Verwendung von Paarreimen, scheint es so, als sei alles zu einem Gefüge umfunktioniert, was in einer Beziehung und in der Liebe ein wichtiger Aspekt ist.

Weitergehend stellt die zweite Strophe unschöne und schöne Seiten in der Liebe dar, welche durch einen Kreuzreim untermauert werden, da dieser diese Seiten miteinander verbindet. So heißt es: „lieber durch Leiden / möcht' ich mich schlagen, / also so viel Freuden / des Lebens ertragen“ (V. 7 ff.).Dabei ist anzumerken, dass „Leiden“ (ebd.) und „Freuden“ (ebd.) antithetisch gegenüber stehen, allerdings stehen sie sich in dem Kreuzreim gegenüber, so dass es so scheint als würden sie zusammengehören. Somit ist für das lyrische Ich die Liebe mit Schmerz verbunden, was die Rastlosigkeit akzentuiert, jedoch ist die Einsamkeit in seinem Leben kaum von Freude durchzogen. Dabei ist anzumerken, dass es normalerweise heißt, dass man das Leben als Alleinstehender nur richtig genießen kann und seine Wünsche erfüllen kann. Der einzige Wunsch des lyrischen Ichs ist jedoch Liebe zu erhalten.

Lorena

Bei dem vorliegenden Text mit dem Titel „Rastlose Liebe“ handelt es sich um ein Gedicht, verfasst von Johann Wolfgang von Goethe und veröffentlicht im Jahr 1776 in der Literaturepoche der Romantik. Thematisiert wird die Zwiegespaltenheit des Lyrischen Ichs zwischen den Vorzügen der Liebe und ihren negativen Aspekten.

Das Gedicht umfasst drei Strophen. Die erste und die dritte Strophe zählen sechs Verse, während die zweite Strophe durch acht Verse gekennzeichnet wird. Wie auch die Anzahl der Verse variiert das Reimschema strophenabhängig. In der ersten und in der dritten Strophe sind Paarreime zu erkennen. Als Reimschema in der zweiten Strophe liegen überwiegend Kreuzreime vor. Weiterhin ist ebenfalls kein eindeutiges Metrum zu erkennen.

Bereits der Titel des Gedichtes „Rastlose Liebe“ (T) lässt insofern auf den Inhalt vorausdeuten, als dass das Lyrische Ich versucht die Liebe oder eine geliebte Person zu finden, somit stellt die Liebe ein zentrales Element in der Handlung des Gedichts dar.

Das zu analysierende Gedicht setzt ein mit der Aufzählung „Dem Schnee, dem Regen, / dem Wind entgegen“ (V. 1 f.) und knüpft somit unmittelbar an die Vorausdeutung im Titel an. Diese Aufzählung ist in Form einer Antiklimax angeordnet und deutet auf einen Wiederstand hin, den das Lyrische Ich versucht zu überwinden. Untermauert wird dies ebenso durch die folgenden Verse „im Dampf der Klüfte, / durch Nebeldüfte“ (V. 3 f.). Die verwendeten Substantive stammen aus dem Wortfeld der Natur, allerdings aus der Richtung erschwerter Witterungsverhältnisse, die darauf hindeuten dass der Weg des Lyrischen Ichs zur Liebe eher erschwert ist und es zahlreichen Kämpfen ausgesetzt ist. Untermauert wird dies weiterhin durch die Ausrufe „immer zu! Immer zu! / Ohne Rast und Ruh!“ (V. 5 f.). Die Repetitio der Klage „Immer zu!“ (ebd.) veranschaulicht die Ruhelosigkeit die das Lyrische Ich erleidet. Intensiviert wird dies weiterhin durch den Ausdruck „Ohne Rast und Ruh“ (V. 6), der zugleich eine Alliteration ist und insbesondere durch das Substantiv „Rast“ (ebd.) wird eine Verbindung zum Titel hergestellt. Insgesamt wird mit der Ruhelosigkeit des Lyrischen Ichs ein zentrales Merkmal der Literaturepoche Romantik dargestellt. Die Schriftsteller in der Romantik sind von der Realität enttäuscht und suchen in ihren Träumen und ihrer Fantasie nach einem zu Hause in einer besseren Welt, in der es beispielsweise echte Liebe gibt. Die Suche nach der Liebe wird insbesondere in der ersten Strophe durch die Verwendung von Paarreimen untermauert. Darüber hinaus werden die Eile und die Unruhe ebenso durch die Aufzählung und die Ausrufe am Ende der Strophe verdeutlicht.

Mit der zweiten Strophe erfolgt sowohl ein inhaltlicher als auch ein formaler Umbruch. Die Strophe setzt ein mit dem Enjambement „Lieber durch Leiden / möchte‘ ich mich schlagen“ (V. 7 f.), welches mit der Anmerkung „also so viel Freuden / des Lebens ertragen“ (V. 9 f.) kontrastiert wird. Das Lyrische Ich, das auf der Suche nach der Liebe durch Landschaft läuft, erklärt es würde sich lieber Leid ertragen, als sich auf die Liebe einzulassen, was einen Gegensatz zu seiner Tätigkeit in der ersten Strophe darstellt. Dieser Umbruch wird ebenso dadurch veranschaulicht, dass das Reimschema von Paarreim zu Kreuzreim wechselt. Weiterhin erklärt das Lyrische ich „Alle das Neigen / von Herzen zu Herzen“ (V. 11 f.). Mit diesem Enjambement weist es auf die Liebe hin, die immer auf Gegenseitigkeit beruht. Die weitere Erklärung zu diesem Zusammenhang leitet das Lyrische ich mit dem Wehlaut „ach“ (V. 13) ein und merkt in Bezug auf die Gegenseitigkeit der Liebe an „schaffet das Schmerzen!“ (V. 14). Im Kontrast zur ersten Strophe steht das Lyrische Ich der Liebe in dieser Strophe negativ gegenüber und verweist in erster Linie auf die schlechten Seiten, die Abhängigkeit der Partner voneinander und den Schmerz, welcher der Verlust der Liebe nach sich zieht.

Während die erste Strophe des Gedichtes der Liebe positiv gegenüberstand, wurden in der zweiten Strophe eher die negativen Seiten hervorgehoben. In der dritten Strophe steht insbesondere die Zwiegespaltenheit des Lyrischen Ichs zwischen den beiden Seiten im Vordergrund. Besonders deutlich wird dies an der Frage „Wie – soll ich fliehen?“ (V. 15). Sowohl der Einsatz der Frage mit dem Fragewort „Wie“ (ebd.) und das darauf folgende Zögern deuten auf die Unsicherheit des Lyrischen Ichs in Bezug auf die Flucht vor der Liebe hin. Untermauert wird dies durch die Frage „Wälderwärts ziehen?“ (V. 16) welche ironisch zu verstehen ist, da das lyrische Ich bereits erkannt hat dass es keine Möglichkeit hat vor der Liebe zu fliehen. Diese Erkenntnis wird im Ausruf „Alles vergebens!“ (V. 17) erneut aufgegriffen und bildet den Wendepunkt innerhalb der Strophe. Bereits in den ersten Versen der Strophe wird durch die Paarreime auf die erste Strophe verwiesen und somit eine Vorausdeutung auf die schlussendliche Entscheidung des Lyrischen Ichs bilden. Während das Lyrische Ich zu Beginn den Gedanken an eine Flucht noch nicht vollständig verworfen hat, bezeichnet es die Liebe am Ende der Strophe bildlich als „Krone des Lebens“ (V. 18) und als „Glück ohne Ruh“ (V. 19), um die besondere Bedeutung der Liebe für die Menschen hervorzuheben. Das Gedicht endet mit dem Zusammentragen seiner Erkenntnisse in einem Vers durch die Aussage „Liebe, bist du!“ (V. 20), welche allerdings zugleich auch als Ansprache an eine Person verstanden werden kann.

Im folgenden wird das Gedicht mit dem Gedicht „Einsamkeit“, verfasst von Rainer Maria Rilke und veröffentlicht im Jahr 1902 in der Literaturepoche des Impressionismus, unter Berücksichtigung der charakteristischen Merkmale der jeweiligen Epoche verglichen.

Das Gedicht „Einsamkeit“ umfasst 12 Verse, die sich in eine Strophe mit fünf Versen, eine Strophe mit sechs Versen und eine Versweise gliedern lassen. Es ist darüber hinaus kein eindeutiges Reimschema erkennbar, sodass sowohl Haufenreime, Paarreime und Kreuzreime vorliegen. Dementsprechend liegen stumpfe und klingende Kadenzen vor. Das Metrum besteht aus …

Bereits der Titel des Gedichtes „Einsamkeit“ deutet auf die Thematik des Inhalts hin. Das zu analysierende Gedicht setzt ein mit dem Vergleich „Die Einsamkeit ist wie ein Regen“ (V. 1). Der Umstand, dass das Subjektiv „Einsamkeit“ (ebd.) das zugleich den Titel des Gedichtes darstellt bereits im ersten Vers wiederholt wird, untermauert die Darstellung der Einsamkeit als Thematik des Textes. Darüber hinaus hebt die Tatsache, dass ein Punkt am Ende des ersten Verses steht, diesen vom Rest des Textes ab, wodurch dieser nahezu als Leitmotiv über dem restlichen Text steht. Der Vergleich, der im ersten Vers erwähnt wird, wird im weiteren Verlauf weiter ausgeführt. So heißt es im zweiten Vers „Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen“ (V. 2). Der Umstand, dass die Einsamkeit durch das Personalpronomen „Sie“ (ebd.) beschrieben wird lässt auf die Vertrautheit des Lyrischen Ichs mit diesem Gefühl schließen. Durch die Metapher „steigt vom Meer den Abenden entgegen“ (ebd.) verweist er auf den Vergleich der Einsamkeit mit dem Regen im ersten Vers. In diesem Fall tritt der Regen in Form von Wolken auf, die am Abend vom Meer aus in Richtung Land ziehen. Eine ähnliche Metaphorik ist auch im dritten Vers zu finden, in dem es heißt „von Ebenen, die fern sind und entlegen“ (V. 3). In diesem Vers wird insbesondere durch die Verwendung der Adjektive „fern“ (ebd.) und „entlegen“ (ebd.) darauf angespielt, dass die eben erwähnten Wolken die den Regen mit sich bringen aus Gegenden stammen, die weit abgelegen sind und in denen somit Einsamkeit vorherrscht. Als nächstes setzt das lyrische Ich eben diese Gegenden mit dem Himmel gleich.