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3. Analyse

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Analyse des TA aus dem 24. Kap.

Inhaltsverzeichnis

MGeller

Der Roman „Effi Briest“, welcher von Theodor Fontane 1894/95 in der Zeit des Poetischen Realismus verfasst wurde, thematisiert den Drang, das gesellschaftliche Ansehen nicht zu verlieren bzw. dieses zu verbessern.

Effi von Briest heiratet den ehemaligen Geliebten der Mutter, Landrat Geert von Innstetten. Dieser muss beruflich viel reisen, weshalb Effi oft alleine ist. Auch dieses Mal muss Innstetten reisen und zwar nach Berlin, um einen Kollegen zu vertreten. Effi verbringt die Zeit bei ihren Eltern in Hohen-Cremmen mit Tochter Annie und dem Kindermädchen Roswitha. Innstetten findet nach Beendigung seiner Reise zu Hause in Kessin die Briefe, die Effi ihrem Liebhaber Crampas geschrieben hatte, der ihr in dieser Zeit des Alleinseins nötige Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Innstetten trennt sich von Effi, woraufhin sie zu ihren Eltern zieht und dort auch verstirbt.

Der Textauszug aus Kapitel 24 lässt sich in zwei Abschnitte unterteilen. Im ersten Abschnitt (Z. 1 – 11) wird das Zimmer Effis genau beschrieben. Bereits im ersten Satz wird deutlich, dass sich die Handlung in einem „Zimmer“ (Z. 1) abspielt. Dabei handelt es sich um das Zimmer, welches Effi bereits in Kindertagen bewohnte. Durch dieses „Zimmer“ (ebd.), welches metaphorisch für Einengung steht, wird die Lust Effis nach Abenteuer und Freiheit zurückgedrängt. Das „Zimmer“ (ebd.) hat einen Ausblick zum „Garten hinaus“ (Z. 2), sodass Effi auf den, von ihr geliebten, Teich und die geliebte Schaukel blicken kann. Diese beiden Orte symbolisieren Effis Drang nach Abenteuer und Freiheit. Mit dem ständigen Blick auf den Garten macht sich in Effi eine Unruhe breit, die durch die Antithese „ging sie auf und ab“ (Z. 3) deutlich wird. Um in die Einengung Freiheit und Abwechslung zu bringen, ist der untere Teil des Fensters geöffnet (vgl. Z. 3). Dadurch kommt Luft in den Raum zu der Effi schon als Kind eine Verbindung hatte, in dem sie in ihr geschaukelt ist. Das sorgte in ihr für ein Gefühl von Freiheit, die durch weitere Wörter der Windmetaphorik wie „Zuge“ (Z. 4), „Zugwind“ (Z. 5) und „frei“ (ebd.) ergänzt und bekräftigt wird. Des Weiteren ist am Zimmer Effis besonders, dass Kriegsszenen in Goldrahmen (vgl. Z. 7) an der Wand hängen. Dass Kriegsszenen golden eingerahmt werden, deutet darauf hin, wie wichtig das Militär zur damaligen Zeit war. Allerdings kann Effi diese Szenen nicht besonders leiden (vgl. Z. 10), da sowohl Crampas, als auch Innstetten für das Militär tätig sind und sie somit an diesem ihr wichtigen Ort immer an die beiden erinnert wird. Um ihre Abneigung zum Ausdruck zu bringen, „schüttelt […] [sie] den Kopf“ (Z. 9). Diese Aktion sticht aufgrund des parataktischen Satzbaus heraus, denn die beschreibenden Sätze sind hypotaktisch geschrieben (vgl. Z. 1 ff.). Die Aussage Effis „'Wenn ich wieder hier bin […]'“ (Z. 9) deutet auf zukünftige Besuche Effis bei ihren Eltern hin.

Im zweiten Abschnitt (Z. 11 – 20) wird der Garten näher beschrieben. Außerdem geht Effi auf das abrupte Ende ihre Kindheit ein. Effi schließt das eine Fenster (vgl. Z. 11) und lässt damit Teile der Vergangenheit hinter sich, welche sie unruhig machten. Im Anschluss setzt sie sich an das zweite geöffnete Fenster (vgl. Z. 11f.), was darauf hindeutet, dass sie ruhiger wird. Der anschließend folgende parataktische Satz „Wie tat ihr das alles so wohl“ (Z. 12) ist eine Anspielung auf Kessin. In Kessin kommt Effi nicht zur Ruhe. Obwohl sie in Hohen-Cremmen nicht mehr zu Hause ist, fühlt sie sich dort viel besser. Anhand dieses Satzes wird die Erzählperspektive des auktionalen Erzählers deutlich. Der Satz steht in der erlebten Rede, welche in der 3. Form steht. Effis Gedanken werden vom allwissenden Erzähler an den Leser transferiert. Im weiteren Verlauf wird die Sonnenuhr (vgl. Z. 13) beschrieben. Diese steht auf dem Rondell, auf welchem Effi später begraben wird. Auch die „Rhabarberstauden“ (Z. 16) stehen in der Nähe bzw. auf diesem Rondell. Dass die Blätter der Stauden „herbstlich gelb“ (Z. 16) verfärbt sind, weist auf ein Voranschreiten der Zeit hin. Effi verändert sich, denn auch ihre Kindheit gehört der Vergangenheit an. Dieses Vergehen der Zeit macht Effi nachdenklich. „[S]ie musste des Tages gedenken […], wo sie hier mit Hulda […] gespielt hatte“ (Z. 16 ff.). Auch in diesem Satz wird der Leser über die Gedanken Effis durch den auktiorialen Erzähler informiert. Effi erinnert sich an ihre Kindheit, in der sie viel Zeit mit ihren Freundinnen im Garten verbracht hat. Durch die Parenthese „nun erst wenig über zwei Jahre“ (Z. 17) wird die rasche Voranschreitung der Schritte im Leben Effis deutlich. Außerdem zeigt diese Parenthese, dass eine Zeitstraffung vorliegt. Dies wird auch nochmal deutlich, wenn sie die Treppe raufkommt, und eine Stunde später verlobt ist (vgl. Z. 19 f.). Innerhalb kurzer Zeit wurde Effi vom spielenden Kind zur verheirateten Frau, die in wenigen Tagen ihren zweiten Hochzeitstag feiert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Effi aufgrund des Aufenthalts in Hohen-Cremmen und des bevorstehenden Hochzeitstages aufgewühlt ist. Die gewohnte Umgebung gibt ihr aber Halt.

Irina Kneuper

Der Roman ,,Effi Briest”, welcher von Theodor Fontane verfasst und 1895 in der Epoche des Bürgerlichen Realismus veröffentlicht wurde, handelt von dem Ansehen innerhalb der Gesellschaft.

Die siebzehnjährige Effi Briest wächst im Herrenhaus in Hohen-Cremmen bei ihren Eltern auf. Für ihr Alter verhält sie sich noch sehr kindisch und unreif. Baron Innstetten ist ein wohlhabender Landrat und ein alter Freund, bzw. Verehrer von Effis Mutter. Dieser hält um die Hand von Effi an, woraufhin die Hochzeit, sowie die Hochzeitsreise durch Italien folgt. Innstetten und Effi ziehen nach der Hochzeitsreise nach Kessin, doch Effi fühlt sich dort sehr unwohl, da sie davon überzeugt ist, dass es in ihrem neuen Zuhause spukt. Sie fühlt sich einsam, da Innstetten auf Grund seiner Arbeit ständig verreist und Effi hat nur zwei Freunde in Kessin, den Apotheker Gieshübler und Innstettens Hund Rollo. Aufgrund ihrer Angst vor dem Spuk möchte Effi von Kessin wegziehen, aber Innstetten kann dies nicht riskieren, da er meint, er könne sein Ansehen verlieren, wenn die Menschen in Kessin den Grund des Umzugs erfahren würden. Effi wird schwanger und lernt Roswitha kennen, die im späteren Verlauf das Kindermädchen von Effis Tochter Annie wird. Crampas tritt auf, mit welchem Effi und Innstetten zunächst gemeinsame Ausritte unternehmen. Während Innstetten auf Reisen ist, beginnen Effi und Crampas alleine auszureiten, wodurch eine Affäre zwischen den beiden entsteht. Auch in diesem Textauszug ist Effi alleine bei ihren Eltern, da Innstetten aufgrund seiner Arbeit verreisen musste. Im Anschluss findet Innstetten alte Liebesbriefe zwischen Effi und Crampas, woraufhin Innstetten Crampas zu einem Duell auffordert und ihn dabei umbringt. Effi erfährt von Crampas Tod und ihr wird bewusst, dass sie alles in ihrem Leben verloren hat. Sie zieht zurück nach Berlin und trifft ihre Tochter nur noch einmal. Aufgrund ihrer Krankheit zieht Effi schließlich zurück nach Hohen-Cremmen zu ihren Eltern und stirbt mit ungefähr 30 Jahren.

Der vorliegende Textauszug weist zunächst eine Zeitdeckung vor und anschließend eine Zeitraffung (vgl. Z. 17 ff.). Außerdem ist zu sagen, dass das Erzählverhalten auktorial ist.

Effi befindet sich in dem von ihr ,,bewohnten Zimmer [..] im Oberstock” (Z.1) in Hohen-Cremmen, also in ihrem alten Kinderzimmer. Dieses Zimmer liegt in Richtung des Gartens (vgl. Z. 1), was eine Metapher für einen Rückblick an ihre abenteuerliche Kindheit darstellt. Der Garten steht außerdem für Unbeschwertheit und Freiheit, zu welcher Effi dennoch abgetrennt ist, da sie hinter ihrem Fenster steht. Dadurch wird verdeutlicht, dass sie sich eingeengt fühlt, da ihr Hochzeitstag mit Innstetten bevorsteht. Die Antithese ,,auf und ab” (Z.3) zeigt, dass Effi wegen dem bevorstehenden Hochzeitstag nervös ist, da sie Innstetten betrogen hat und Schuldgefühle bei ihr aufkommen.

Sie öffnet die ,,unteren Fensterflügel” (Z. 3) unbewusst, wodurch verdeutlicht wird, dass sie versucht eine gewisse Freiheit zurück zu bekommen. Dadurch gelangt Luft in den Raum, zu welcher Effi schon als Kind eine Verbindung hatte, als sie geschaukelt hat. Dies wird auch durch eine Windmetaphorik ,,Zuge” (Z.4), ,,Zugwind” (Z.5) und ,,frei” (Z. 5) veranschaulicht und bekräftigt. In ihrem Zimmer befinden sich in ,,schmalen Goldleisten eingerahmte(…) Bilder” (Z. 7), die etwas ,,kriegerisches” haben. Der Goldrahmen um diese Bilder zeigt die hohe Bedeutung des Militärs zu dieser Zeit. Auch Crampas und Innstetten sind für das Militär tätig, weshalb Effi diese Bilder nicht sehen möchte (vgl. Z. 9 f.).

Die Aussage ,,wieder hier bin” (Z. 10) zeigt ihre Vorahnung auf ein baldiges Wiedersehen mit ihren Eltern, dennoch ist ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass ihr nächster Besuch in Hohen-Cremmen mit ihrem eigenen Tod enden wird.

Effi setzt sich an ein offenes Fenster (vgl. Z. 11 f.) wodurch verdeutlicht wird, dass sie sich mit etwas positiverem beschäftigen möchte und deshalb vor ihren Problemen flieht. Der Blick in den Garten erfüllt sie mit positiven Kindheitserinnerungen (vgl. Z. 12). Der Mond erleuchtet den Garten, so dass der ,,Rasenplatz mit der Sonnenuhr” (Z. 13) und die ,,Heliotropbeeten” (Z. 14) sichtbar werden. Die Sonnenuhr steht für Zeit, wird aber jedoch vom Mond angeleuchtet, weshalb man davon ausgehen kann, dass Effis Leben beschwert weiter geht. Die ,,herbstlich gelben (…) Blätter” (Z. 16) der Rhabarberstauden deuten auf ein nahendes Ende des Lebens hin, was bedeutet, dass Effis Tod bevorsteht.

Sie denkt an die Zeit vor zwei Jahren nach (vgl. Z. 17), weshalb hier eine Zeitraffung vorliegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie mit ,,Hulda und den Jahnkeschen Mädchen gespielt” (Z.17 f.). Daran erkennt man, dass sie ihre Freiheit, sowie Kindheit und die dazugehörigen Abenteuer vermisst. Besonders zu diesem Zeitpunkt, da der Hochzeitstag mit Innstetten bevorsteht. Auch an ihre gemeinsame Hochzeit erinnert sie sich zurück (vgl. Z. 19 f.).

Zusammengefasst verdeutlicht dieser Textauszug, wie sehr Effi ihre Freiheit vermisst, da sie an Innstettens Seite eine hohe Verantwortung trägt und daher sehr eingeschränkt ist.


Fabian

Die vorliegende Textstelle ist ein Auszug aus dem Roman „Effi Briest“, welcher von Theodor Fontane in der Epoche des poetischen Realismus geschrieben und 1895 veröffentlicht worden ist, und thematisiert die Bedeutung des Ansehens in der Gesellschaft der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Effi Briest ist ein junges Mädchen, welches das Abenteuer liebt und sich auch sehr kindlich verhält, was dafür sorgt, dass sie in der schon mit 17 Jahren geschlossenen Ehe mit dem Ex-Liebhaber ihrer Mutter, Landrat Innstetten, der anschließend Vater einer gemeinsamen Tochter wird, nie richtig glücklich wird. Zwar ist ihr das Ansehen selber sehr wichtig, doch da Innstetten wegen seines Berufes kaum Zeit für Effi findet, wird das Leben in der Ehe Effis Wunsch nach Abenteuer nicht gerecht. Während Innstetten geschäftlich unterwegs ist, trifft Effi sich mit Major Crampas, der ihr Aufmerksamkeit schenkt und mit ihr Ausritte unternimmt. Auf einer Kutschfahrt erreicht die Affäre, welche Effi geheim halten will, ihren Höhepunkt. Wegen eines neuen Jobs im Ministerium für Innstetten, zieht die Familie nach Berlin und Effi ist erleichtert, dass sie so der Affäre aus dem Weg gehen kann. Als Innstetten den Familienurlaub wegen seines Jobs absagen muss, besucht Effi mit Tochter Annie und dem Kindermädchen Roswitha ihr Elternhaus in Hohen-Cremmen, welches sie sehr vermisst, da sie noch sehr an ihren Eltern und ihrer Kindheit hängt. So kommt es zur zu analysierenden Textstelle, in welcher sich Effi in ihrem früheren Kinderzimmer aufhält. Im Anschluss entdeckt Innstetten in ihrem neuen Haus in Berlin Briefe von Crampas an Effi, woraufhin er Crampas in einem Duell erschießt und sich von Effi trennt, welche, von den Eltern und der eigenen Tochter verstoßen, erkrankt, schon als junge Frau verstirbt und letztendlich im Garten der Eltern begraben wird.

In der vorliegenden Textstelle wird zunächst Effis früheres Kinderzimmer im Elternhaus beschrieben , welches „nach dem Garten hinaus“ (Z.1) liegt, in dem sie den größten Teil ihrer Kindheit verbracht hat, indem sie dort beispielsweise geschaukelt hat. Effi sucht auch heute noch das Abenteuer, was durch die Verbindung des Zimmers mit dem Garten verdeutlicht wird. Roswitha und Annie bewohnen ein anderes Zimmer, während Effi alleine in ihrem Zimmer nachdenkt.

Auch wenn sie nun wieder vorübergehend bei ihren Eltern ist, gelingt es ihr nicht so richtig die Affäre auszublenden, was an ihrem Verhalten, dass sie „auf und ab“ (Z.3) geht, deutlich wird. Dieses Verhalten zeigt, dass sie nervös ist, möglicherweise aufgrund eines schlechten Gewissens, oder auch dass sie sich eingeengt fühlt, da sie zwar den „Garten“ (Z.1), welcher eine Metapher für ihre Kindheit ist, durch die geöffneten Fenster (vgl. Z. 3) sehen kann, sich aber nicht in ihm aufhalten kann, also nicht mehr in ihre Kindheit zurück fliehen kann. In Effis Zimmer hängen Bilder mit kriegerischen Motiven (vgl. 8 f.), welche „in schmale Goldleisten“ (Z. 7) eingerahmt sind, was zum einen den Wohlstand der Familie von Briest zeigt, aber auch verdeutlicht, dass die Gesellschaft Kriege sehr ehrte und stolz darauf war. Effi hingegen „kann so was Kriegerisches nicht leiden“ (Z.10 f.), was wieder ihre kindliche Art zeigt, da sie nicht reif genug ist, um Krieg als Teil der Realität zu akzeptieren. Das „Kriegerisch[e]“ (Z. 10) könnte auch auf Crampas bezogen sein, welcher im Militär tätig ist. Sie sagt, dass sie andere Bilder möchte, wenn sie wieder bei ihren Eltern sei (vgl. 9 f.), was eine Vorausdeutung auf die Trennung von Innstetten sein könnte, da Effi ihre letzten Tage im Elternhaus gelebt hat, nachdem er sich von ihr getrennt hat.

Effi schließt „das eine Fenster und setz[t] sich an das andere“ (Z. 11), um den Fokus wieder auf den Garten, also ihre Kindheit, zu legen. Die erlebte Rede des Erzählers, dass ihr „das alles so wohl [tut]“ (Z.12) zeigt, dass Effi eine schöne Kindheit hatte, nach welcher sie sich sehnt. Dass der Erzähler das weiß, ist ein Zeichen dafür, dass es sich um einen auktorialen Erzähler handelt.

Nun wird der Fokus der Raumbeschreibung auf den Garten gelegt, was durch das Mondlicht (vgl. Z. 13), welches den Garten erhellt, verdeutlicht wird. Dort befindet sich auch die „Sonnenuhr“ (Z.13), welche über den ganzen Roman als Metapher für das Leben Effis steht, da diese nach Effis Tod durch ihr Grab ersetzt wird. Dass dort „neben den Schattenstreifen […] weiße Lichtstreifen [liegen]“ (Z. 14 f.) stellt dar, dass es neben den schlechten Dingen auch gute gibt, was die Gedanken Effis verbildlichen könnte. Dass die weißen Streifen so weiß sind, „als läge Leinwand auf der Bleiche“, soll in Form eines Vergleichs darstellen, wie hell diese sind und könnte so darstellen, dass die schönen Zeiten im Leben sehr schön waren und vielleicht sogar überwiegen.

Dennoch stehen dort die Rhabarberstauden, welche in ihrer Kindheit schon dort standen, aber nun „herbstlich gelb“ (Z.16) sind, was eine Metapher für die Vergänglichkeit ist und somit auf die vergangene Kindheit oder sogar auf baldigen Tod anspielen könnte. Diese Vergänglichkeit wird zuletzt noch einmal durch die Zeitraffung (vgl. Z. 17 ff.) unterstützt, da die vom Erzähler durch die Innensicht wiedergegebenen Gedanken an die letzten „zwei Jahre“ (Z. 17), in nur vier Zeilen zusammengefasst werden. Der kurzgefasste Rückblick kann außerdem dafür stehen, dass die Ehe, in der Effi unglücklich ist, zu überhastet eingegangen worden ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass in der vorliegenden Textstelle besonders die Raumbeschreibung des Zimmers und des Gartens eine große Rolle spielen. Der Garten hat für Effi eine besondere Bedeutung, weil er Symbol ihrer sorglosen Kindheit ist und sie sich seitdem kaum verändert hat. Außerdem kann man dieser Textstelle Vorausahnungen auf die Trennung und den Tod Effis entnehmen. Zusätzlich zur Raumgestaltung wird auch die Zeitgestaltung in Form der Zeitraffung zur Verdeutlichung der Vergänglichkeit genutzt.


Linda

Der vorliegende Textauszug ist aus dem 24.Kapitel des Romans Effi Briest, welches von Theodor Fontane zur Zeit des poetischen Realismus geschrieben, 1895 veröffentlicht wurde und eine vorbestimmte Ehe der damaligen Zeit thematisiert.

Zu Beginn des Romans heiratet Effi den Baron von Innstetten, da dies so von Effis Eltern vorhergesehen war. Die beiden ziehen nach Kessin und bekommen eine Tochter namens Annie. Da sich Effi dort sehr einsam fühlt und ihr Mann beruflich viel unterwegs ist, beginnt sie ein Verhältnis mit dem Major Crampas, der ihr mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Im 24.Kapitel besucht Effi gemeinsam mit Annie und Roswita ihre Eltern in ihrem Elternhaus in Hohen-Cremmen. Effi erinnert sich an ihre Kindheit zurück und ihr wird der schnelle Wandel in ihrem Leben deutlich.

Nach dem Kapitel ziehen Effi und Innstetten aus beruflichen Gründen nach Berlin, wo Innstetten von Effis Verhältnis mit Crampas erfährt, woraufhin Effi ausziehen muss und Innstetten Crampas in einem Duell umbringt. Effi zieht schließlich zurück zu ihren Eltern, wo sie nach einiger Zeit aufgrund eines Nervenleidens stirbt.

Der Textauszug dient dazu, deutlich zu machen wie plötzlich sich Effis Leben verändert hat und wie sehr sie ihre Zeit als Kind in Hohen-Cremmen vermisst.

Der Textauszug beginnt damit, dass der auktoriale Erzähler erzählt, dass Annie und Roswitha im kleineren Zimmer des oberen Stockwerks schlafen und sich Effi im größeren Zimmer befindet (Vgl. Z.2f.). Die Zimmer sind zum „Garten hinaus“(Z.1) gerichtet, welcher für Effi in der Kindheit eine wichtige Rolle gespielt hat und welcher für sie metaphorisch Freiheit und Abenteuer bedeutet.

In ihrem Zimmer geht Effi „auf und ab“(Z.3), was zeigt das sie nervös ist und über etwas nachdenkt, das sie innerlich beunruhigt. Die Fenster des Zimmer sind geöffnet und die Gardinen bewegen sich im Wind (Vgl. Z.4f.), welcher ebenfalls als Metapher für die Freiheit steht, nach der sich Effi so sehr sehnt. Die geöffnete Fester und der Wind verleihen ihr ein Gefühl der Freiheit, der sie sich dadurch ein Stück näher fühlt und die ihr ein Gefühl der Glückseligkeit vermittelt.

Das Zimmer in dem sich Effi befindet engt sie ein, was man mit ihrer Ehe mit Innstetten vergleichen kann. Sie fühlt sich eingeengt und kann die Freiheit nicht erreichen, sie kann nur einen Blick hinein werfen, wie sie es aus ihrem Zimmer in den Garten tut. In Hohen-Cremmen fühlt sie sich wohl, im Gegensatz zu ihrem neuen Zuhause in Kessin mit Instetten.

An der Wand hängen „in schmale Goldleisten eingerahmten Bilder“(Z.7) welche das Reichtum der Familie von Briest deutlich machen. Darin sind Bilder von Grafen und Königen die etwas „Kriegerisches“(Z.10) für Effi zeigen, was sie „nicht leiden“(Z.10f.) kann, da dieses die Freiheit einschränkt und sie sich an Crampas und Innstetten erinnern muss, die beide eine Rolle im Militär haben und an die Effi im Augenblick nicht denen möchte.

Effi sagt zu sich „Wenn ich wieder hier bin, bitt‘ ich mir andere Bilder aus“(Z.9f.). Dadurch wird eine Vorahnung deutlich, in der sie ahnt dass sie eines Tages wieder dort in Hohen-Cremmen leben wird, wo sie sich zu Hause fühlt.

Es wird gesagt, wie sehr „das alles“(Z.12) in Hohen-Cremmen Effi „wohltat“(Vgl. Z.12). Dadurch wird zum Ausdruck gebracht wie verbunden Effi mit ihrer Heimat ist und wie sehr sie sich dort noch immer wohlfühlt. Sie möchte Hohen-Cremmen nicht aufgeben sondern eher daran festhalten, da es für immer ihre Heimat bleiben wird. Dieser Satz „Wie tat ihr das alles so wohl“(Z.12) wird aus der auktorialen Erzählperspektive wiedergegeben und zeigt Effis Gedanken in der erlebten Rede, weshalb die Gedanken in der dritten Person Singular wiedergegeben werden. Dadurch ist es dem Leser besser möglich sich in Effi hinein zu versetzen und zu verstehen wie sie sich fühlt.

Weiter werden Elemente des Gartens wie die „herbstlich gelb [gefärbten Rhabarberstauden]“(Z.16) genannt, die Effi wieder an ihre Kindheit zurück erinnern. Die herbstlich gelbe (Z.14) Farbe steht metaphorisch für die Vergänglichkeit, und zeigt somit dass Effis Kindheit vorbei ist und auch dass das Ende ihres Lebens nah sein kann. Sie muss an die Zeit zurück denken in der sie mit „Hulda und den Jahnkeschen Mädchen“(Z.18) im Garten gespielt hatte und wie kurz darauf Innstetten zu Besuch kam und sie schon „eine Stunde später [die] Braut“(Z.19f.) war.

Effi wird bewusst wie plötzlich und wie schnell sich ihr leben gewandelt hat und wie schnell sie erwachsen werden musste. Dies wird noch einmal durch den Gegensatz des „Spielens“(Vgl. Z.18) und der „Braut“(Z.20) und die Zeitraffung deutlich, wobei die Ereignisse durch die Zeitraffung eine intensivere Wirkung haben.

Zusammenfassend wird in dem Textauszug deutlich, wie verbunden Effi mit ihrem Elternhaus ist und wie groß ihre Sehnsucht nach der Freiheit ist. Zudem wird der plötzliche Wandel ihres Lebens klar und auch wie unwohl sie sich eigentlich bei Innstetten fühlt.