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Lange, Novellenende

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Lange, Das Haus in der Dorotheenstraße, Z. 256 - Ende

Inhaltsverzeichnis

Sarah

Die Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, welche von Hartmut Lange verfasst und im Jahre 2013 veröffentlicht wurde, thematisiert den Zerfall einer Ehe. (ausführlicher)

Der vorliegende Textauszug (vgl. Z. 256-275) stellt das Ende der Novelle dar und birgt nahezu ausschließlich Vermutungen und Fragen, die vom Erzähler aufgestellt werden und den Fortlauf der Handlung sowie das Ende der Ehe von Gottfried und Xenia indirekt darstellen (Ähnlichkeiten Analyse). Dem geht zuvor, dass Gottfried Klausen aus Berlin, seiner Heimat, nach London versetzt wird, um dort zu arbeiten. Da er seine Arbeit hoch schätzt, lässt er seine Ehefrau mit der Hoffnung, dass diese ihm folgt, in Berlin zurück. Als diese ihm jedoch nicht nach London folgt und ihr Kontakt (besser: Kontakt zw. den beiden) in die Brüche gerät, gerät (Wiederholung) Gottfried Klausen in eine psychische Krise und beginnt immer mehr, sich jegliche Dinge zu beschönigen. In London selbst besucht er irgendwann ein Theaterstück von Shakespeare (kannst das ruhig nennen, das ist ziemlich berühmt, sodass man normalerweise etwas mit dem Begriff anfangen kann, wenn man ihn liest), in welchem seine Situation thematisiert wird und der Mann seine Ehefrau letztendlich ermordet. Wo er diesen Gedanken anfangs noch absurd findet, geht er ihm später nicht mehr aus dem Kopf, als er während der Annulierung seines Heimatfluges aufgrund eines Vulkanausbruchs erfährt, dass seine Frau während seiner Abwesenheit eine Affäre hatte. Daran anschließend fliegt dieser nach Island und nicht in seine Heimat, wodurch das Ende gewissermaßen offen bleibt. Jedoch knüpft hier das Novellenende an, das gewisse Parallelen zum Theaterstück aufweist. Somit ist die vorliegende Textstelle insofern bedeutsam, da sie ein plausibles Ende für die Novelle beinhaltet und dem Theaterstück einen noch einmal tieferen Sinn gibt.


Der Textauszug setzt dabei mit einer Auflistung von Fragen ein, die direkt zu Beginn von einem auktorialen Erzähler zeugen und im Kontext zum gesamten Ende an ein Märchen erinnern (Erläuterung worauf genau du dich beziehst). So setzt die Handlung mit „Und das Haus in Dorotheenstraße?“(Z. 256) ein, was noch einmal auf den Titel der Novelle verweist und so auch für Gottfried Klausens Heimat spricht. Darauf folgen dann die weiteren, recht rhetorisch gestalteten Fragen „War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte? Und hätte er nicht allen Grund gehabt, statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?“(Z. 256 ff. ). In diesen wird besonders die Verbundenheit Klausens zu seiner Heimat deutlich, in dem diese sehr akribisch genau beschrieben wird. Im Kontrast dazu wird gegenüber seiner Heimat antithetisch Island angeführt, dass für Klausen fremd ist und im (ich glaube "in") Bezug auf den Vulkanausbruch für Kälte und Erschütterung steht. Dies könnte darauf hindeutet, dass Klausen sich aus Einsamkeit von der heimatlichen Wärme distanziert hat. Besonders wird das Wissen über seine Heimat hierbei im hypotaktischen Satzbau deutlich, der sich auch in folgenden Sätzen auffinden lässt. Hier wird jedoch nicht nur das Handeln Klausens deutlich, - nein - (klingt wie Erzähltext und nicht Analyse) es wird vom Erzähler in Frage gestellt, was in der dritten Frage, die mit Konjunktiv (welcher, und nenne ein Bsp. an dem man das festmachen kann) gestellt wird, zum Ausdruck kommt. Eben diese Zugabe (Ausdruck) sowie das genaue Kennen der Person Klausens setzt hier erneut einen auktorialen, also einen allwissenden Erzähler voraus. Dieser setzt so auch den ersten Sinnabschnitt (Z. 256 - 263), der aus eben diesen Fragen besteht, mit „Und war es überhaupt möglich, dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen“(Z. 260 ff. ). An dieser Stelle wird besonders noch einmal die Rhetorik und auch eine gewisse Ironie des Erzählers deutlich, die sich in seiner Ausdrucksweise widerspiegelt. Somit wirkt es so, als halte der Erzähler, durch dessen Augen wir das Geschehen wahrnehmen, dies im Kontext mit den privaten Gegenständen aufgrund der Kommunikationsprobleme für nicht möglich hält. Insgesamt bleiben jegliche Fragen jedoch für den Leser offen, sodass dieser sich selbst eine Meinung bilden muss.

Abermals gibt der Erzähler im zweiten (vgl. Z. 264 – 273) und im dritten Sinnabschnitt (vgl. Z. 274 f. ) einen gewissen Teil von Antwort. Er setzt jedoch gleich zu Beginn mit „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“(Z. 264) ein, wodurch der auktoriale Erzähler sich im Personalpronomen „wir“(ebd. ) zeigt, was erneut dem Märchen ähnelt, aber gewissermaßen auch eine schlussendliche Offenheit im Raum lässt. Gegensätzlich dazu stellt er daraufhin Thesen über Tatsachen auf, wie beispielsweise, dass „die Kastanien zu blühen begannen“(Z. 266). So führt der Erzähler, dessen auktorialer Charakter hier erneut in der Allwissenheit des Erzählers deutlich wird, auch an, dass „jenes Haus […] wie immer hell erleuchtet war“(Z. 267). Somit schafft er eine Verbindung zum Haus der Klausens, die darauf schließen lässt, dass der Erzähler letztlich doch mehr weiß, als er vorgibt zu wissen. So führt er die indirekte Vorausdeutung mit den Worten „Wer sich darin auskannte, der wusste, dass im oberen Stockwerk das Schlafzimmer, zwei kleinere Räume und ein Bad lagen, im Erdgeschoss die Küche, daneben das Wohnzimmer mit dem Kamin“(Z. 267 ff. ) fort, in denen gewisse Anspielungen auf Gottfried Klausen vorzufinden sind (worin siehst du dort Anspielungen? Nähere Erläuterung!). Diese Anspielungen setzt der Erzähler in den folgenden Sätzen, wie in der indirekten Antithese „und wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“(Z. 269 f. ) weiter ein. Hierbei bezieht er sich auf Xenias Lachen, welches Gottfried auch im Hintergrund hörte, als ein Mann an Xenias Handy ging. Somit steht hier das Lachen, welches für Xenias Leben und gewissermaßen für ihr Vergehen steht, der nicht vorhandenen Sicherheit, die ein Inbegriff von Gefahr ist, gegenüber. Der Erzähler deutet also darauf hin, dass Xenia sich aufgrund ihrer Affäre in Gefahr begeben (besser:sein) wird. Besonders deutlich wird diese Vorausdeutung hinsichtlich Xenias Gefahr jedoch im kommenden Satz, in welchem der Erzähler behauptet, dass es durchaus denkbar sei, „dass irgendwann, nicht am Tage, sondern nachts, doch noch ein Auto vorfuhr und dass sich jemand auf den Eingang zubewegte. Er besaß einen Schlüssel, war hier zu Hause, hatte also alles Recht, das zu tun, was er für nötig befand“(Z. 270 ff. ). In diesen Sätzen wird also konkret auf Gottfried Klausen angespielt, der eine Gefahr für Xenia darstellt und letztlich ohne sein vorheriges Wissen aus seiner Heimat entfremdet wurde. Besonders wird dies auch in der Antithese von Tag und Nacht deutlich, da die Nacht und allgemein die Dunkelheit, die Beziehung der beiden verkörpert. Somit zeigt die Nacht metaphorisch, die Unklarheit und den Zerfall der Ehe. Im letzten Sinnabschnitt (Z. 274 f. ), der jedoch nahtlos an den zweiten anschließt, führt der Erzähler ein mögliches Ende an, das jedoch aufgrund seiner detailgetreuen Schilderung sehr realistisch wirkt. So endet die Novelle mit Gottfrieds Worten „´Put out the light!´“(Z. 274), die eine Verbindung zum Theater darstellen, da dort vor dem Tod der Gattin eben diese Worte gerufen worden sind. Dies und besonders auch die abschließenden Worte „Das Haus lag in völliger Dunkelheit“(Z. 275) deuten auf den Tod Xenias hin, wobei das Licht des Hauses in diesem Zusammenhang für das Leben und die Dunkelheit für den Tod und die Ausweglosigkeit steht. Somit hat Gottfried Klausen seine Frau umgebracht.


Zusammenfassend bildet das Ende des Romans einen teilweise offenen, aber doch von Vorausdeutungen und Hinweisen geprägten Schluss. Letztlich wird in der Sprache des Erzählers, wie auch durch rhetorische Fragen und eine gewisse Metaphorik deutlich, dass Gottfried Klausen seine Gattin im späteren Verlauf ermordet. Besonders wird dies auch in der Parallele zum Theaterstück deutlich.


Feedback Nina: Liebe Sarah, deine Analyse haben wir ja schon besprochen. Ich habe also nur ein paar vereinzelte Fehler und Ungenauigkeiten markiert, die teilweise aber nur Kleinigkeiten sind. Allgemein kann ich nur das sagen, was wir so oder so schon besprochen haben, nämlich, dass du an einigen Stellen näher erläutern könntest was du meinst. Was ich sehr gut finde, ist deine inhaltliche Einordnung am Anfang und deine Analyseaspekte (vor allem zum Erzähler). Vielleicht könntest du den Schluss noch etwas ausführlicher machen, aber ansonsten ist deine Analyse sehr gut!

Maike

Der vorliegende Textauszug aus „Die Dorotheenstraße“, geschrieben von Hartmuth Lange und veröffentlicht 2013, thematisiert das Leben der Hauptfigur, Herr Klausens, im Vergleich mit dem Schauspiel Otello. (eher Inhalt als Thema; Thema der gesamten Novelle?)

Zuvor hat sich die Hauptfigur der Novelle das Schauspiel Otello angeschaut. Er wurde von seiner Frau betrogen und im vorliegenden Textauszug findet ein Gedankenexperiment statt, indem Herr Klausen nach Hause fährt. Zu Beginn seines Gedankenexperiment wird gesagt, dass das Haus in der Dorotheenstraße, der Ort, „dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte“ (Z. 256f.) ist. Es bedeutet (was bedeutet es?), dass die Beziehung zu seiner Frau schon lange Zeit kaputt ist. Durch das Fragezeichen am Ende des Satzes (vgl. Z. 257), wird klar dass es eine rhetorische Frage ist. Da die ersten Sätze des Auszugs, alles rhetorische Fragen sind, welche den Leser auffordern (besser: anregen) sich in die Lage von Herrn Klausen hineinzuversetzen.

Gottfried Klausen, stellt sich die Frage (nicht er selbst stellt sich die Frage, sondern der Erzähler), ob er wenigstens nochmal nach Hause gehen könne um seine persönlichen Sachen zusammen zu packen (vgl. Z. 261f.). Dies deutet darauf hin, dass er sich von seiner Frau trennen will (Trennung wird schon früher deutlich). Die Novelle gibt nicht das Ende der Novelle preis, was bedeutet, dass die Novelle ein offenes Ende hat, da der Erzähler sagt „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z. 264). Außerdem deutet diese Aussage darauf hin, dass eine auktoriale Erzählweise vorliegt, da der Autor „wir“ (Z. 264) sagt und das gesamte Geschehen im Blick hat. Ein weiterer Hinweis darauf, dass es einen auktorialen Erzähler ist, ist, dass der gesamte Auszug ein Gedankenexperiment ist, also eine Innensicht. Durch die Aussage, dass das Haus „hell erleuchtet“ (Z. 266) ist, wird klar, dass in diesem Haus auch schöne Dinge passiert sind und das Ehepaar auch schöne Zeiten im gemeinsamen Haus hatte. Das Haus sei wie immer hell erleuchtet (vgl. Z. 266), was verdeutlicht dass die Frau nicht trauert sondern, da sie einen neuen Mann hat, sehr glücklich ist. Auch das „Frauenlachen“ (Z. 269) verdeutlicht die Fröhlichkeit von Frau Klausen (steht für ihre Sicherheit, die Frau Klausen meint zu haben; sie denkt, ihr Mann würde sich eh nicht trauen, sich für ihre Aktion zu rächen). Das Adjektiv „denkbar“ (Z. 270) deutet erneut daraufhin, dass ein Gedankenexperiment vorliegt. Dann liegt eine Anspielung auf einen Mord vor (vgl. Z. 271), welcher „nachts“ (Z. 271) stattfinden soll. Die Dunkelheit in der Nacht steht für Einsamkeit und Bedrohung, woraus man schließen kann, dass ein Mord geplant ist. Dann nimmt der Autor Herrn Klausen in Schutz und führt eine Rechtfertigung für den geplanten Mord auf: Er habe einen Schlüssel und es sei sein zu Hause und damit sein Recht, dass zu tun, was er für nötig befand (vgl. Z. 272). Durch den Ausruf „Put out the light!“ (Z.274), wird ein Bezug zum Schauspiel Otello geschaffen, von welchem vor dem Textauszug die Rede ist und mit welchem das Leben von Herrn Klausen im Auszug verglichen wird. Auch der Ausruf deutet auf einen Mord hin, das auch im Schauspiel ein Mord stattfindet. Da das Haus dann plötzlich in „völliger Dunkelheit“ (Z. 275) lag, wird verdeutlicht dass die Beziehung vorbei ist und auch ein Mord vollzogen wurde.

Abschließend kann man sagen, dass in dem Auszug das Leben der Hauptfigur klar mit dem Schauspiel verglichen wird und durch das Gedankenexperiment das Handeln von Herr Klausen, dem Leser klar gemacht wird.


Kommentar von Janina: Liebe Maike, du hast in deiner Analyse alle wesentlichen Aspekte genannt und man sieht, dass du den Text gut verstanden hast. Auch finde ich gut, dass du die auktoriale Erzählsituation geschildert und gedeutet hast und dabei auch auf die Innensicht eingegangen bist. Die Vorausdeutung auf den Mord und den letzendlich vollzogenen Mord hast du sehr gut dargestellt. Jedoch könnte deine zeitliche Einordnung noch etwas genauer und präziser sein. Am Ende nimmt der Autor Herr Klausen nicht in Schutz und führt auch keine Rechtfertigung auf, sondern der Autor stellt regelrecht eine These auf, dass Herr Klausen berechtigt ist, in das Haus zu gehen, da es auch ihm gehört. Insgesamt ist dir deine Analyse jedoch sehr gut gelungen. :)

Anne

Die Novelle "Das Haus in der Dorotheenstraße", geschrieben von Hartmut Lange und veröffentlicht im Jahre 2013, thematisiert Misstrauen in einer Ehe sowie die daraus resultierende Vermischung von Wirklichkeit und Realität.

Die Novelle setzt ein mit der Versetzung des Protagonisten, Gottfried Klausen, nach London, wo er als Journalist tätig ist. In London beginnt er rasch seine Frau Xenia zu vermissen, die er seit der Schulzeit kennt, schafft es jedoch nicht Kontakt zu ihr aufzunehmen, da immer wenn er sie anruft eine Männerstimme erklingt. Desweiteren schaut er sich im Theater öfters ein Theaterstück an, in dem ein Mann seine Frau aufgrund des Ehebruchs, den sie begangen hatte, umbringt. Die Beiden verabreden, dass er zu ihr nach Berlin fliegt. Der Flug kann allerdings nicht angetreten werden, weil ein Vulkanausbruch in Island dies verhindert. Klausen schafft es dann wieder nicht Kontakt aufzunehmen und bleibt für eine Zeit in London. Der Textauszug stellt das Ende der Novelle dar, indem der Erzähler die Möglichkeit aufwirft, dass Klausen nach Berlin fliegt und seine Frau, in dem gemeinsamen Haus in der Dorotheenstraße, umbringt.

Der erste Sinnabschnitt (Z.256-263) der Textstelle beginnt mit einer Frage des Erzählers nach dem "Haus in der Dorotheenstraße"(Z.256). Generell lässt sich sagen, dass der Sinnabschnitt aus rhetorischen Fragen besteht. Der Erzähler gibt so Vorschläge, die der Leser annehmen kann oder auch nicht (Formulierung), die das offene Ende unterstützen. Die nächste Frage, die aussagt, dass Gottfried Klausen sich in dem "Haus in der Dorotheenstraße"(ebd.) immer sehr wohl gefühlt hat, zeigt den Kontrast zwischen seinem neuen leben in London und seinem alten Leben in London auf. Dieses war glücklich und unbeschwerter. Eine weitere rhetorische Frage (vgl. Z.257-260) enthält einige detailreiche Beschreibungen wie "Kohlhasenbrück"(Z.259). Dass, "der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden"(Z.260) ist wie eine Klimax angeordnet. Diese detailreiche Beschreibung lassen die Erwägungen des Erzählers, Klausen habe seine Frau umgebracht, realistischer wirken und dem Leser nahelegen diese Meinung auch anzunehmen. Des weiteren ist die Beschreibung des "Linienbus[es]"(ebd.) ein eindeutiger Hinweis auf den auktorialen Erzähler. Dieser hat in dem Fall den Überblick über das gesamte Geschehen, was dem Leser eine Instanz verschafft. Diese Instanz kann dem Leser eine sehr detailreiche Beschreibung liefern, wodurch er einen guten Überblick über das Gesamt Geschehen bekommt. Die dritte rhetorische Frage (vgl. Z.260-263), als hypotaktische Syntax aufgebaut, zeigt wieder eine Möglichkeit auf, wie man die Situation bewerten könnte. Das Adverb "wenigstens"(Z.262) betont dabei die Meinung des Erzählers, der es positiv bewertet Klausens "Sachen zusammenzusuchen"(Z.263). All diese rhetorischen Fragen zeigen dem Leser Möglichkeiten auf, die Situation zu bewerten oder gar zu verstehen wie sie abgelaufen war, sagen aber nie eindeutig wie es gewesen ist.

Der nächste Sinnabschnitt (Z.264-275) behandelt jetzt genauere Vorausdeutungen. Im ersten Satz wird durch "wir wissen es nicht"(Z.264) hervorgehoben, dass alle Vorausdeutungen auch nicht der Wahrheit entsprechen können. Der Erzähler wirkt an dieser Stelle etwas unglaubhaft, da die detailreiche Beschreibung eher aussagt, das die Vorausdeutungen stimmen. Die Verwendung des Personalpronomens "wir"(Z.264) unterstütz die Aussage, dass nicht einmal der Leser weiß, ob das Gesagte realistisch ist. Dies betont das offene Ende. Die Beschreibung des Klimas als "ungewöhnlich warm"(Z.265) lässt sich als Hinweis auf die Affäre von Xenia definieren.(Warum?) Vor allem das [Adjektiv] "ungewöhnlich"(ebd.) deutet auf eine Situation hin, die nicht normal ist, so wie die Affäre. Dass man "Mühe hatte, [...] hindurch jenes Haus zu erkennen"(Z.266), lässt sich auf die Situation Klausens übertragen. Dieser hat ebenfalls Schwierigkeiten zu erkennen, ob seine Frau in wirklich betrügt. Die Beschreibung des Hauses als "hell erleuchtet"(Z.267) steht metaphorisch für lebhaft. Somit lässt sich also sagen, dass der Erzähler einen Hinweis darauf gibt, dass in dem Haus immer etwas los ist, es also immer bewohnt ist, und das nicht nur von Xenia. Es ist also anzunehmen, dass dort auch die Affäre stattgefunden hat. Im nächsten Satz, der Beschreibung, der Architektur des Hauses (vgl. Z.267-269), wird besonders der auktoriale Erzähler deutlich. Dieser hat nun die Sicht von Gottfried Klausen eingenommen, der das Haus genau kennt. Der hypotaktische Satzbau weist wieder auf eine detailreiche Beschreibung hin, und unterstütz somit auch die Glaubhaftigkeit des Mordes. Das im nächsten Satz genannte "Frauenlachen"(Z.269) deutet auf die noch herrschende Kommunikation im Hause Klausen hin und somit auf die Anwesenheit eines neuen Partners von Xenia. Xenia solle "sich nicht allzu sicher fühlen"(Z.270) ist eine direkte Drohung. Im nächsten Satz wird durch "denn es war durchaus denkbar"(Z.270), darauf hingedeutet, dass der folgende Teil nicht unbedingt wahr ist. Die darauffolgende temporale Beschreibung der Tat, die "nicht am Tage, sondern nachts"(Z.271) stattfindet, deutet jedoch wieder auf das Gegenteil hin. Der Erzähler schafft es so den Leser in gewissem Maße zu verwirren. Im nächsten Satz wird die Haltung des Erzählers deutlich. Durch den Kommentar "hatte also alles Recht"(Z.272), sagt er aus, dass Klausen das Recht hat Xenia zu töten, aus dem Grund, da er den "Schlüssel"(Z.272) "besaß"(Z.272). Der letzte Abschnitt beginnt mit dem englischen Zitat "Put out the light!"(Z.274) aus dem Theaterstück, das sich Klausen häufiger in London anschaute. In diesem bringt ein betrogener Mann seine Frau um, was eine direkte Verbindung zum Geschehen [Leben Klausens etc.] schafft. Das Zitat deutet also ebenfalls auf die reale Ermordung Xenias hin. Man erfährt vom Erzähler nie direkt, dass Klausen seine Frau tötet. Die Metapher erloschenen "Lampen"(Z.275) schaffen jedoch einen Bezug zu dem vorherig "hell erleuchtet[ten]"(Z.267) Haus, was wie schon analysiert metaphorisch für Leben im Haus steht. Das "erloschen"(Z.275) der "Lampen"(ebd.) steht metaphorisch also für das Erlöschen des Lebens im Haus. Bezogen auf das Theaterstück vermutlich die Ermordung Xenias. Der letzte Satz (vgl. Z.275) schließt die Ermordung, wie ein Fazit, ab in dem die Metapher der "Dunkelheit"(Z.275) aufgegriffen wird und somit jegliches Leben im Hause Klausen ausschließt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Ende der Novelle die Ermordung Xenias darstellen soll. Der Erzähler verrät hierbei nicht ob das Geschehen wirklich so abgelaufen ist, sondern stellt die Tat Klausens größtenteils metaphorisch da. Des Weiteren wird durch die Bezugnahme auf das Theaterstück der Mord verdeutlicht.

Carina

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Auszug aus der Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, welche von Hartmut Lange im Jahre 2013 veröffentlicht wurde. Sie thematisiert den Zusammenbruch einer Ehe.

Der Textauszug stellt das eher offene Ende, welches jedoch mit Vermutungen und Hinweisen geschmückt ist, der Novelle dar. Ihm (Diesem) geht hervor, dass Gottfried Klausen, aufgrund seiner Arbeit nach London ziehen muss. Seine Frau Xenia soll vorerst in Berlin bleiben, jedoch später nachreisen. Während Gottfrieds Aufenthalt in London gerät der Kontakt der beiden jedoch in die Brüche, was Gottfried nicht verkraftet und aufgrund dessen an einer Krise leidet. Er besucht ein Theaterstück von Shakespeare, in welchem ein Ehemann seine Frau, aufgrund ihrer heimlichen Affäre, ermordet. Gottfried möchte daraufhin Xenia besuchen, jedoch wird der Flug aufgrund von einem Vulkanausbruch annulliert, weshalb Gottfried seine momentane Situation reflektiert. Er kommt zu der Erkenntnis der Affäre von Xenia und fliegt anstatt zu seiner Frau nach Hause nach Island, weshalb das Ende offen scheint. Jedoch wird eine Parallele zu dem Theaterstück gezogen, was vermuten lässt, dass Xenia von ihrem Mann ermordet wird.

Der Text lässt sich in drei Sinnabschnitte einteilen. Der erste Sinnabschnitt (Z.256-263) setzt mit einer Aufzählung von mehreren rhetorischen Fragen ein, wobei die erste Frage „Und das Haus in der Dorotheenstraße?“ (Z.256) die Heimat von Gottfried Klausen aufgreift. Die darauffolgende Frage „War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte?“ (Z256f.) akzentuiert seine starke heimatliche Verbundenheit, welche außerdem die glückliche Zeit mit seiner Frau Xenia darstellt. Dieses heimatliche Gefühl steht im Kontrast zu seinem letztendlichen Flug nach Island, da diese Insel eine gewisse Fremde verkörpert und durch den Vulkanausbruch gefährlich wirkt (vgl. Z.257f.). Diese Textpassage zeigt zudem, dass ein auktorialer Erzähler das Geschehen im Überblick hat und kommentiert bzw. das Handeln von Gottfried Klausen in Frage stellt(Erzähler nennt die Möglichkeiten des Handels) , was durch die Verwendung des Konjunktivs „hätte“ (Z.257) untermauert wird. Der Erzähler ist der Meinung, dass Gottfried „allen Grund gehabt [hätte], statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden“ (Z.258ff.). Auffällig ist hier die benutzte hypotaktische Syntax, welche zu einer detailtreuen Beschreibung der Heimat von Gottfried Klausen verhilft sowie seine starke Heimat Verbundenheit nochmals aufgegriffen wird. Die letzte von dem Erzähler aufgegriffene Frage „Und war es überhaupt möglich, dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen?“ (Z.259ff.) greift das entwickelte Kommunikationsproblem, während des Aufenthaltes in London, zwischen Gottfried und Xenia auf. Diese Feststellung, weist auf die von dem Erzähler benutze Ironie hin, da er es für unmöglich hält Gottfrieds Privateigentum zu holen.

Der zweite Sinnabschnitt (Z.264-273) setzt mit Antworten des auktorialen Erzählers ein, indem er behauptet „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z.264). Diese These akzentuiert die von dem Erzähler behauptete Offenheit des Endes sodass sich der Leser das Ende selbst erschließen muss. Jedoch schildert der Erzähler die darauffolgenden Beschreibungen der Heimat von Gottfried Klausen sehr detailliert, was auf seine Allwissenheit schließen lässt sodass es scheint, als wisse der Erzähler mehr als er vorgibt (vgl. Z.264ff.). Die darauffolgende Textpassage „Hin und wieder hört man ein Frauenlachen, und wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z.269) deutet auf Xenias Lachen hin, da diese sich im Hintergrund bei dem Anruf von Gottfried amüsiert und lacht. Die Aussage „sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (ebd.) stellt eine Vorausdeutung auf eine folgende Bedrohung bzw. Gefahr dar, welche sich in den darauffolgenden Zeilen bestätigt, da der auktoriale Erzähler weiß, „dass irgendwann nicht am Tage, sondern nachts doch noch ein Auto vorfuhr“ (Z.269f.). Hierbei stellt der Tag die glückliche Zeit der Ehe dar und die Nacht antithetisch dazu den Zerfall der Ehe. In der darauffolgenden Textpassage deutet der Erzähler konkret auf Gottfried Klausen und eine von ihm ausgehende Gefahr hin, da dieser „hier zu Hause [war], also alles Recht [hatte], das zu tun, was er für nötig befand“ (Z.271f.).

Der darauffolgende Ausruf „Put out the light!“ (Z.273) leitet den dritten Sinnabschnitt des Textauszuges ein und weist auf das Theaterstück von Shakespeare hin, da dies von dem Schauspieler bzw. dem zu spielenden Ehemann gerufen wird bevor er seine Frau ermordet. Dieser Ausruf sowie die Feststellung „Das Haus lag in völliger Dunkelheit“ (Z.275) sind Hinweise auf den Tod von Xenia. Dem bei stellt das Licht bzw. „light“ (Z.273) das Leben dar und antithetisch dazu die Dunkelheit den Tod von Xenia.

Auf der Basis der hier vorliegenden Analyse komme ich zu dem Ergebnis, dass das Ende in gewisser Weise offenbleibt, man jedoch, durch die detailreichen Andeutungen und Hinweise des auktorialen Erzählers, davon ausgehen kann, dass Xenia ermordet wurde. Die Andeutungen werden zudem von Metaphern, Antithesen sowie einer hypotaktischen Syntax unterstützt. Des Weiteren wird durch den Schluss die Parallele zu dem Theaterstück deutlich, was ebenfalls ein Hinweis auf Xenias Tod ist.

Kommentar von Luisa -Ergänzung des Themas (Vermischung von der Realität und der Vorstellung)

Janette

Die Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“ von Hartmut Lange aus dem Jahr 2013 thematisiert eine gescheiterte Ehe, welche dargestellt wird in einem Vergleich des Theaterstücks „Otello“ und das Leben des Gottfried Klausen.

Der zu analysierende Textauszug (Z. 256 – 275) lässt sich am Ende der Novelle finden. Diesem Ende geht voraus, dass Gottfried und Xenia Klausen ein scheinbar glückliches Ehepaar sind. Sie Leben zurückgezogen in Berlin in der Dorotheenstraße. Gottfried arbeitet als Journalist und bekommt ein Jobangebot, weswegen er jedoch nach London ziehen müsste. Er entscheidet sich dies anzunehmen, ohne dies mit seiner Frau abzusprechen und denkt diese würde nachkommen. Allerdings ist Xenia nach einiger Zeit immer noch nicht nachgereist und als dann eine Männerstimme am anderen Ende der Leitung abnimmt, obwohl Xenia rangehen sollte, möchte Gottfried den nächsten Flieger nehmen und zurück nach Berlin fliegen. Als er am Flughafen war ist allerdings ein Vulkan ausgebrochen und alle Flüge wurden gecancelt. Der Textauszug stellt eine Vorstellung dar, wie die Novelle hätte Enden können, da das Ende offen bleibt. Der Erzählung deutet daraufhin, dass Herr Klausen seine Frau in dem Haus in der Dorotheenstraße umgebracht hat.

Zu Beginn der zu analysierenden Textpassage werden einige rhetorischen Fragen in den Raum gestellt. Die erste Frage, welche lautet „Und das Haus in der Dorotheenstraße?“ (Z.256), nimmt Bezug auf die Herkunft von Gottfried Klausen. Denn dieses Haus hat für Klausen eine besondere Bedeutung, da er dort zusammen mit seiner Frau lebte und sich dort wohl fühlte. Dies wird auch verdeutlicht in der nächsten Frage: „War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden gefühlt hatte?“ (Z. 256 f.). Da Gottfried „über Jahre hinweg“ (ebd.) dort lebte, ist zu sagen, dass er sich dort durchaus wohl gefühlt hat und seine Zuneigung zu diesem Ort durchaus auch nicht enden würde. Allerdings war ihm der Zugang zu dem Haus in der Dorotheenstraße zur Zeit verwehrt, da er sich in London befindet und seine Frau allen Anschein nach eine Affäre mit einem anderen Mann eingegangen ist, da dieser an ihr Telefon gegangen ist und sie selbst nicht mit ihrem Mann sprechen wollte. Statt mit seiner Frau über diese Ereignisse zu sprechen, wollte er sich nun in einen Flieger setzten, um in Island vor Ort über den Vulkan Ausbruch, eine Reportage zumachen. Dies wird in der nächsten Frage jedoch von dem Erzähler kritisiert, so heißt es: „Und hätte er nicht allen Grund gehabt, statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen […] ?“ (Z. 256 ff.). Die Konjunktion „und“ (ebd.) drückt dabei aus, dass Gottfried eine Alternative hat und nicht nach Island reisen muss um seinen Job zu mache, sondern sich stattdessen Urlaub hätte nehmen können, um sein Privatleben zu ordnen und vor allen Dingen die Probleme mit seiner Frau zu lösen. Auch die Verwendung des Konjunktivs „hätte“ (ebd.) untermauert dies, da dies als Möglichkeitsform gilt und ihm hier Möglichkeiten aufgezeigt werden. Stattdessen geht er der Konfrontation aus dem Weg was durch das Adjektiv „nächstbesten“ (ebd.) akzentuiert wird. Er will also gar nicht erst versuchen mit seiner Frau zu reden und da ist es ihm auch egal, wie er nach Island kommt oder was es kostet, Hauptsache er ist weg. Wie innig ihm jedoch dieser Ort, das Haus in der Dorotheenstraße, ist, wird im weiteren Verlauf der Fragestellung deutlich, da dies „genauer“ (Z. 259) beschrieben wird. Durch diese genaue Beschreibung wird noch einmal seine Verbundenheit mit seiner Heimat deutlich, da bei der Beschreibung ein hypotaktischer Satzbau vorliegt und somit alles ausschweifend beschrieben wird. Allerdings wirkt dann sein Reiseziel Island völlig gegenteilig. Da ihn Island mehr anzieht als sein jahrelanger Bezugsort in Berlin stehen sie antithetisch gegenüber. Island ist durch den Vulkanausbruch von Kälte und Einsamkeit geprägt. Genauso fühlt sich Gottfried im Inneren und fühlt sich deswegen dort hingezogen. Auch der Rauch und die Asche, die ein Ausbruch mit sich bringt, sprechen dafür, dass Klausen zuvor nicht bewusst war, in welcher Lage er sich eigentlich befindet, da er es nicht erkennen konnte. Weitergehend wird erneut eine Frage aufgeworfen. Diese lautet: „Und war es überhaupt möglich gewesen , dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen?“(Z. 260 ff. ). Erneut wird die Frage durch die Konjunktion „und“ (ebd.) eingeleitet. Diese Repetition lässt darauf schließen, dass bei Gottfried Klausen noch viele offene Fragen sind. Außerdem wird die Ironie des Erzählers hier deutlich, da er es nicht für möglich hält, dass Gottfried ohne weiteres zu Hause auftauchen könnte, da zwischen dem Ehepaar ein akutes Kommunikationsproblem herrscht. Zusätzlich hält der Erzähler es für unmöglich, dass es Gottfried gestattet ist seine persönlichen Sachen aus dem Haus zu holen, was wieder auf die Ironie des Erzählers stößt. Da nur ein auktorialer Erzähler Ironie verwenden kann, wird spätestens hier klar, dass es sich um eine auktoriale Erzählsituation handeln muss. Dies wird jedoch im nächsten Satz zusätzlich bekräftigt. Der Erzähler behauptet nämlich, „was letztendlich geschah, wissen wir nicht“ (Z.264). Durch das Personalpronomen „wir“ (ebd.) lässt sich ebenfalls die auktoriale Erzählsituation heraus stellen. Außerdem wird hier auch auf das offene ende hingewiesen, so dass es dem Leser nur möglich ist, das Ende sich selbst zu erschließen. Weitergehend heißt es im Text: „Wir wissen nur […]“ (Z. 264). Somit räumt der Erzähler ein, dass er doch mehr weiß, als er zugibt. Darauf folgt eine detaillierte Beschreibung der Gegend des Hauses an der Dorotheenstraße. So heißt es, es wäre „seit langem ungewöhnlich warm“ (Z. 265), was auf die Affäre von Xenia hindeutet. Da sich „seit langem“ (ebd.) etwas verändert hat, also ein Umschwung vorliegt, kann dies die Affäre sein, da zuvor nur die Routine des Ehepaares täglich die selbe war. Ebenso lässt das Adjektiv „warm“ (ebd.) darauf schließen, dass Gefühle vorhanden sind, was auch für die Affäre spricht. Der Beschreibung zu Folge, hatte man „Mühe […], jenes Haus zu erkennen“ (Z. 266 ff.). Dies spricht für die Sichtweise des Ehemanns Klausen, da dieser nicht erkennen konnte, was seine Frau in schilde führte, und das seine Ehe schon längst nicht mehr die war, für die er sie hielt. Jedoch war dieses Haus „wie immer hell erleuchtet“ (Z. 267). Diese Metaphorik steht dafür, steht für die Lebhaftigkeit, welche in dem Haus stattfindet. Somit ist das Haus immer bewohnt, und da Gottfried Klausen zur Zeit nicht dort wohnt, lässt sich daraus schließen, dass Xenia Klausen mit ihrer Affäre dort wohnt, dessen Namen wir nicht erfahren. Daraufhin folgt eine genaue Beschreibung der Räumlichkeiten des Hauses (Z. 267 ff.) Dies spricht erneute für die Allwissenheit des Erzählers, da er sagt, dass nur jemand wissen konnte wie das Haus aufgebaut ist, „wer sich darin auskannte“ (Z. 267). „Hin und wieder hörte man ein Frauenlachen“ (Z. 269) im Haus. Auch dies weißt darauf hin, dass Xenia nicht alleine im Haus ist und in dem Haus nun Kommunikation herrscht, was zwischen dem Ehepaar nur wünschenswert gewesen wäre. Im darauf folgenden wird eine Brodruhung an Xenia gemacht, da „wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z. 269 f.). Da es „ein Frauenlachen“ (ebd.) war, ist ganz klar, dass es sich um Xenia handelt, und da diese sich nicht „sicher fühlen“ (ebd.) soll, steht eine Gefahr im Raum, was auf einen späteren Mord hinführt. Allerdings muss dies nicht wirklich auf einen Mord hinführen, „denn es war durchaus denkbar“ (Z.270). Wenn diese Tat begehen werden soll, dann allerdings „nicht am Tage, sondern Nachts“ (Z. 271). Dies steht jedoch wieder antithetisch dem gegenüber, dass es nur denkbar wäre. Dies löst bei dem Leser eine Verwirrung aus. Auch dass die „nachts“ (ebd.) geschehen soll, weist darauf hin, dass etwas geschieht, was niemand mitbekommen soll bzw. wobei der Täter nicht gesehen werden soll. Allerdings weiß der Leser wer der Täter sein würde, da dieser ebenfalls genauer beschrieben wird. „Er besaß einen Schlüssel, war hier zu Hause“ (Z. 272). Durch diese Beschreibung wird deutlich, dass es sich um Herrn Klausen handelt. Durch das Kommentar „hatte also alles Recht“ (Z. 272), rechtfertigt der auktoriale Erzähler, dass Gottfried alles tun darf, „was er für nötig fand“ (Z.727 f.). Somit nimmt der Erzähler Herrn Klausen in Schutz und steht dem Geschehen nicht neutral gegenüber. „„Put out the light!“, rief er“ (Z.274). Dieser Ausruf ist aus dem Theaterstück „Otello“ von Shakespeare. An dieser Stelle wird im dem Stück die Frau von ihrem Ehemann ermordet. Alles läuft also wieder auf einen Mord hin von Herrn Klausen an Frau Klausen. „Nachdem er eingetreten war, […], erloschen im Haus der Dorotheenstraße die Lampen“ (Z. 247 f.). Durch das Personalpronomen „er“ (ebd.) wird erneut klar, dass der Täter niemand anderes als Herr Klausen ist. Zum Abschluss liegt das Haus „in völliger Dunkelheit“ (Z. 257). Da das Licht für die Lebendigkeit in dem Haus gesprochen hat, und nun eben alles erloschen ist, spricht die Dunkelheit nun für den Tod von Xenia. Da die Lampen aus sind, sieht nun Frau Klausen nicht was ihr geschieht, so wie es zuvor ihr Mann nicht konnte. Somit hat Gottfried dafür gesorgt, dass sie die Rollen tauschen und hat als Rache, wegen dem Ehebruch, seine Frau umgebracht.

Abschließend ist zu sagen, dass das Ende des Romans offen bleibt, jedoch werden Vorausdeutungen getätigt, welche auf die Ermordung Xenias hindeuten. Zur Unterstützung dient dabei vor allen Dingen die Bezugnahme des Theaterstückes, indem sich Parallelen aufweisen lassen, da dort auch nach dem Ausruf „Put out the light“ die Frau umgebracht wurde. Zusätzlich wird durch detaillierte Beschreibungen deutlich, dass es sich um einen auktorialen Erzähler handelt, da somit seine Allwissenheit zum Vorschein kommt, da er bspw. Die Räumlichkeiten des Hauses kennt obwohl dies nur Jemand kennen kann, der dort wohnt. Zusätzlich nimmt er durch einen Kommentar Herrn Klausen in Schutz und rechtfertigt sein Verhalten. Somit stellt er sich auf seine Seite und beeinflusst den Leser.

Diana

Bei dem vorliegenden Text von Hartmut Lange handelt es sich um einen Auszug aus der Novelle ,,Das Haus in der Dorotheenstraße“ , welche im Jahr 2013 veröffentlicht wurde. Thematisch geht es in der Novelle um das Zerbrechen einer Ehe und um das Missbrauchen des Vertrauens. Zu Beginn der Handlung wird von dem Ehepaar Klausen erzählt, die sich schon lange kennen und in einem Haus in der Dorotheenstraße wohnen. Der Protagonist, Gottfried Klausen, ist Korrespondent einer über-regionalen Zeitung und wird nach London versetzt. Dabei hofft Klausen, dass seine Frau Xenia ihm später folgt. Während er in London ist, zerbricht der Kontakt und Klausen durchlebt eine Krise. Als er ein Theaterstück von Shakespeare sieht, welches von einem Mann handelt, der seine Frau umbringt, aufgrund einer Affäre umbringt, lässt ihn dieser Gedanke nicht los. Nachdem seine Frau nicht nach London kommt, beschließt er nach Berlin zu fliegen, was jedoch durch ein Vulkanausbruch verhindert wird. Dadurch, dass er eine Frau öfter angerufen hat und jedes mal eine Männerstimme rangegangen ist, erfährt er, dass seine Frau ihn betrügt. Schließlich beschließt er nicht zurückzukehren, sondern er wird nach Island versetzt. Zum Schluss der Novelle, wovon der zu analysierende Textauszug handelt, wird nochmals an das Theater angeknüpft, indem ein Ende der Handlung beschrieben wird, welches Parallelen zum Theaterstück aufweist.

Der zu analysierende Textauszug lässt sich in drei Sinnabschnitte gliedern. Dabei setzt der erste Sinnabschnitt (vgl. Z.256-263) mit Fragen des auktorialen Erzählers ein, die die Situation von Klausen nochmals reflektieren. Bei der ersten Frage ,,Und das Haus in der Dorotheenstraße?“ (Z. 256) wird ein Bezug zum Titel ,,Das Haus in der Dorotheenstraße“ hergestellt und dabei verdeutlicht die Frage, dass, auch wenn Klausen jetzt in Irland ist, es trotzdem ungeklärte Sachen gibt und somit reflektiert die Frage nochmals das weiterhin bestehende Problem. Die nächsten Fragen ,,War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte? Und hätte er nicht allen Grund gehabt, statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?“ (Z. 256 ff.) stellen rhetorische Fragen dar, die einerseits zum Ausdruck bringen, dass Klausen sich seiner Heimat sehr verbunden fühlt, was durch die Aussage ,,über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung“ (ebd.) veranschaulicht wird. Die Zeitangabe ,,über Jahre“ (ebd.) verdeutlicht dabei die lange Zeitspanne, in der er sich seiner Heimat und somit auch Xenia verbunden fühlte. Andererseits wird hier auch ein Kontrast geschaffen zwischen seiner vertrauten Heimat und dem neuen und fremden Island. Die Aussage ,,mit dem nächstbeten Flugzeug“ (ebd.) verdeutlich die eigentliche bestehende Notwenigkeit für Klausen nach Berlin zu fliegen statt nach Island. Durch die nächste und letzte rhetorische Frage des Erzählers, ob es in dieser Situation ,,überhaupt möglich“ (Z. 261) sei, dass es dort, ,,als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen?“ (Z. 262 f.) wird eine gewisse Ironie des auktorialen Erzählers hervorgebracht. Der Konjunktiv 2 ,,wäre“ (ebd.) unterstützt dabei die Ironie und verdeutlicht auch, dass es eben nicht möglich ist zurückzukehren, als sei nichts geschehen, was durch den Konjunktiv 2 untermauert wird, da der Konjunktiv 2 etwas Unwahrscheinliches zum Ausdruck bringt. Mit diesen rhetorischen Fragen reflektiert der Erzähler einerseits das bestehende Problem, stellt andererseits aber auch die Entscheidungen und das Handeln Klausens in Frage, da dieser eine Konfrontation vermeidet und dieser aus dem Weg geht, aber der Erzähler durch rhetorische Fragen auf eine notwendige Konfrontation hindeutet. Durch die rhetorischen Fragen scheint es aber auch so, dass der Leser sich seine einge Meinung und Gedanken über das Ende machen müsste.

In dem zweiten Sinnabschnitt (vgl. Z. 264 – 273) erfolgt eine detailreiche Beschreibung des Wohnortes und eine damit verbundene Andeutung auf das Ende der Novelle. Dabei beginnt der Abschnitt mit der Aussage ,,Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z. 264), wobei das Personalpronomen ,,wir“ (ebd.) auf eine auktoriale Erzählsituation hindeutet, da die Erzähler selber sprechen und sagen, sie wissen es nicht. Durch diese Aussage bleibt das Ende offen und es erfolgt keine Auflösung. Trotzdem macht der auktoriale Erzähler Andeutungen bezüglich des Ende, was die Aussage ,,Wir wissen nur“ (Z.264) verdeutlicht. Auf diese Aussage folgen genaue Beschreibungen der Umgebung, wie, dass ,,am Ufer des Teltowkanals, da es seit langem ungewöhnlich warm war, die Kastanien zu blühen begannen und dass man, wenn man auf der Nathanbrücke stand, Mühe hatte, durch die Kronen der Bäume hindurch jenes Haus zu erkennen, das wie immer hell erleuchtet war“ (Z. 264 ff.). Durch diese detailreiche Beschreibung der Umgebung wird erneut die Allwissenheit des Erzählers deutlich, da alles im Blick hat und ebenfalls die Temperatur als ,,ungewöhnlich warm“ (ebd.) wertet. Die Aussage ,,jenes Hau […], das wie immer hell erleuchtet war“ (ebd.), verdeutlicht, dass das Fehlen von Gottfried Klausen keine Veränderung hervorgebracht hat, sondern alles ,,wie immer“ (ebd.) ist. Nach dieser Beschreibung der Umgebung wird räumliche Beschreibung sozusagen enger, da jetzt im Folgendem das Hausinnere beschrieben wird. Die Allwissenheit wird erneut deutlich durch die Aussage ,,Wer sich darin auskannte, der wusste, dass im oberen Stockwerk das Schlafzimmer, zwei kleinere Räume und ein Bad lagen, im Erdgeschoss die Küche, daneben das Wohnzimmer mit dem Kamin“ (Z. 267 ff.), da der Erzähler nicht nur die Umgebung detailliert kennt und beschreibt, sondern jetzt auch das innere des Hauses kennt und beschreibt und somit über alles einen Überblick hat. Durch diese Aussage ,,Wer sich darin auskannte“ (ebd.) wird auf Gottfried Klausen angedeutet, auch wenn dieser nicht konkret genannt wird. Die Andeutung führt der Erzähler weiter und dabei deutet die Aussage ,,Hin und wieder hört man ein Frauenlachen, und wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z. 269 f.) darauf hin, dass Xenia, deren ,,Frauenlachen“ (ebd.) man hört, auch wenn man es nicht konkret genannt wird, dass es ihr Lachen ist, sich in einer bedrohlichen und gefährlichen Situation befindet, da diese ,,sich nicht allzu sicher fühlen“ (ebd.) sollte. Die Andeutung führt der Erzähler weiterhin fort und sagt, ,,das irgendwann, nicht am Tage, sondern nachts“ (Z. 270 f.), wobei die Nacht metaphorisch die Ausweglosigkeit und Bedrohlichkeit symbolisiert, jemand sich auf das Haus zu bewege und er ,,hier zu Hause“ (Z. 273) ist und somit das Recht hat ,,das zu tun, was er für nötig befand“ (Z. 272 f.). Dadurch wird eine bedrohliche Atmosphäre geschaffen und darauf angedeutet, dass Xenia sich in einer gefährlichen Situation befindet. Durch die Aussage, es habe ,,also alles Recht, das zu tun, was er für nötig fand“ (ebd.) rechtfertigt der Erzähler das Verhalten oder die folgende Tat von Klausen.

Im letzten Sinnabschnitt (vgl. Z. 274 – 275) wird dann ein Bezug zu dem Theaterstück von Shakespeare geschaffen, welches sich Gottfried in London angeguckt hat. Der Ausruf ,,‘Put out the light!‘“, welcher Gottfried ruft, stammt aus dem Theaterstück und somit wird ein direkter Bezug hergestellt. Schließlich führt der Autor seine Andeutung zu Ende und sagt, dass, als Gottfried das Haus betritt, ,,im Haus an der Dorotheenstraße die Lampen“ (Z. 275) erlöschen und das Haus in ,,völliger Dunkelheit“ (Z. 275) liegt. Dadurch wird deutlich, dass Gottfried seine Frau umgebracht hat, was einerseits aus dem Ausruf aus dem Theaterstück deutlich wird und andererseits metaphorisch durch das Erlöschen der Lampen zum Ausdruck gebracht wird. Während hingegen das ,,wie immer hell“ (ebd.) erleuchtete Haus für das Leben und die Freunde gestanden hat, symbolisiert die ,,völlige[.] Dunkelheit“ (ebd.) im Haus den Tod Xenias. Durch das beschriebene Detail ,,man hörte noch eine Tür klappen“ (Z. 274 f.) wird diese Situation glaubwürdig und dem Leser nahe gemacht und verdeutlich einerseits die Allwissenheit des Erzählers, der immer wieder Andeutungen macht, aber keine konkrete Geschehnisse nennt, deutlich, als auch die Tatsache, dass diese Andeutungen keine Gedankenexperimente des Erzählers sind, sondern sich das Ende so zu getragen hat.

Abschließend ist zu sagen, dass in diesem Textauszug der Erzähler das Ende der Novelle andeutet, also, dass Gottfried Xenia umbringt, indem er zunächst durch rhetorische Fragen deutlich macht, dass eine Konfrontation notwendig ist und dann durch Beschreibung der Umgebung und des Hauses bereits andeutet, dass Xenia in Gefahr ist und schließlich Bezug auf das Theaterstück von Shakespeare nimmt und dadurch dann der Mord hervorgebracht wird. Dazu werden Metaphern von Tag und Nacht bzw. Helligkeit und Dunkelheit verwendet, um diese Andeutungen zu untermauern.


Janina

Die Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, geschrieben von Hartmut Lange und veröffentlicht im Jahre 2013, thematisiert die Brüchigkeit einer Ehe, auf Grund eines Vertrauensbruches.

Der Journalist Gottfried Klausen wird aus beruflichen Gründen nach London versetzt und hofft, seine Frau Xenia werde ihm von ihrem gemeinsamen Haus in der Dorotheenstraße aus Berlin folgen. Aber sie tritt den gebuchten Flug nicht an und als Klausen Xenia erreicht meldet sich eine Männerstimme am anderen Ende der Leitung. Als der isländische Vulkan, Grimsvötn, ausbricht und verhindert, dass Klausen nach Berlin zurückfliegen kann, um dort mit seiner Frau die Situation zu klären, spielt seine Fantasie verrückt. Seine Gedanken kreisen auf Grund eines Besuchs in dem Theaterstück Othello von Shakespeare nur noch um den möglichen Ehebruch seiner Frau. Gottfried Klausen vernachlässigt seine Arbeit und lässt sich nach Schwierigkeiten mit seiner Redaktion nach Island versetzen.

Die vorliegende Textstelle (Z. 256-275) setzt mit einer Aneinanderreihung von rhetorischen Fragen ein, was Herr Klausen hätte tun sollen beziehungsweise hätte tun können. Die Antworten auf diese Fragen kann der Leser, jedoch nur beantworten, wenn er den vorherigen Kontext kennt. Somit sind es keine direkten rhetorischen Fragen. Die erste Frage „Und das Haus in der Dorotheenstraße?“ (Z. 256) ist ungenau formuliert, da nicht deutlich wird, wonach genau, im Bezug auf „das Haus in de Dorotheenstraße“ (ebd.) gefragt wird. Die zweite Frage ist länger und klärt die erste Frage auf. Der Erzähler ist auktorial, da er genau weiß, dass sich „Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung“ (Z. 256f.) mit dem Haus in Berlin „verbunden fühlte“ (Z. 257). In der darauffolgenden Frage äußert der personale Erzähler, ob Klausen „nicht allen Grund gehabt [hätte], statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?“ (Z. 257ff.). In dieser Frage wird deutlich, dass Klausen vor seinen Problemen davonläuft, indem er sich in noch mehr Arbeit flüchtet, anstatt nach Berlin zu fahren und seine Frau und dessen Affäre zur Rede zu stellen. Im Folgenden erwähnt der Erzähler ob es möglich sei, dass Gottfried Klausen in dem Haus in der Dorotheenstraße so hätte zurückkommen können, als wäre nichts passiert, „um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen?“ (Z. 262f.). Des Weiteren erfährt der Leser dass er über die Zukunft von Klausen und darüber „[was] letztendlich geschah“ (Z. 264) unwissend bleiben wird. Mit Hilfe des Personalpronomens „wir“ (Z. 264) wird der Leser mit in das Geschehen einbezogen und persönlich angesprochen. Dies animiert ihn, trotz der Aussage, dass man nicht mehr viel erfahren wird, weiterzulesen. Im Anschluss wird der Leser erneut angesprochen und es wird gesagt, was man als einziges weiß. Es folgt eine Ortsbeschreibung des Hauses in der Dorotheenstraße und dessen Umgebung. Der Leser erfährt somit nur Details von geringer Relevanz, zum Beispiel, „dass am Ufer des Teltowkanals, da es seit langem ungewöhnlich warm war, die Kastanien zu blühen begannen und dass man, wenn man auf der Nathanbrücke stand, Mühe hatte, durch die Kronen der Bäume hindurch jenes Haus zu erkennen, das immer hell erleuchtet war.“ (Z. 264ff.), wenn man den Gesamtkontext betrachtet. Jedoch wird an dieser Stelle bereits deutlich, dass Xenia in Gefahr ist und Klausen sie beobachtet. Mit „jenes Haus […], das immer hell erleuchtet war“ (Z. 266f.) ist das Haus von Klausen gemeint, in welchem bis vor einiger Zeit noch Harmonie und Freude zu verspüren war. Dass man „[hin] und wieder […] ein Frauenlachen“ (Z. 269) hörte, deutet auf Klausens Frau Xenia hin. Daraufhin folgt eine Vorausdeutung, was Klausen vielleicht eines Tages vorhat. Anstatt seinen Namen zu verwenden, benennt der Erzähler Klausen als „jemand“ (Z. 271) oder „Er“ (Z. 272). Ebenso erwähnt der Erzähler „wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen.“ (Z. 269f.). Dies ist eine Drohung Klausens gegenüber seiner Frau, die ihn mit einem anderen Mann betrogen und hintergangen hat. Für diese Tat will sich Klausen rechen und „irgendwann, nicht am Tage, sondern nachts“ (Z. 270f.) in das Haus in der Dorotheenstraße gehen, denn „[er] besaß einen Schlüssel, war hier zu Hause, hatte also das Recht, das zu tun, was er für nötig befand“ (Z. 272f.). Am Ende der Novelle wird mit dem Zitat ´Put out the light!´ (Z. 274) auf das Theaterstück Othello hingewiesen, welches sich Klausen bereits mehrfach angeschaut hat und in welchem Klausen bewusst wurde, was ihm wiederfahren ist und wie sehr er verletzt wurde. Nachdem Klausen in seinen Vorstellungen in das Haus „eingetreten war“ (Z. 274) rief er ´Put out the light!´ (ebd.), „man hörte noch eine Tür klappen“ (Z. 274f.) und „im Haus an der Dorotheenstraße [erloschen] die Lampen“ (Z. 275), was darauf hinweist, dass Klausen Xenia umbringt. Denn als er sich das letzte Mal Othello anschaute, lief er genau bei dem Ausruf ´Put out the light!´ (ebd.) hinaus und realisierte, dass dieser Satz ihm gezeigt hat, dass er etwas in seinem Leben verändern muss und lernen muss nicht alles mit sich machen zu lassen. Außerdem entschließt er sich nach diesem Satz zu dem Mord an seiner Frau. Der letzte Satz der Novelle ist eine Parataxe und dass „das Haus […] in völliger Dunkelheit [lag]“ (Z. 275) wirkt mysteriös und geheimnisvoll, so als hätte Klausen wirklich eine Gewalttat begangen.

Abschließend kann gesagt werden, dass der Erzähler, das mögliche Ende der Novelle andeutet, der Leser jedoch unwissend darüber bleibt, ob es sich tatsächlich so zugetragen hat. Durch die zunächst rhetorischen Fragen, stellt der Erzähler heraus, was Gottfried Klausen in seiner Situation hätte tuen sollen und dass er sich mit seinem Schicksal auseinandersetzen sollte. Im Bezug auf das Theaterstück wird der Mord vorausgedeutet und mit Hilfe von Metaphern unterstützt.

Luisa

Die Novelle ,,Das Haus der Dorotheenstraße”, welche von Hartmut Lange verfasst und im Jahre 2013 veröffentlicht wurde, thematisiert die Verdrängung der Realität.

Die zu analysierende Textpassage (Z.256 - 275) ist das Ende der Novelle. Dieses Ende stellt eine Vorausdeutung auf das Ende der Novelle dar. (Was meinst du damit?) Die Ehe des Ehepaars Klausen ist in die Brüche gegangen. Er arbeitet als Korrespondent für eine über-regionale Tageszeitung, weshalb er sehr oft für längere Zeiträume nicht zuhause lebt, sondern im Ausland. Seine Frau, die er seit seiner Schulzeit kennt, ist für diese Zeiträume oft alleine in dem Haus auf der Dorotheenstraße. Im vorliegenden Fall muss er, für einen längeren Zeitraum, nach London. Zu Beginn seines Aufenthaltes schaut er sich das Theaterstück ,,The Tragedy of Othello” von Shakespeare an. Das Theaterstück thematisiert einen Ehebruch der Ehefrau, welche nach dem Satz ,,put the light out” von ihrem Ehemann, den sie betrogen hat, umgebracht wird. Gottfried Klausen will , dass seine Frau zu ihm nach London zieht, dies will sie doch nicht und fliegt nicht, wie verabredet, nach London, um sie eine Wohnung anzuschauen. Nachdem er sie dann anruft geht eine Männerstimme an ihr Telefon, er legt schnell auf und redet sich ein, dass das Telefon ihn falsch verbunden hat. Als er nun zu seiner Frau nach Berlin fliegen will, bricht vorher ein Vulkan aus, was der Grund dafür war, dass der Flugverkehr in London stillstand. Auf seinem Heimweg ruft er seine Frau erneut an, um ihr mitzuteilen, dass er nicht nach Berlin kommen kann. Dieses Mal geht wieder eine Männerstimme ran, die ihn fragt, wer er ist und im Hintergrund erkennt Klausen das Lachen seiner Frau. Für ihn ist die Situation nun klar, er lässt sich nach Island versetzen, um von dem Vulkanausbruch zu berichten.

Der erste Sinnabschnitt (Z.256 -263) wird durch Fragen, die der auktoriale Erzähler stellt, eingeleitet. Die erste allgemeine Frage zum Geschehen, die der Erzähler sich stellt ist, ,,Und das Haus in der Dorotheenstraße?” (Z.256). Womit der Erzähler im Allgemeinen zum Ausdruck bringen möchte, dass es noch viele offene Frage gibt, die dem Leser nicht offenbart werden. Zudem wird auch die Verdrängung von Gottfried Klausen in den Fragen deutlich, da er der Situation anscheinend immer noch aus dem Weg geht und kein Gespräch mit seiner Frau sucht. (näher erläutern, wie du darauf kommst) Auf diese Frage folgen weitere Fragen wie ,,War das nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte? Und hätte er nicht allen Grund gehabt, statt nach Island mit dem nächsten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden? Und war es überhaupt möglich, dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seinen persönlichen Sachen zusammenzusuchen?” (Z. 256 ff.). Die detaillierte Beschreibung der Umgebung verdeutlicht die Verbundenheit Klausens mit seiner Heimat. Zudem untermauert die Beschreibung auch das Merkmal der Innensicht des auktorialen Erzähler, weil dieser weiß was Klausen dort gefühlt hat. Des Weiteren wird auch die Möglichkeit Klausens zurückzukehren deutlich, durch die Frage, ob ,,,er nicht allen Grund gehabt [hätte], statt nach Island mit dem nächsten Flugzeug nach Berlin zu fliegen” (Z. 257 f.). Diese Frage stellt eine gewisse Vorausdeutung dar, weil sie den Leser daran zweifeln lässt, dass Klausen einfach nur nach Island fliegt, da er das Recht hat nach Berlin zu fliegen, um ein endgültiges Gespräche mit seiner Frau zu führen. Auch der hypotaktische Satzbau in der Frage, ob ,,er nicht allen Grund gehabt [hätte], statt nach Island mit dem nächsten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?” (Z. 257 f.) untermauert Klausens Erinnerungen an sein vorheriges Leben. Die Verwendung des Konjunktiv, in der letzten Frage ,,hätte auftauchen können” (Z. 262), veranschaulicht, dass Klausen jeder Zeit vorbeikommen könnte, um ein faires Ende zu fordern.

Der zweite Sinnabschnitt (Z. 264 - 273) besteht aus der genauen Beschreibung der Raumaufteilung das Haus, dass eins mal das Zuhause von Gottfried Klausen war. (Ist es immer noch) Der auktoriale Erzähler wird auch im zweiten Sinnabschnitt, durch die Verwendung des Personalpronomens ,,Wir” (Z. 264) deutlich, womit er den Leser anspricht.


Kommentar von Carina

Du hast bis jetzt viele Analyseaspekte richtig erkannt und erklärt z.B.die Vorausdeutung, dass er einfach nur nach Island fliegt.

Jedoch solltest du deinen Themasatz genauer formulieren. In deiner Inhaltsangabe solltest du verbessern, dass Klausen darauf hofft, dass Xenia ihm folgt nicht, dass er es von ihr verlangt. Des Weiteren solltest du näher auf die Funktion eingehen, die der Textauszug darstellt. Weitere Anmerkungen findest du fett markiert in deiner Analyse. Das Feedback setze ich bei deiner Vollendung der Analyse fort.

Lara

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Auszug aus der Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, welche von Hartmut Lange verfasst und 2013 als Titelgeschichte eines gleichnamigen Sammelbandes erschien. Thematisiert werden eine gescheiterte Ehe und deren Folgen in Bezug auf die Hauptfigur Klausen.

Inhaltlich geht es in dieser Novelle um den Journalisten Gottfried Klausen, der aufgrund seiner gewissenhaften Arbeitsweise nach London versetzt wird. Klausen fühlt sich in der englischen Metropole jedoch sehr einsam und leidet stark unter der räumlichen Trennung von Xenia, mit der er nur telefonisch Kontakt hat, da sie vorerst in der gemeinsamen Villa in der Dorotheenstraße bleiben wollte. Nach mehrfachen wiederholten Anrufen, erklingt nun eine Männerstimme an der Leitung. Daraufhin möchte Klausen nach Berlin reisen, um mit seiner Frau Xenia über das Ereignis zu sprechen. Zuvor besuchte er nämlich ein Theaterstück von Shakespeare, in welchem ein Ehemann seine Frau, aufgrund ihrer heimlichen Affäre, umbringt. Der gebuchte Flug nach Berlin wird jedoch durch die Aschewolke des ausgebrochenen Vulkans in Island verhindert. Folgend vernachlässigt er seine zuvor sehr organisierte Arbeitsweise und reist nach Island, um den Grimsvötn, der seinen Flug lahmgelegt hatte, in den Blick zu nehmen. Damit bricht die Erzählung ab und stellt somit ein offenes Ende dar.

Der Textauszug leitet mit einer Aneinanderreihung von mehreren rhetorischen Fragen ein, wobei die erste Frage „Und das Haus in der Dorotheenstraße?“ (Z. 256) lautet. Dabei wird schon zu Beginn dieses Textausschnittes deutlich, dass es sich bei dieser Novelle um einen auktorialen Erzähler handelt. Mit dieser Frage wird der Titel der Novelle noch einmal widergespiegelt und der gemeinsame Wohnsitz, also die Heimat des Ehepaares, aufgegriffen. Mit der darauf folgenden Frage „War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte?“ (Z. 256f.), spricht der Autor die Leser direkt an und regt sie somit zum Nachdenken an. Mit dem Nomen „Zuneigung“ (ebd.) wird besonders deutlich, dass Klausen mit diesem Wohnsitz ein Gefühl von Liebe und Sympathie verbindet. Außerdem wird damit die glückliche Zeit mit Xenia hervorgehoben, die mit der Anmerkung „über Jahre hinweg“ (ebd.) für lange Zeit stattgefunden hat. Antithetisch dazu wird in der nächsten Frage Island angeführt. Er stellt die Frage auf, ob „er nicht allen Grund gehabt [haben muss], statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?“ (Z. 256ff.). Hierbei wird besonders noch einmal die Verbundenheit Klausens zu seiner Heimat deutlich, in dem diese sehr genau und präzise beschrieben wird. Island hingegen drückt aufgrund des Vulkanausbruches ein eher erschütterndes und fremdes Bild dar. Die nächste und letzte rhetorische Frage „Und war es überhaupt möglich, dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen?“ (Z. 261ff.) drückt eine gewisse Ironie aus.

Lorena

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Auszug aus der Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, verfasst von Hartmut Lange und veröffentlicht im Jahr 2013. Thematisiert wird die existenzielle Krise eines Individuums nach dem Verfall seiner Ehe.

Die Textstelle bildet den Schluss der Handlung. Xenia und Gottfried Klausen kennen sich schon seit der gemeinsamen Schulzeit und blicken als Paar auf eine lange Vergangenheit zurück. Sie besitzen ein Haus in der Dorotheenstraße am Teltowkanal in Berlin. Klausen ist als Auslandskorrespondent tätig und wird im Laufe der Handlung nach London versetzt. Eigentlich war geplant, dass Xenia ihm nach einiger Zeit folgen sollte, doch sie trifft nie in London ein. Stattdessen wird darauf hingedeutet, dass sie in Berlin zusammen mit ihrer Affäre im Haus in der Dorotheenstraße geblieben ist. Klausen versucht, nachdem er Ungewissheit nicht mehr aushält, selbst nach Berlin zu fliegen, allerdings wird er durch einen Vulkanausbruch daran gehindert. Er bittet daraufhin um seine Versetzung nach Island. Wie die Geschichte der beiden endet bleibt offen.

Der zu analysierende Textauszug setzt mit einer Reihe von unbeantworteten Fragen ein. Zunächst wird lediglich nach dem Haus in der Dorotheenstraße gefragt (vgl. Z. 256). Das Haus, welches eine Metapher für die Ehe oder eher die gemeinsame Vergangenheit des Paares ist, steht nach wie vor in der Dorotheenstraße, aber über den Verbleib der Ehe gibt die Handlung keine Auskunft. Danach wird die Frage gestellt, ob dies nicht der Ort sei, „dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte?“ (Z. 256 f.). Klausen hat jahrelang gemeinsam mit Xenia in dieser Umgebung gewohnt und sie als seine Heimat betrachtet. Allerdings scheint die Ehe mit Xenia nun gescheitert zu sein und was mit dem Haus in der Dorotheenstraße geschehen wird, bleibt bislang unbeantwortet. Eine weitere Frage ist, ob Klausen „nicht allen Grund gehabt [hätte], statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?“ (Z. 258 ff.). Das Haus in der Dorotheenstraße ist Klausens Heimat, mit der er zahlreiche Erinnerungen und Gewohnheiten, wie beispielsweise die eben erwähnte Buslinie, verbindet und die sicherlich in irgendeiner Form von Bedeutung für ihn sind. Auf die Frage, wieso er nicht zurückkehrt, wird ebenso keine Antwort gegeben. Stattdessen wird weiter hinterfragt ob es ihm überhaupt möglich ist „so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammensuchen?“ (Z. 261 f.). In dieser Textpassage fällt besonders die Verbkonstellation „auftauchen können“ (ebd.) auf, die im Konjunktiv II geschrieben ist. Der Konjunktiv unterstreicht die Tatsache, dass es Klausen durchaus möglich ist nach Hause zurückzukehren, er es aber nicht tut, da er mit der Realität in Bezug auf seine gescheiterte Ehe nicht wahrhaben will.

Im Folgenden beginnt ein neuer Sinnabschnitt der unmittelbar an die zuvor gestellten Fragen anknüpft. Dieser wird eingeleitet mit der Aussage „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z. 264). Durch das Personalpronomen „wir“ (ebd.) bezieht der auktoriale Erzähler die Leser mit ein und hält die epische Distanz zur Handlung gering. Ebenso ist dies ein charakteristisches Merkmal einer Novelle, da der Leser sich am Ende der Handlung selbst ein Urteil bilden muss. Der Umstand, dass genannt wird „wir wissen es nicht“ (ebd.) gibt Aufschluss darüber, dass das Ende offen ist und selbst er als allwissende Instanz nicht wiedergeben kann, wie die Handlung fortfährt. Jedoch gibt der auktoriale Erzähler im weiteren Verlauf an wie sich die Umgebung in der Dorotheenstraße verändert. Diese Veränderung generell kann bereits als Hinweis auf das weitere Leben der Charaktere verstanden werden. Unter anderem wird erwähnt, „dass am Ufer des Teltowkanals […] die Kastanien zu blühen begannen“ (Z. 256 f.) und, dass durch die Kronen der Bäume die Villa, „die wie immer hell erleuchtet war“ (Z. 267) kaum zu sehen ist (vgl. Z. 267). Die Kastanien, die neuerdings wieder anfangen zu Blühen können für eine neue Liebe Xenias stehen. ( in meinen Augen zu weit hergeholt, könnte eher für Hoffnung stehen) Auch die Tatsache, dass die Villa erleuchtet ist wie immer, deutet daraufhin, dass sich im Haus äußerlich nicht viel verändert hat, was jedoch das Innenleben angeht, bliebt unbenannt. Bestätigt wird dies durch die Beschreibung der Raumverteilung, die sich seit Klausens Auszug nicht verändert zu haben scheint (vgl. Z. 267 ff.) und die Tatsache, dass erwähnt wird „[h]in und wieder hörte man ein Frauenlachen“ (Z. 269). (auf das Zitat näher eingehen) Weiterhin heißt es jedoch „und wer da lachte, der solle sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z. 269 f.). Dies ist zumindest eine Andeutung auf das Ende der Handlung. Diese Andeutung wird weiter ausgeführt mit der Beschreibung: „Denn es war durchaus denkbar, dass irgendwann, nicht am Tage, sondern nachts, doch noch ein Auto vorfuhr und dass sich jemand auf den Eingang zubewegte“ (Z. 270 ff.). Xenia soll demnach nicht davon ausgehen, dass Klausen vorerst nicht wieder zurückkehrt, sondern jeder Zeit damit rechnen, dass er wieder im gemeinsamen Haus eintrifft. Der auktoriale Erzähler bemerkte ebenfalls, dass Klausen einen Schlüssel besitzt und das Recht hatte „das zu tun, was er für nötig befand“ (Z. 272 f.). Die Textstelle endet mit einem Hinweis auf die Tragödie Othello geschrieben von William Shakespeare. Die Tragödie handelt vom dunkelhäutigen Feldherr Othello, der aus wahnhafter Eifersucht seine Ehefrau Desdemona und anschließend sich selbst tötet, da sein Konkurrent Jago ihn glauben macht Desdemona hätte ihn betrogen. Eine bekannte Aussage ist der Ausruf „Put out the light!“, welchen Othello von sich gibt bevor er seine Frau ermordet. Dieser Ausruf wird ebenfalls in der Novelle verwendet. Der letzte Abschnitt setzt mit dem Ausruf, ergänzt durch die Angabe des auktorialen Erzählers „rief er, und wenig später […] erloschen im Haus an der Dorotheenstraße die Lampen“ (Z. 274 f.). Der auktoriale Erzähler gibt weder eindeutig an, dass es wirklich Klausen ist, der ins Haus eintritt, noch dass er Xenia tötet. Die Handlung schließt mit der Angabe „Das Haus lag in völliger Dunkelheit“ (Z. 275), was durchaus darauf hindeuten könnte, dass sich das Ende der Tragödie Othello in der Geschichte Klausens und Xenias wiederfindet. Allerdings wird dies der Fantasie des Lesers überlassen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass durch die unbeantworteten Fragen, die Andeutung auf Othello, die scheinbare Unwissenheit des auktorialen Erzählers, die Veränderung der Umgebung und das offene Ende zum Schluss der Novelle, die Fantasie des Lesers anregen sollen, damit sich dieser das Ende der Geschichte selbst zu seiner Zufriedenstellung ausmalen kann.

Kommentar Alina

Gelungen: - Themasatz - viele gute Analyseaspekte mit guter Erläuterung


Nicht gelungen:

- In der Inhaltsangae fehlt der Bezug zum Theaterstück - erster Sinnabschnitt: Bezug auf den auktorialen Erzähler, Rethorik der Fragen - Beschreibungdes Theaterstücks Othello zu viel

Alina

Die Novelle „Das Haus aus der Dorotheenstraße“, welche von Helmut Lange verfasst wurde und 2013 veröffentlicht wurde, thematisiert den Zerfall einer Ehe durch Missbrauch eines unglücklichen Individuums.

In der Novelle handelt es sich um ein Ehepaar, namens Klausen. Sie wohnen zusammen in Kohlhasenbrück, in der Dorotheenstraße, in Berlin. Der Protagonist Gottfried Klausen ist Korrespondent einer über-regionalen Zeitung und wird aufgrund seiner Arbeit nach London versetzt. Er hofft, dass seine Frau Xenia Klausen ihm nach Berlin folgt, aber sie tritt den gebuchten Flug nicht an. Telefonate funktionieren auch nicht, da er seine Frau nie erreicht, bis er bei einem Telefonat Männerstimmen am Telefon hört. Gottfried bemerkt, dass mit seiner Frau etwas nicht stimmt und beschließt zurück nach Berlin zu fliegen, um mit ihr über ihre Ehe zu reden. Ein Vulkanausbruch in Island verhindert Gottfried zurück nach Deutschland zu fliegen, da sich eine große Aschewolke über den Himmel gelegt hat. Um seiner Aufregung entgegenzukommen, besucht er ein Theaterstück von Shakespeares Eifersuchtsdrama ‚Othello‘, welches dazu führt, dass seine Gedanken noch verrückter als schon zuvor spielen. Klausen vernachlässigt seine Arbeit immer mehr und lässt sich mit seiner Redaktion nach Island versetzen. Das Novellenende, wovon der zu analysierende Textauszug handelt, knüpft nochmal an das Theaterstück an, indem der Tod Xenias vorausgedeutet wird.

Der zu analysierende Textausschnitt (Z. 257- 275), welcher das Ende der Novelle darstellt, beginnt einleitend mit der Frage „Und das Haus aus der Dorotheenstraße?“ (Z. 257). Diese Frage, welche auch als rhetorische Frage angesehen werden kann, verweist auf den auktorialen Erzähler hin, da er eine Vorausdeutung zum Ende der Novelle macht, indem er sich auf die alte Heimat bezieht und somit dem Leser auf das Ende aufmerksam macht. Zudem folgen weitere rhetorisch ähnliche Fragen, welche auf den auktorialen Erzähler hindeuten, aufgrund der Rückblicke nach Berlin „ War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte?“ (Z. 257f.). In dieser Frage wird durch den auktorialen Erzähler der Kontrast zwischen Gottfrieds neuem Leben in London und dem alten Leben in Berlin deutlich, da dieses zuvor glücklich und unbeschwert war. „Und hätte er nicht allen Grund gehabt, statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?“ (Z. 258ff.). In dieser Frage wird Gottfrieds Charakter, welcher sich im Laufe der Novelle erkenntlich macht, widergespiegelt. Besonders durch das Adjektiv „nächstbesten“ (ebd.) wird seine Einstellung zur Ehe deutlich, da er sich dafür entscheidet nach Island zu fliegen, um sich den Vulkanausbruch anzuschauen, um einen Bericht für die Zeitung zu schreiben, anstatt zu seiner Frau nach „Kohlhasenbrück“ (ebd.) zurückzufliegen, um seine Ehe zu retten. Auffällig ist hier der hypotaktische Satzbau, welcher zur detailtreuen Erläuterung verhilft. Die darauffolgende Frage „ Und war es überhaupt möglich, dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt haben, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen?“ (Z. 260ff.), ist eine sehr detaillierte Frage, welche wieder aus der Sicht des auktorialen Erzählers erzählt wird. Hierbei identifiziert sich der Erzähler sehr stark in Gottfried und versucht den Leser auf einen Lösungsweg zu verleiten, indem er in Frage stellt, wie Klausen sich am besten verhielt, wenn er schon die Ehe zu Bruche gehen lässt. Das Adverb „wenigstens“ (ebd.) betont dabei die Meinung des Erzählers. Mit den klaren Aussagen des Erzählers, verleitet er die Leser dazu, alle Situationen zu bewerten. Jedoch wird nie eindeutig klar, wie es letztendlich gewesen ist. Und dieser Gedanke „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z. 264) hebt hervor, dass alle Vorausdeutungen nicht der Wahrheit entsprechen müssen. Auch hier wird der auktoriale Erzähler deutlich und durch das Personalpronomen „wir“ (ebd.) sind sogar mehrere Erzähler vorhanden, die das Geschehen überblicken. Es folgt eine detailreiche Erläuterung der Heimat Kohlhasenbrück, was auf seine Allwissenheit schließen lässt, als wisse er mehr über das Geschehen, als überhaupt beschrieben wird. (vgl. Z. 264ff.). In dieser detailreichen Erläuterung ist eine deutliche Veränderung erkennbar, denn zu Beginn der Novelle wird die Umgebung des Hauses sehr dunkel, eingeengt und voller Sorgen beschrieben. Im Gegensatz dazu wird die Umgebung jetzt sehr offen, „hell erleuchtet“ (Z. 267) und harmonisch beschrieben. Die darauffolgende Textpassage „Hin und wieder hörte man ein Frauenlachen, und wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z. 269f.). Das „Frauenlachen“ (ebd.) deutet auf das Lachen von Xenia hin, da diese die Besitzerin des Hauses Klausen ist. Die Aussage „ und wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (ebd.) ist eine Vorausdeutung auf die folgende Gefahr, welche sich in der darauffolgenden Aussage „ Denn es war durchaus denkbar, dass irgendwann, nicht am Tage, sondern nachts, doch noch ein Auto vorfuhr und dass sich jemand auf den Eingang zubewegte“ (Z. 270f.) bestätigt. Die Aussage „denn es war durchaus denkbar, dass irgendwann am Tage […] doch noch ein Auto vorfuhr“ (ebd.) stellt die glückliche Zeit der Ehe dar und zeigt Hoffnung auf eine Rettung der Ehe, wohingegen die Nacht antithetisch den Zerfall der Ehe darstellt. Das Recht, dass Gottfried Klausen Tun kann, was er möchte, wird darin deutlich, denn „Er besaß einen Schlüssel, war hier zu Hause, hatte also das Recht, das zu tun, was er für nötig befand“ (Z. 272f.). Die Aussage „ was er für nötig befand“ (ebd.) wird in der darauffolgenden Textpassage entlüftet, denn er rief „‚ Put out the light!‘“ (Z. 274). Dieser Ausruf weist auf das Theaterstück von Shakespeare hin, da dies von einem Schauspieler bzw. Ehemann gerufen wird, bevor er seine Frau ermordet. Und diese Szene lässt sich auf die Situation zwischen Gottfried und Xenia widerspiegeln, was durch die Aussagen „hörte man noch eine Tür klappen " (Z. 274f.), " Das Haus lag in völliger Dunkelheit“ (Z. 275) bestätigt wird und somit den Tod Xenias darstellt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Textstelle anhand der rhetorisch ähnlichen Fragen welche vom auktorialen Erzähler gestellt werden, den Tod von Xenia in Frage stellen. Jedoch durch die detailreichen Erläuterungen , der Beschreibung des Hauses und der Rückblick auf Shakespeares Theaterstück, den Tod von Xenia bestätigt. Die Andeutungen werden zudem durch Antithesen und hypotaktischen Satzbau unterstützt.



Nina K.

Der vorliegende Textausschnitt aus Harmut Langes Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, veröffentlicht im Jahr 2013, thematisiert das Ende einer Ehe.

Der Textauszug (Z.256-275) behandelt das Ende der Novelle. Der Protagonist Gottfried Klausen lebt zusammen mit seiner Frau Xenia in einem abseitsliegenden Teil von Berlin, in einem Haus in der Dorotheenstraße. Er ist Journalist und wird eines Tages nach London versetzt. Da seine Frau nicht mitkommen möchte, fliegt er allein. Er ruft sie die Zeit über mehrmals an, sie geht jedoch kaum ans Telefon, bis sich eines Tages am anderen Ende der Leitung eine Männerstimme meldet. Klausen besuchte zuvor das Theaterstück „Othello“, sodass er beginnt sich Sorgen um seine Ehe zu machen. Als er versucht zurückzufliegen, um seine Ehe zu retten, wird er von einer Aschewolke eines isländischen Vulkans aufgehalten. Er vernachlässigt seine Arbeit und lässt sich nach Island versetzen. Am Ende der Novelle werden Andeutungen auf eine Gewalttat von Klausen gegenüber seiner Frau gemacht.

Der vorliegende Textauszug beginnt mit mehreren Fragen, wie beispielsweise „Und das Haus in der Dorotheenstraße?“ (Z.256) die nicht nur auf den Titel der Novelle hinweisen, sondern auch auf den Anfang der Novelle. Der Anfang der Novelle besteht nämlich mit Beschreibungen rund um den Wohnort von Gottfried Klausen und seiner Frau Xenia. Bei näherer Betrachtung fiel auf, dass diese detaillierten Beschreibungen der Gegend, des Hauses und der Umgebung, metaphorisch für die Ehe beziehungsweise für das Leben von Gottfried Klausen steht. Dies verdeutlicht, dass die Handlung mit dem Haus beginnt und dass sie mit dem Haus endet was wiederum seine immense Bedeutung zeigt. Das Haus steht außerdem für die Heimat Klausens, was auch im Satz „War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte?“ (Z.256f.) deutlich wird. Zudem verdeutlicht dies, wie sich Klausen in der Ehe mit Xenia gefühlt hat. Die Interpunktionen deuten jedoch daraufhin, dass Klausen dies nun in Frage stellt und dass er weiß, dass die Ehe, in der er sich immer wohlgefühlt hat und dass das Haus, das für ihn immer eine Heimat war und dass er mit seiner Ehe verbunden hat, nach dem möglichen Betrug seiner Frau nicht mehr dasselbe sein wird.

Im nächsten Satz stellt Klausen seine Entscheidung nach Island, und nicht nach Berlin zu fliegen, in Frage, was an der Interpunktion „?“ (Z.260) festzumachen ist. Die Frage „Und hätte er nicht allen Grund gehabt, statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden?“ (Z.257ff.) erinnert abermals an den Anfang, indem sowohl Kohlhasenbrück als auch der Bus mit der Nummer 118 beschrieben werden. Dies verdeutlicht Klausens Wunsch die Zeit zurück zu drehen und sich anders zu entscheiden. Zudem deutet dies an, dass er seine Ehe gerne erhalten hätte. Im Kontrast dazu steht jedoch die offen stehende Frage, warum er nicht zurückgeflogen ist, sobald er die Möglichkeit dazu hatte, obwohl er „allen Grund gehabt [hätte]“ (Z.257). Untermalt wird dies auch hier durch die Interpunktion „?“ (Z.260) und die Benutzung des Konjunktiv II, erkennbar am Beispiel „hätte“ (Z.257). Die Metapher des Buses der versucht zu wenden, steht für Klausens verpasste Chance seine Ehe zu retten. Die letzte Frage „Und war es überhaupt möglich, dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nicht geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen?“ (Z.260ff.), zeigt Klausens Gedanken, ob, wenn man die Zeit zurückdrehen konnte, das Scheitern seiner Ehe unvermeidbar gewesen wäre, oder ob sie friedlich und ohne Affären hätten auseinander gehen können. In diesem Abschnitt (Z.256-254) lassen sich Spuren des auktorialen Erzählens finden. Da sich die Fragen, wie bereits herausgestellt, mit Klausens Gedanken rund um seine Ehe beschäftigen, also die Innensicht von Klausen offenbaren, lässt sich feststellen dass es sich bei diesen Textauszug um einen allwissenden, also auktorialen Erzähler handelt. Erkennbar ist dies auch am nächsten Abschnitt (Z.264-275) und dem Satz „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z.264). Das Pronomen „wir“ (ebd.) deutet an, dass es den Erzähler und den Leser miteinbezieht und dass der Erzähler Teil des Geschehens ist und dieses kommentiert. Der Satzteil „wir wissen es nicht“ (ebd.) deutet darüber hinaus auf das offene Ende der Novelle hin. Es folgt wieder eine Beschreibung der Umgebung wie am Novellenanfang, die für Klausens Leben beziehungsweise seine Gewohnheit hindeutete. Die Beschreibung „da es seit langem ungewöhnlich warm war“ (Z.265f.) deutet auf die Situation von Klausens Leben am Novellenende hin, die im Kontrast zum Anfang steht. Die Metapher „Mühe [zu haben] durch die Kronen der Bäume hindurch jenes Haus zu erkennen“ (Z.266f.) ist eine Andeutung auf ein bevorstehendes Ende, da etwas, dass zugewachsen ist nicht mehr erkennbar ist oder vollendet ist. Gemeint ist hierbei die Ehe von Xenia und Gottfried. Das Haus, „das wie immer hell erleuchtet war“ (Z.267), hält die Vorstellung, dass alles in Ordnung ist aufrecht. Der Satzteil „Wer sich darin auskannte“ (Z.267), deutet indirekt an, dass es sich hierbei um Klausen handelt, da er derjenige ist der im Haus der Dorotheenstraße mehrere Jahre gewohnt hat. Im nächsten Teil des Satzes werden die Räume des Hauses und ihre Reihenfolge angesprochen, die den vorherigen Teil des Satzes unterstützen und abermals andeuten, dass es hierbei um Klausen handelt. Der Satz „Hin und wieder hörte man ein Frauenlachen, und wer das lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z.269f.) deutet nicht nur an, dass es sich bei der lachenden Frau im Haus um Xenia handelt, da sie diejenige war die in Berlin zurückblieb, sondern macht auch die erste Vorausdeutung auf eine böse Wendung. Unterstützt wird dies durch den Kontrast zwischen dem „Frauenlachen“ (ebd.), dass etwas Fröhliches akzentuiert, und dem Satzteil „sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (ebd.), das etwas Böses andeutet. Untermalt wird dies ebenfalls durch den darauffolgenden Satz „Denn es war durchaus denkbar, dass irgendwann, nicht am Tage, sondern nachts, doch noch ein Auto vorfuhr und dass sich jemand auf den Eingang zubewegte“ (Z.270ff.), der abermals Andeutungen macht, dass Xenia etwas zustoßen könnte. Das offenhalten dieser Option wird durch den Konjunktiv II unterstützt und kreiert zusammen mit dem Offenhalten des genauen Zeitpunktes eine düstere Atmosphäre die ahnen lässt, dass etwas passieren wird. Diese Offenheit lässt sich auf die Ehe von Xenia und Gottfried anwenden, da sie in ihrer Ehe nie viel miteinandergesprochen haben und da nun am Ende davon noch viele Fragen offenstehen, und Antworten fehlen.

Die Tatsache, dass er „einen Schlüssel [besaß], […] hier zu Hause [war]“ (Z.272) ist abermals eine Andeutung darauf, dass es sich um Gottfried Klausen handelt, der „also alles Recht [hatte], das zu tun, was er für nötig befand […]“ (Z.272f.). Dieser Satz deutet auf einen Gedankengang von Klausen hin, der sich etwas einzureden versucht und der etwas vorhat, dass gegen „alles Recht“ (ebd.) verstößt. Mit dem Satz „‘Put out the light!‘, rief er“ (Z.274) lässt sich eine Parallele zu dem Theaterstück ‚Othello‘ ziehen, dass Klausen sich zu einem früheren Zeitpunkt der Novelle angeschaut hat. Es handelt sich hierbei um eine Tragödie, in der der Protagonist Orthello von seiner Geliebten betrogen wird, und die er am Ende deswegen tötet. Dass diese Novelle dasselbe Ende findet, lassen die Sätze „man hörte noch eine Tür klappen, [und] es erloschen im Haus an der Dorotheenstraße die Lampen. Das Haus lag in völliger Dunkelheit“ (Z.274f.) vermuten, da Dunkelheit für das Böse steht.

Darüber hinaus lässt sich in diesem Textausschnitt ein hypotaktischer Satzbau feststellen, wie an „Wir wissen nur, dass am Ufer des Teltowkanals, da es seit langem ungewöhnlich warm war, die Kastanien zu blühen begannen und dass man, wenn man auf der Nathanbrücke stand, Mühe hatte, durch die Kronen der Bäume hindurch jenes Haus zu erkennen, das wie immer hell erleuchtet war“ (Z.264ff.) erkennbar, der abermals auf den detailliert beschriebenen Anfang hindeutet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in diesem Textauszug viele offen stehende Frage wiederzufinden sind, die für Klausens Gedanken und seinen Wunsch die Zeit zurückzudrehen, um seine Ehe zu retten stehen. Außerdem fragt er sich ob dies etwas genützt hätte, und ob das Scheitern der Ehe unvermeidbar war. Zusätzlich erinnert das Ende der Novelle an die anfänglichen Beschreibungen der Umgebung und des Hauses an den Anfang der Novelle, die in diesem Fall symbolisch für das Ende der Ehe stehen. Zudem werden sehr viele Andeutungen gemacht, dass Klausen seine ehemalige Frau umbringt, was anhand von Kontrasten und Parallelen zum Theaterstück Othello festzumachen ist. Jedoch wird offen gelassen ob dies wirklich geschieht, was die durchgehende Verwendung des Konjunktiv II akzentuiert. Er verdeutlicht ebenfalls die offengebliebenen Fragen Klausens sowie seinen Schmerz, dass seine Frau ihn betrogen hat und das seine Ehe mit ihr nun zu Ende ist. Außerdem handelt es sich hierbei um einen auktorialen Erzähler und einen hypotaktischen Satzbau.


Christine

Der vorliegende Textauszug aus der Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, geschrieben von Hartmus Lange und veröffentlicht 2013, thematisiert Vertrauensbruch und das Ende einer Ehe.

Der Text handelt von dem Ende der Ehe zwischen Gottfried und Xenia, stellt jedoch ein offenes Ende dar. Zuvor wird der Korrespondent Gottfried Klausen von Berlin, seinem Wohnort, nach London versetzt. Seine Frau Xenia bleibt zunächst in dem gemeinsamen Haus in der Dorotheenstraße und will Klausen, sobald er eine Wohnung gefunden hat, nach London folgen. Seine Frau tritt den gebuchten Flug aber nicht an. Klausen versucht seine Frau mehrmals anzurufen, jedoch meldet sie sich nicht, sondern eine unbekannte Männerstimme. In London besucht Klausen ein Theater und guckt sich das Stück „The Tragedy of Othello an“, in dem ein Mann seine Frau, die ihm fremdgegangen ist, ermordet. Ein Vulkanausbruch verhindert, dass Klausen zurück nach Berlin fliegen kann und zum wiederholten Male versucht er seine Frau anzurufen und es geht nur eine Männerstimme ran. Klausen geht das Theaterstück nicht mehr aus dem Kopf und er fängt an seine Arbeit zu vernachlässigen. Um dem ein Ende zu setzen, beschließt Klausen, anstatt nach Berlin, nach Island zu fliegen.


Der erste Sinnabschnitt (Z. 256- 263) beinhaltet eine Auflistung von rhetorischen Fragen. Die ersten zwei Fragen (vgl. Z. 257f.) weisen auf Klausens Verbundenheit mit seiner Heimat hin. Die Dorotheenstraße zu der sich Klausen „mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte“ (Z. 258) steht im Kontrast zu seinem Aufenthalt in London, mit dem er sich nicht anfreunden konnte. In der nächsten Frage (vgl. Z. 258ff.) wird hinterfragt, warum Klausen dennoch statt nach Berlin zurückzufliegen, nach Island geflogen ist, aus dem Grund, dass er sich mit neuen Gegenden nicht gut anfreunden kann. Dadurch, dass in dieser Frage sein Heimatort „Berlin, genauer […] Kohlhasenbrück, […] jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden“ (Z. 259f.) detailliert beschrieben wird, verdeutlicht seine Verbundenheit zu diesem Ort. Die vierte Frage (vgl. Z. 260- 263) ob „Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, [...] wieder hätte auftauchen können“ (Z. 261f.), verdeutlicht, dass die Ehe zwischen ihm und seiner Frau zerbrochen ist und Klausen diesen Teil seines Lebens lieber hinter sich lassen möchte. Diese Fragen bleiben für den Leser zunächst offen.

Der zweiten Sinnabschnitt (Z. 264- 275) wird mit „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z. 264) eingeleitet. An dieser Stelle wird deutlich, dass es sich bei dem Erzähler um einen auktorialen Erzähler handelt, was man an dem Pronomen „wir“ (ebd.) festmachen kann. In diesem Sinnabschnitt gibt der Erzähler eine Antwortmöglichkeit auf die zuvor gestellten Fragen. Der folgende Satz, der mit „Wir wissen nur“ (Z. 264) eingeleitet wird und beschreibt, dass „am Ufer des Teltowkanals, da es seit langem ungewöhnlich warm war, die Kastanien zu blühen begannen“ (Z. 264f.) verdeutlicht wieder, dass es sich um einen auktoriale Erzählsituation handelt. Die Tatsache, dass „jenes Haus […] wie immer hell erleuchtet war“ (Z. 266f.), kann man so deuten, dass Xenia, die immer noch in dem Haus wohnt, im Gegensatz zu Klausen, glücklich ist. Dies wird dadurch bestätigt, da „hin und wieder […] ein Frauenlachen zu hören ist“ (Z. 269), was möglicherweise von Xenia kommen könnte. Dennoch wird beschrieben, dass „wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z.269f.). Der Erzähler führt die Möglichkeit an, dass Xenia für ihr rücksichtsloses Vergehen bezahlen wird. In den darauf folgenden Sätzen geht der Erzähler darauf ein, dass „es [...] durchaus denkbar [war], dass irgendwann, nicht am Tage, sondern nachts, doch noch ein Auto vorfuhr und dass sich jemand auf den Eingang zubewegte. Er besaß einen Schlüssel, war hier zu Hause, hatte also das Recht, das zu tun, was er für nötig befand“ (Z. 270- 273). Bei dieser Person handelt es sich dann um Klausen, der vielleicht doch nach Berlin zurückkehren wird um für das, was seine Frau getan hat, Rache zu nehmen. „Nachts“ (ebd.) steht metaphorisch für die Beziehung zwischen Klausen und Xenia und dass deren Ehe in die Brüche geht. Im letzten Absatz wird Bezug auf das von Klausen gesehene Theaterstück genommen (vgl. Z.274f.). Es wird beschrieben, dass „nachdem er eingetreten war […] [das] Haus […] in völliger Dunkelheit [lag]“ (Z. 274f.). Die Helligkeit, die zuvor in dem Haus herrschte (vgl. Z. 267) steht der Dunkelheit (ebd.) antithetisch gegenüber. Im Bezug zum Theaterstück würde dies bedeuten, dass Klausen seine Frau am Ende umbringen wird, jedoch bleibt dies offen.


Zusammenfassend kann man sagen, dass das Ende der Novelle offen bleibt und keine klare Antwort darauf gibt, was aus Klausen und Xenia wird. Man vermutet, dass Klausen seine Frau ermordet, da Andeutungen und auch der Bezug zu dem Theaterstück, welches Klausen nicht mehr aus dem Kopf ging, darauf hindeuten.


Nina H.

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Auszug der Novelle „Das Haus in der Dorotheenstraße“, welche von Hartmut Lange verfasst und im Jahre 2013 veröffentlicht wurde. Thematisiert wird das Zerbrechen einer Ehe.

Die Novelle handelt von einem Ehepaar, Gottfried und Xenia Klausen, die voneinander getrennt werden, da der Mann aufgrund seines Berufes nach London versetzt wird und Xenia vorerst in Berlin, im Haus in der Dorotheenstraße, zurückbleibt. Gottfried vermisst diese während seines Aufenthaltes in London. Aufgrund dessen soll sie nach London fliegen, erscheint dort jedoch nicht. Dadurch beunruhigt, ruft er sie an, aber es meldet sich nur eine Männerstimme, wodurch er verunsichert wird. Dies führt dazu, dass er nach Berlin reisen möchte. Aufgrund eines Vulkanausbruchs in Island, ist es ihm jedoch nicht möglich, nach Berlin zu fliegen. Anschließend besucht er ein Theaterstück Shakespeares, welches ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Dieses handelt von einem Mann, welcher seine Frau aufgrund ihrer Untreue ermordet. Gottfried, welcher demzufolge die Untreue Xenias vermutet, reist nicht nach Berlin zurück, sondern nach Island. Daraufhin setzt der vorliegende Textauszug (Z. 256 – 275) ein, welcher möglicherweise die Rückkehr Gottfried Klausens nach Berlin und den Tod Xenias durch diesen darstellt. Dieser Textauszug ist insofern relevant für die Handlung der Novelle, als dass dieser einige Parallelen zum Theaterstück Shakespeares aufweist, was vermuten lässt, dass die Novelle ebenfalls mit dem Mord der Ehefrau endet.

Der zu analysierende Textauszug setzt mit der ersten Frage des auktorialen Erzählers „Und das Haus in der Dorotheenstraße?“ (Z. 256) ein. Dabei bezieht er sich auf die Heimat Klausens, in welcher dieser stets ein Gefühl der Geborgenheit empfunden hat. Diese gute Zeit, auch mit seiner Ehefrau Xenia, steht im Kontrast zu der derzeitigen Situation des Ehepaares, da Klausen die Untreue Xenias vermutet und aufgrund dessen statt zu jener zurück zu kehren, nach Island reist. Diese Reflektion der Situation des Ehepaares wird auch in den darauf folgenden Fragen betont, in welchen der auktoriale Erzähler auf die Entscheidung Gottfried Klausens, nach Island zu fliegen, eingeht (vgl. Z. 256 ff.). Diese rhetorischen Fragen untermauern dabei besonders die Verbundenheit Klausens mit dem Haus in der Dorotheenstraße. Besonders die Aussage, Klausen habe sich mit diesem „über Jahre hinweg“ (Z. 256) verbunden gefühlt, deutet auf die lange andauernde Zeit hin, in welcher das Ehepaar gemeinsam eine glückliche Zeit durchlebt hat. Des Weiteren wird dadurch ein gewisser Kontrast zwischen seiner vertrauten Heimat in Berlin und der Fremde, die durch Island dargestellt wird, verdeutlicht. Die Tatsache, dass Gottfried Klausen dabei das „nächstbeste[.] Flugzeug“ (Z. 257) nutzt, um möglichst schnell nach Island zu gelangen und sich dadurch mehr und mehr von dem Haus in der Dorotheenstraße und somit auch von Xenia zu entfernen. Dies vermittelt in gewisser Weise, dass Gottfried vorerst aus der Situation flüchtet und einer Konfrontation mit dem Problem zwischen ihm und Xenia aus dem Weg geht. Anschließend folgt eine weitere rhetorische Frage des Erzählers, ob es nicht möglich gewesen sei zurückzukehren, „um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen“ (Z. 263). Dem fügt er die Aussage „als wäre nichts geschehen“ (Z. 262) hinzu. Diese Aussage steht im Konjunktiv 2, welcher etwas Unwahrscheinliches betont. Dadurch wird eine gewisse Ironie in der Aussage des Erzählers zum Ausdruck gebracht. Zudem wird dadurch vor Augen geführt, dass es dem Erzähler tatsächlich unmöglich erscheint, dass Gottfried zu Xenia zurück kehrt. Trotzdem scheint er eine Konfrontation als notwendig zu erachten.

Im Anschluss daran folgt eine Beschreibung des Hauses in der Dorotheenstraße. Dies steht in einer Beziehung zu dem Beginn der Novelle, da dort sowohl das Haus, als auch dessen Umgebung beschrieben werden. Dieser Abschnitt setzt mit der Aussage des Erzählers „Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht“ (Z. 264) ein. Dabei wird besonders das auktoriale erzählverhalten akzentuiert. Das dabei verwendete Personalpronomen „wir“ (ebd.) deutet möglicherweise auf mehrere Erzähler hin, kann jedoch auch so verstanden werden, dass der auktoriale Erzähler versucht den Leser mit einzubeziehen und somit eine geringe Distanz zwischen jenem und der Handlung herzustellen. Die darauf einsetzenden Beschreibungen der Umgebung beginnen mit der Aussage, dass „am Ufer des Teltowkanals, da es seit langem ungewöhnlich warm war, die Kastanien zu blühen begannen und dass man, wenn man auf der Nathanbrücke stand, Mühe hatte, durch die Kronen der Bäume hindurch jenes Haus zu erkennen, das wie immer hell erleuchtet war“ (Z. 264 ff.). Die Tatsache, dass das Haus, „wie immer hell erleuchtet war“ (ebd.) bringt zum Ausdruck, dass die Situation dort und besonders für Xenias Leben nicht stark verändert wurden, obwohl Gottfried nicht mehr da ist. Stattdessen scheint alles „wie immer“ (ebd.) zu sein. Außerdem wird an dieser Stelle die Allwissenheit des auktorialen Erzählers verdeutlicht, da dieser einen Überblick über die Situation hat und die Umgebung des Hauses in der Dorotheenstraße von oben herab beschreibt. Des Weiteren wird der auktoriale Erzähler aufgrund seiner Wertung „ungewöhnlich warm“ (ebd.) deutlich. Zudem ist an dieser Stelle der hypotaktische Satzbau auffällig, welcher eine detaillierte Beschreibung der Umgebung und Situation ermöglicht. Nach der Beschreibung der Umgebung des Hauses geht der Erzähler auf das Haus an sich ein, wodurch die Raumgestaltung von außen nach innen geht und somit enger wird. Dieser enger werdende Raum ist ebenfalls auf die Situation zu beziehen, da diese sich zuspitzt. Zudem wird dort erneut die Allwissenheit des auktorialen Erzählers deutlich, da dieser so wirkt, als würd er sich in dem Haus auskennen. Dies wird durch dessen Aussage „Wer sich darin auskannte, der wusste, dass im oberen Stockwerk das Schlafzimmer, zwei kleinere räume und ein Bad lagen, im Erdgeschoss die Küche, daneben das Wohnzimmer mit dem Kamin“ (Z. 267 ff.) hervorgehoben. Daraufhin erwähnt der Erzähler, man höre hin und wieder „ein frauenlachen, und wer da lachte, sollte sich nicht allzu sicher fühlen“ (Z. 269 f.). Diese Vorausdeutung bringt zum Ausdruck, dass der Erzähler auch einen Überblick über die Zukunft hat. Dabei deutet er auf Xenia hin, welche durch das „Frauenlachen“ (ebd.) beschrieben wird und sich durch Gottfried bedroht fühlen sollte. Dass Gottfried die Bedrohung für Xenia darstellt wird daraufhin erneut deutlich, wenn erwähnt wird, diese Person sei „hier zu Hause“ (z. 273) und habe darum ein Recht, „das zu tun, was er für nötig befand“ (z. 272 f.). Diese Aussage kann auch als gewisse Rechtfertigung des noch folgenden Handelns Gottfrieds verstanden werden.

Im darauf folgenden Abschnitt werden die Parallelen zum Theaterstück Shakespeares, welches Gottfried in London gesehen hat, aufgeführt. Dabei setzt dieser Abschnitt mit dem Ausruf „´Put out the light´“ (z. 274) ein. Dadurch wird ein Bezug zu dem Theaterstück hergestellt, da auch dort dieser Ausruf erwähnt wird. Somit stellt dieser eine Vorausdeutung auf das Ende der Novelle hin. Der Ausruf ist kursiv gedruckt und wird dadurch besonders stark vom restlichen Text hervorgehoben, was die Signifikanz dieses Ausrufes unterstützt. Anschließend erwähnt der Erzähler, dass das Haus in der Dorotheenstraße in „völliger Dunkelheit“ (Z. 275) liege. Dadurch wird metaphorisch auf den Tod Xenias hingewiesen, was ebenfalls eine Parallele zu dem Theaterstück darstellt. Diese „völlige[.] Dunkelheit“ (ebd.) symbolisiert somit, dass Gottfried Xenia, wie im Theaterstück aufgrund ihrer Untreue, umgebracht hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Textauszug das Ende der Novelle darstellt, welches gewisse Parallelen zu dem Theaterstück, wie den Mord der Ehefrau aufgrund von Untreue, aufweist. Zudem macht der Erzähler einige Vorausdeutungen und beschreibt die Umgebung des Hauses in der Dorotheenstraße. Dies wird durch Metaphern und rhetorische Fragen unterstützt.

Feedback von Diana: Meiner Meinung nach sind viele Aspekte deiner Analyse richtig und du hast auch einige Stellen gut erläutert, wie beispielsweise in deinem 4. Abschnitt, in dem du auf den enger werdenden Raum verweist und auf die Allwissenheit des Erzählers. Auffällig ist nur, dass du einige Textstellen missverstanden hast (diese habe ich dir fett markiert). In deinem 3.Abschnitt sagst du, dass Klausen das erste Flugzeug nach Island nimmt, um zu flüchten, jedoch sagt der Erzähler in der Frage, dass Gottfried Klausen das erstbeste Flugzeug nach Berlin hätte nehmen sollen. Wenn du darauf eingehst, dass der Erzähler das Personalpronomen ,,wir" verwendet und eventuell somit auch den Leser mit einbezieht, ist es aber falsch, dass der Leser deshalb näher an der Handlung ist, da der auktoriale Erzähler immer eine Distanz zur Handlung verursacht. Was du auch noch ergänzen müsstest, ist, dass durch das ,,wer sich darin auskannte" deutlich wird, dass Gottfried Klausen damit gemeint ist. Generell solltest du auf einige Textstellen, wie der Aussage ,,'Put out the light'", näher eingehen und die bedrohte und gefährliche Situation für Xenia mehr rausstellen.

Jan

Bei dem vorliegenden Text mit dem Titel „Das Haus in der Dorotheenstraße“ von Hartmut Lange, handelt es sich um eine Novelle. Sie wurde im Jahre 2013 veröffentlicht. Thematisch geht es um die Beziehung zweier Menschen, welche im Laufe der Novelle immer weiter zerbricht.


Die zu analysierende Textstelle setzt mit der rhetorischen Frage „Und das Haus in der Dorotheenstraße ?“ (Z.256) ein. Diese Frage ist aus dem Grund rhetorisch, da keine Antwort auf sie erwartet wird und sie lediglich als Überleitung dient. Um diese Überleitung noch spezifischer zu machen, folgt eine zweite rhetorische „War dies nicht der Ort, dem sich Klausen über Jahre hinweg und mit wachsender Zuneigung verbunden fühlte ?“(Z.256f.). Durch diese rhetorische Frage wird der Wert des Hauses für den Protagonisten Klausen vor Augen geführt. Das Haus in der Dorotheenstraße ist der Ort, in dem Klausen nun schon seit Jahren lebt und welcher im sehr von Bedeutung ist, er ist sein zu Hause. Die Wichtigkeit des Hauses ist auch daran zu erkennen, dass der Titel „Das Haus in der Dorotheenstraße“ (Z.0) lautet. Die Textstelle wird durch eine weitere rhetorische Frage fortgesetzt : „Und hätte er nicht allen Grund gehabt, statt nach Island mit dem nächstbesten Flugzeug nach Berlin zu fliegen, genauer, nach Kohlhasenbrück, in jene Gegend, in der der Linienbus mit der Nummer 118 Mühe hatte, auf holpriger Straße zu wenden ? (Z.257ff.). Dadurch wird indirekt wiedergegeben, das sich Klausen nun am Haus der Dorotheenstraße bzw. auf dem Weg dahin befindet. Diese indirekte Wiedergabe des Textes in Form von rhetorischen Fragen wird mit dem Satz „Und war es überhaupt möglich, dass Gottfried Klausen, so wie sich die Verhältnisse nun einmal entwickelt hatten, dass er dort, als wäre nichts geschehen, wieder hätte auftauchen können, um wenigstens seine persönlichen Sachen zusammenzusuchen ?“ (Z.260ff.) weitergeführt. In diesem Satz wird deutlich, dass Klausen sich einen Vorwand, in dem Fall seine persönlichen Sachen, nimmt, um dorthin zurückzukehren. Im Folgenden werden Spekulationen geäußert, der Verlauf der Novelle allerdings nicht direkt beschrieben. Es ist die Rede davon, dass man nicht weiß was letztendlich geschah, sondern nur, dass am Ufer des Teltowkanals, da es seit langem warm war, die Kastanien zu blühen begannen und dass man, wenn man auf der Nathanbrücke stand, Mühe hatte, durch die Kronen der Bäume hindurch das Haus der Dorotheenstraße zu erkennen (vgl.Z.264ff.). Diese Abschweifung der Gedanken, welche einem Gedankenexperiment ähneln, deuten darauf hin, dass das Ende der Novelle offen bleibt, da offensichtlich nicht direkt gesagt wird, was Klausen denn nun im Haus der Dorotheenstraße treibt. Nachdem ein paar Einzelheiten des Hauses beschrieben werden, endet die Novelle damit, dass es „durchaus denkbar“(Z.270) sei, dass irgendwann „ein Auto“(ebd.) vorfährt und sich Jemand mit seinem „Schlüssel“ (Z.272) auf das Haus zubewegt. Mit diesem Jemand ist Klausen gemeint und der Umstand, dass all dies „nicht am Tage, sondern nachts“ (ebd.) geschieht weißt darauf hin, dass er, um diesen Abschnitt mit dem Theaterstück in Verbindung zu bringen, Klausen nun Rache an seiner Frau Xenia nehmen will und sie tötet. Die Wiederholung von „Put out the light“ (Z.274), was so viel bedeutet wie „mach das Licht aus“, verdeutlicht, dass der letzte Absatz der Novelle, welcher dadurch eingeleitet wird, einen Bezug zum Theaterstück hat, welches ebenfalls diese Aussage wiederholt aufgreift. In diesem Fall ruft Klausen diese Aussage „und wenig später, nachdem er eingetreten war, man hörte noch eine Tür klappen, erloschen im Haus der Dorotheenstraße die Lampen. Das Haus lag in völliger Dunkelheit“ (Z.274f.) Dieses Ende der Novelle beschreibt Klausens Mord an Xenia, welche in diesem Fall vom Haus selber widergespiegelt wird, und welcher daran zu erkennen ist, dass das Haus in völliger Dunkelheit liegt, da die Völlige Dunkelheit ein Synonym für den Tod ist.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Ende der Novelle so wiedergegeben wird, dass das Ende offen bleibt, allerdings verschiedene mögliche Enden indirekt genannt werden. Auffallend sind am Ende der Novelle besonders die vielen Parallelen zum Theaterstück von Shakespeare.