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Gretchens Stube

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ANALYSE DER SZENE "GRETCHENS STUBE"

Carina

Analyse „Gretchens Stube“

Die hier vorliegende Tragödie „Faust- der Tragödie Erster Teil“ wurde von Johann Wolfgang von Goethe in dem Jahre 1808 verfasst und lässt sich den Epochen Sturm und Drang sowie der Klassik zuordnen. Inhaltlich thematisiert sie die Frage nach dem Menschen in seinen vielfältigen Lebensbezügen.

(Inhaltsangabe)

Der Teufel Mephistopheles und Gott schließen einen Pakt ab, in welchem Mephistopheles wettet Wissenschaftler Heinrich Faust vom guten Weg abzubringen und ihn zum Bösen zu bekehren. Faust selbst ist aufgrund seines fehlenden Wissens, über das Leben und Überirdische, resignativ, sodass Mephistopheles ihm erscheint und Faust helfen möchte. Er verspricht Faust vollends glücklich zu machen und verhilft ihm sich in die Gesellschaft zu integrieren, wozu ein Hexentrank, der ihn um Jahre jünger macht, beitragen soll. Wenn er diese vollkommene Glücklichkeit erreichen sollte, erwartet Mephistopheles, als Gegenleistung, die Seele von Faust. Auf der Straße trifft dieser auf ein junges Mädchen namens Gretchen, in welches er sich verliebt und sie, mit Hilfe von Mephistopheles, versucht zu erobern. Ein Schlaftrank der für ihre Mutter bestimmt ist, soll den zwei Liebenden zu einer gemeinsamen Nacht verhelfen, jedoch endet der Trank tödlich. Diese Tatsache führt zu der Feindseligkeit zwischen Faust und Gretchens Bruder Valentin. Dieser wird von Faust und Mephistopheles ermordet, woraufhin die beiden aufgrund ihrer Kriminaltat fliehen. In einer Eingebung sieht Faust Gretchen in Gefahr, woraufhin er in das Dorf zurückkehrt, um sie aus dem Verlies zu befreien. Dort gesteht ihm Gretchen, dass sie ihr gemeinsames Kind ermordet hat und aufgrund ihrer Schuldgefühle die Todesstrafe erfahren will. Durch die Tatsache, dass Gott Faust offenbart er nehme Gretchen in den Himmel auf, ist Faust gerettet und die Wette von Gott gewonnen.

Der Dramenauszug ist in zehn Sinnabschnitte bzw. Strophen eingeteilt, die jeweils aus vier Versen zusammengesetzt sind. Strophe eins wird im Dramenauszug dreimal wiederholt, wodurch ein Refrain zu erkennen ist und wirkt intensivierend. Aufgrund der Verwendung vieler Enjambements bilden meistens zwei aufeinanderfolgende Verse einen Satz. Der Refrain sowie die zweite Strophe bilden einen direkten Paarreim (aabb).

Die anfängliche Aussage Gretchens „Meine Ruh ist hin“ (V.3374) fungiert als Akzentuation für ihre innerliche Erschütterung über die geschehenen Ereignisse. Ihr fällt es schwer von Faust getrennt zu sein, was der metaphorische Ausdruck „Mein Herz ist schwer“ (V. 3375) verdeutlicht. Des Weiteren erkennt Gretchen, dass sich ihr Leben verändert hat und sie nicht mehr in ihr vorheriges zurückkehren kann (vgl. V 3376 f.). Die im Textauszug dreimalig verwendete Wiederholung dieser Strophe hebt Gretchens Unruhe besonders hervor und untermalt ihren Verlust ihres seelischen Gleichgewichts. In Strophe zwei und drei beschreibt Gretchen sich selbst. Die metaphorische Textpassage „Wo ich ihn nicht hab, / Ist mir das Grab“ (V. 3378 f.) verdeutlicht, dass sie ohne Faust keinen Lebenssinn mehr sieht und akzentuiert ihre Abhängigkeit von ihm. Des Weiteren wird durch "das Grab" (V. 3379) eine Vorausdeutung auf baldigen Tod geschaffen. Die Erkenntnis „Die ganze Welt/ ist mir vergällt“ (V. 3380 f.) untermalt, dass ihr das Leben ohne Faust keinen Spaß macht und ihr ungenießbar erscheint. Die Metapher „Mein armer Kopf ist mir verrückt“ (V. 3353) zeigt, dass Gretchen von der Situation überfordert ist und ihr Kopf metaphorisch gesehen nicht mehr an richtiger Stelle sitzt, um ihre aufgewühlten Gefühle deutlich zu machen. Des Weiteren erleidet sie dadurch an einer innerlichen Zerrissenheit und kann aufgrund dieser keinen klaren Gedanken mehr fassen (vgl. V. 3385 f.). Mit den negativ konnotierten Adjektiven „arm“ (V. 3383) und „zerstückt“ (V. 3386) beschreibt sich Gretchen selbst als schwachen Charakter. In der folgenden Strophe wird Gretchens Interesse an Faust zum Ausdruck gebracht, in dem sie das Adverb „nur“ (V. 3390+3392), als Akzentuation für ihre Einschränkung im Leben aufgrund Fausts, verwendet. In ihr wird Fernweh nach diesem geweckt und sie hofft auf sein Erscheinen (vgl.3390 f.). Die Textpassage „Nach ihm nur geh ich, / Aus dem Haus“ (V. 3392 f.) zeigt den hohen Stellenwert, den Faust in ihrem Leben einnimmt und veranschaulicht ihre Abhängigkeit von ihm. In den darauf folgenden Strophen fünf, sechs und sieben wird der Fokus auf Faust gelegt, in dem er näher beschrieben wird, wozu die anaphorische Verwendung des Possessivpronomens „Sein“ (V. 3395 f.) beiträgt. Des Weiteren zeigt Gretchen somit, wodurch Faust die Liebe in ihr geweckt hat. Die positiv konnotierten Adjektive „hoch“ und „edel“, die Fausts Charaktereigenschaften aus Gretchens Sicht beschreiben sollen, stehen im Kontrast zu ihrer eigenen Charakterbeschreibung, die sie, wie oben schon erwähnt, mit schwachen Adjektiven untermalt. Dies zeigt, dass sie Faust an höherer Stelle, als sich selbst sieht und offenbart dadurch, dass sie bereit wäre alles für ihn zu tun. Der Neologismus "Zauberfluss“ (V. 3398) untermalt, dass sie sich nach seiner Stimmte sehnt, die sie als besonders schön empfindet und Gretchen regelrecht von ihr schwärmt. Ihre Schwärmerei wird in der Interjektion „Und ach sein Kuss!“ (V. 3401) fortgesetzt. Durch diese Interjektion wird ihr Streben nach seiner Nähe hervorgehoben. Der Tempus Wechsel, von dem vorher benutzten Präsens zum Konjunktiv, in Strophe neun und zehn, akzentuiert Gretchens starke Sehnsucht. Durch die Aussage „Mein Busen drängt/ Sich nach ihm“ (V. 3406 f.) gibt sie zu verstehen, dass sie sich auch in sexueller Hinsicht zu Faust angezogen fühlt und leidet an Fernweh nach seinem Körper (vgl. 3408 f.). Gretchen wünscht sich nichts sehnlicher als mit ihm allein zu sein und sich ihren Gefühlen vollkommen hinzugeben „so wie [sie] wollt“ (V. 3411). Dieses Bedürfnis akzentuiert sie mit der Interjektion „An seinen Küssen/ Vergehen sollt!“ (V. 3411 f.) Durch diese Aussage wird deutlich, dass sie für seine Nähe sterben würde. Dieser hohe Preis, den sie für ihn bezahlen würde, stellt eine Vorausdeutung auf die folgende Handlung dar, da Gretchen letztendlich mit der Todesstrafe ihres Kindes und ihrem eigenen, durch Schuldgefühle verursachten, Tod diesen Preis bezahlen muss, um ihrem Geliebten nahe zu sein.

Nach Betrachtung der Textstelle, basierend auf die hier vorliegende Analyse, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Textstelle die innere Zerrissenheit der Gefühle von Gretchen offenbart. Des Weiteren akzentuiert sie ihren Entscheidungsweg, da sie sich anfänglich noch unsicher erscheint, im weiteren Verlauf sich jedoch immer mehr zu den Gefühlen, die sie für Faust empfindet, hingibt.


Anne http://projektwiki.zum.de/wiki/Benutzer:AFries


Nina

ANALYSE „GRETCHENS STUBE“

Die 1808 veröffentliche Tragödie „Faust“, geschrieben in der Epoche Sturm und Drang, sowie in der Klassik, von Johann Wolfgang Goethe, thematisiert den Sinn des Lebens. Der vorliegende Textauszug "Gretchens Stube" (V.3374-V.3413) handelt von Gretchen, die allein in ihrem Zimmer sitzt und stellt fest, was die Liebe zu Faust mit ihr macht. Außerdem schwärmt sie von seinem Aussehen und sagt dass sie sich körperlich zu ihm hingezogen fühlt.

Die Szene „Gretchens Stube“ (V. 3375-V.3413) besteht aus zehn Strophen und einem Refrain mit jeweils vier Versen. Sie beginnt mit dem immer wiederkehrendem Refrain, und dem ersten Vers: „Meine Ruh ist hin“ (V.3374). Das Nomen „Ruh“ (ebd) ist hierbei ein Synonym für die Unschuld des vierzehnjährigen Kindes Gretchen. Der Grund dafür, dass ihre ruhige, unschuldige Kindheit nun vorbei ist, verrät das Symbol „Herz“ (V.3375) aus dem zweiten Vers: „Mein Herz ist schwer;“ (V.3375), der wiederrum eine Metapher ist. Das Herz steht charakteristisch für die Liebe und als Ort für die Gefühle eines Menschen. Gretchens Herz ist „schwer“ (ebd), weil es Liebe in sich trägt und die Liebe normalerweise das größte und somit auch schwerste Gefühl ist, das ein Mensch empfinden kann. Durch die Liebe hat sie also ihre Unschuld, die auch für ihre Kindheit steht, verloren und „[…] finde[t] sie nimmer/ Und nimmermehr“ (V.3376 f.). Diese Epipher verstärkt die Endgültigkeit dieses Gedankens. In dieser Strophe stellt Gretchen fest, dass ihre Kindheit vorbei ist und dass sie erwachsen wird. Ihre negative Einstellung zum Erwachsenwerden wird durch mehrere Anzeichen des Refrains deutlich, zum Beispiel durch das negativ konnotierte Adjektiv „schwer“ (V.3375), womit sie die Liebe als eine Art Last sieht. Zudem trauert sie ihrer „Ruh“ (V.3374), also ihrer Unschuld nach und stellt fest, dass sie sie „nimmermehr“ (V.3377) wiederkriegt, also dass sie es nicht rückgängig machen kann. Daneben haben die Verse einen unterbrochenen Kreuzreim, der für das Ende ihrer regelmäßigen und einfachen Kindheit steht und das verwirrende und schwierige Erwachsensein ankündigt. Dass sie das belastet wird zusätzlich verstärkt, durch drei Wiederholungen des Refrains im gesamten Textauszug.

Im Kontrast dazu steht die zweite Strophe (V.3377-V.3381), in der Gretchen durch die Verse „Wo ich ihn nicht hab/ Ist mir das Grab“ (V.3377 f.) andeutet, dass sie die Abwesenheit von Faust mit dem Tod verbindet. Verstärkt wird das durch: „Die ganze Welt/ Ist mir vergällt“ (V.3380 f.). Somit wird klar, dass Faust Gretchens Welt, also alles wofür es sich zu leben lohnt, ist und dass sie ohne ihn nicht leben kann. Auch in dieser Strophe werden negativ konnotierte Wörter wie das Nomen „Grab“ (V.3380) und das Verb „vergällt“ (V.3381) benutzt, um zu verdeutlichen, wie sie gezwungenermaßen ohne ihn fühlen würde. Untermalt wird diese These durch den Paarreim, der für die Unentschlossenheit Gretchens steht, was sie denken soll. Zusätzlich wird das klar durch die Enjambements „Wo ich ihn nicht/Ist mir das Grab“ (ebd) und „Die ganze Welt/Ist mir vergällt“ (ebd), die die innerliche Unsicherheit und Zerrissenheit von ihr verdeutlichen.

Deutlich hervorgehoben wird dies in der dritten Strophe (V.3382-V.3385). Gretchen sagt: „Mein armer Kopf/Ist mir verrückt“ (V.3382 f.), dadurch wird untermauert, dass sie verwirrt über die zwei Seiten ist. Außerdem lässt sich durch die vorherige Erwähnung des Herzens (vgl. V.3375) erahnen, dass ihr Kopf und ihr Herz einen inneren Konflikt austragen. Ihr Verstand steht gegenüber ihren Gefühlen, und er spielt „verrückt“ (V.3383), weil ihr Kopf denkt, dass es klüger ist ihn zu vergessen. Argumente dafür sind, dass viele Schwierigkeiten auftreten könnten, wegen des Altersunterschieds, oder wegen ihrer Familie. Außerdem beklagt sie sich, dass ihr „[…] armer Sinn/ Ist [ihr] zerstückt“ (V.3385). Die Nomen „Kopf“ (ebd) und „Sinn“ (ebd) sind Wörter des Oberbegriffes Körper und deuten an, dass sie dieser Konflikt nicht nur psychisch, sondern auch physisch, also mit allem was sie hat beschäftigt.

Im Folgenden kommt eine Wiederholung des Refrains, dass Gretchen an die Schattenseiten der Liebe erinnert. Der Wendepunkt kommt ab der fünften Strophe (V.3390-V.3393). Obwohl Gretchen in den anderen Strophen nur über die negativen Punkte und Folgen ihrer Liebe zu Faust geredet hat, fängt sie nun an die positiven Seiten zu sehen. Ihre Sehnsucht zu ihm wird in den Versen „Nach ihm nur schau ich/ Zum Fenster hinaus“ (V. 3390 f.) deutlich. Gretchen liebt nur Faust, was man an dem Adverb „nur“ (V.3390, V.3392) erkennen kann. Das „Fenster“ (ebd) und das „Haus“ aus den Versen „Nach ihm nur geh ich/ Aus dem Haus“ (V.3392 f.) stehen metaphorisch für ihre Kindheit und Unschuld. Für Faust würde Gretchen nicht nur darüber nachdenken ihre Kindheit hinter sich zulassen, sie würde sogar den Schritt wagen und das Haus ihrer Kindheit, die Zeit des Lebens die sorglos und unbeschwert ist, für ihn aufzugeben. Daraus kann man entnehmen, dass Gretchen zwar die dunklen und schwierigen Seiten ihrer Liebe zu Faust kennt, es ihr jedoch für die guten und schönen Seiten und vor allem für ihn wert ist. Verdeutlicht wird dies durch die Anapher „Nach ihm nur schau ich“ (V.3390) und „Nach ihm nur geh ich“ (V.3392) die bestätigt, dass Faust für Gretchen im Zentrum ihres Lebens steht. Zusätzlich lässt sich der Vers mit dem Fenster und dem Haus (vgl. V.3390, V.3392) folgendermaßen interpretieren: Gretchens Liebe zu Faust ermöglicht ihr eine neue Art auf die Welt zu gucken, metaphorisch genannt: „zum Fenster hinausschauen“, und bringt sie dazu in die große weite Welt zu gehen.

In Strophe sechs (V.3394-V.3397) schwärmt Gretchen von Fausts „Gang“ (V.3394), „Gestalt“ (V.3395), „Lächeln“ (V.3396) und „Augen“ (V.3397). Sie beschreibt sein äußerliches Erscheinungsbild in den ersten drei Versen als sehr positiv mit Adjektiven wie „edel“ (V.3395), was ihre Zuneigung zu ihm verdeutlicht. Außerdem wird ihre Schwärmerei durch die Anapher „Sein“ (V.3394 f.) am Satzanfang hervorgehoben, sodass Faust im Fokus steht, genau wie in Gretchens Leben. Der letzte Vers „Seiner Augen Gewalt“ (V.3397) bildet einen Kontrast zu den vorherigen Versen, da das negativ konnotierte Nomen „Gewalt“ (ebd) komplett aus dem Rahmen gerissen und unerwartet kommt und nicht zum Rest der Schwärmerei passt. Mit Gewalt ist hierbei nicht die körperliche Gewalt gemeint, sondern die seelische, beziehungsweise mentale. Ausschlaggebend hierbei ist das „Auge[…]“ (ebd), dass oft auch als Spiegel der Seele bezeichnet wird. Das bedeutet also, dass Faust Gretchen zwar nicht physisch, aber psychisch im Griff hat.

Die nächste Strophe (V.3398-V.3401) besteht nur aus Ellipsen, beispielsweise wie „Und seiner Rede/ Zauberfluss“ (V.3398 f.). Hierbei wird Gretchens Liebe für Faust sehr hervorgehoben, da sie nicht in Worte fassen kann wie toll sie ihn findet und den Rest des Satz in der Luft hängen lässt. Außerdem findet sie ihn sogar überirdisch toll, was durch das Nomen „Zauberfluss“ (V.3399) deutlich wird. Sie findet ihn so toll dass sie es erstmal nicht in Worte fassen kann und es sich selbst nur mit Magie erklären kann. Zudem ist das eine ironische Andeutung auf den Verlauf des Dramas, da Faust tatsächlich mithilfe eines Zaubertranks um viele Jahre jünger wurde und weil er Hilfe vom Teufel Mephistopheles bekommt, der ebenfalls nicht von der Erde ist. Dieses unbeschreiblich Überirdische benutzt Gretchen jedoch um ihre Liebe zu Faust auszudrücken, durch beispielsweise die Interjektion „Und ach sein Kuss!“ (V.3401).

Nach diesen drei Strophen in denen Gretchen ausschließlich nur über Faust geschwärmt hat, und die positiven Seiten der Liebe erkannt hat, kommt ein letztes Mal die Wiederholung des Refrains, der abermals als Erinnerung an die negative Seite der Liebe zu Faust dient und als Erinnerung an ihre verlorene Unschuld dient, weil diese in der zweitletzten Strophe (V.3406-V.3409) thematisiert wird. „Mein Busen drängt/ Sich nach ihm hin“ (V.3406 f.) zeigt, dass Gretchen sich körperlich zu Faust hingezogen fühlt. Das Nomen „Busen“ (V.3406) untermalt auch, dass Gretchen ihre Unschuld und Kindheit nun endgültig verloren hat und Erwachsen wird. Zudem ist das Nomen ein Ausdruck der Weiblichkeit. Dass sie ihm nahe sein will, verdeutlichen die Verse „Ach dürft ich fassen/ Und halten ihn!“ (V.3408 f.). Ihr Wille danach ihn zu berühren ist sehr groß, sodass sie ziemlich verzweifelt ist, dass sie das nicht darf. Die Interjektion „ach“ (ebd) und das Ausrufezeichen am Ende des Verses sind also insofern ein Ausdruck der Verzweiflung.

Die letzte Strophe (V.3410.-V.3413) ist die Fortführung ihrer Verzweiflung und somit auch ihrer Zuneigung zu Faust. Sie wünscht sich, dass ihrer Liebe keine Grenzen gesetzt sind und dass sie jederzeit bei ihm sein kann. Wie groß ihr Wille danach ist, drücken die Verse „An seine Küssen/ Vergehen sollt!“ (V.3412 f.) aus, denn es ist ihr egal was passiert, solange sie ihn bei sich hat. Diese entschlossene Endgültigkeit wird durch das Ausrufezeichen am Ende deutlich, was nur ein weiteres Zeichen für die Liebe zu Faust ist.

Allgemein ist zu sagen, dass Gretchen in der Szene „Gretchens Stube“ einen inneren Konflikt führt. Dieser Konflikt findet zwischen ihrem Herzen und ihrem Verstand statt. Einerseits ist sie sich bewusst, dass mit der Liebe ihre Kindheit, und somit die ruhige Zeit ihres Lebens vorbei ist und trauert dieser Zeit auch hinterher. Zudem weiß sie auch was für eine Macht die Liebe über sie hat. Aber andererseits hat Faust ihr einen neuen Blick auf die Welt ermöglicht und sie liebt ihn sehr und fühlt sich körperlich zu ihm hingezogen, sodass ihr die negativen Seiten egal sind und Faust es wert ist. Am Ende siegt Gretchens Herz.


Sarah

Analyse "Gretchens Stube"


Die Tragödie „Faust“, welche von Johann Wolfgang von Goethe innerhalb der Epochen der Aufklärung, des Sturm und Drangs, der Klassik und der Romantik verfasst und im Jahre 1808 erstmals veröffentlicht wurde, thematisiert die menschliche Sinnsuche.

(Inhaltsangabe)

Die Textstelle „Gretchens Stube“, welche sich über die Verse 3374 bis 3413 erstreckt, behandelt Gretchens Gefühle für Faust, indem Gretchen diese in lyrischer Form zum Ausdruck bringt. Diesem Handlungsstrang, welcher sich zu Anfang des letzten Drittels abspielt, geht die für das Drama grundsätzliche Wette Gottes und Mephistopheles voraus, in welcher Mephistopheles darum wettet, den Wissenschaftler Faust vollends glücklich zu stimmen. Zu dieser Wette trägt Gretchen selbst einen wesentlichen Teil bei, da diese Mephistopheles indirekt verhilft, Faust durch ihre Liebe glücklich zu machen. Auf die anfängliche Wette folgt eine Szene der Resignation Fausts, da dieser nicht allwissend ist und somit nicht an das Wissen Gottes heranreicht. Aufgrund dieser Resignation kommt Mephistopheles Faust zur Hilfe und erlangt sein Vertrauen. Um sein Versprechen zu halten, gibt Mephistopheles Faust erste Einblicke in das Leben in Gesellschaft und macht diesen durch einen Trank einer Hexe um einige Jahre jünger, sodass er die Liebe der jungen Gretchen erlangen kann. In der fortgehenden Handlung lernt er Gretchen kennen, verliebt sich in diese und versucht ihr Herz mit Schmeicheleien und Mephistopheles Hilfe zu erweichen. Dies gelingt ihm letztlich und es kommt zu einem Kuss. Aufgrund der Dankbarkeit über diese Erkenntnis, aber auch aus Verzweiflung über die Liebe lässt Faust von Gretchen ab, jedoch drängt Mephistopheles ihn in der, der hier vorliegenden Textstelle vorhergehenden Szene „Wald und Hölle“(VV. 3217-3373) an Gretchen dranzubleiben, da diese ihn als ihr entflohen und Mephistopheles Fausts Verzweiflung als unbegründet sehen. Der hier vorliegende Textauszug stellt insofern einen Bezug zu der rückliegenden Handlung dar, weil darin Gretchens Vermissen und deren Liebe zu Faust, die als Mephistopheles Ziel gilt, zum Vorschein kommen. Somit bringt ihr Fühlen Mephistopheles Vorhaben und auch die fortgehende Handlung um einiges weiter. Da Faust Mephistopheles gehorcht, trifft er Gretchen schon sehr bald wieder und überreicht dieser einen Schlaftrank, der für ihre Mutter bestimmt ist und den beiden zu einer gemeinsamen Nacht verhelfen soll, in welcher Gretchen schwanger wird. Der Trank endet jedoch tödlich und auch der Bruder Gretchens, Valentin, wird in dieser Nacht von Faust und Mephistopheles umgebracht, da er Faust erblickt hatte. Aus dieser Tat heraus fliehen die beiden aus dem Dorf, kehren jedoch nach einiger Zeit wieder, da Faust Gretchen in Gefahr sieht. Er findet sie im Verlies auf, wo sie aufgrund der Ermordung des gemeinsamen Kindes auf den Vollzug ihrer Todesstrafe wartet. Aus der Schuld heraus möchte sie jedoch nicht mit ihrer Liebe Faust fliehen, wird jedoch durch Gott gerettet, indem dieser Faust wissen lässt, dass er Gretchen zu sich in den Himmel aufnimmt und somit die Wette gewinnt. Insgesamt ist Gretchen also aus ihrer Liebe zu Faust gestorben, jedoch sind weder Faust, noch sie letztlich Mephistopheles überlassen, da Gott die beiden durch seine Übermächtigkeit vor dem Bösen rettet.

Die Textstelle befasst sich also im Allgemeinen mit der Liebe eines Menschen, hier Gretchen, der sich voll und ganz dem Geliebten hingibt und von seiner Liebe überwältigt ist.

Im Gesamten besitzt die Textstelle den Aufbau eines lyrischen Textes und besteht aus insgesamt zehn Strophen mit jeweils vier Versen, wobei die erste Strophe den Refrain darstellt und sich drei Mal wiederholt, was zu einer Verstärkung des Ausdrucks der Gefühle Gretchens beiträgt. Der Refrain, also die Strophen Eins, Vier und Acht, sowie die Strophen Drei, Fünf und Sechs sind in einem heterogenen Kreuzreim angeordnet. Dieser steht für die Verbundenheit Gretchens und Fausts, die jedoch nicht vollkommen ist, da Gretchen Faust erstens nicht in ihrer Nähe hat und ihn zweitens noch nicht gut kennt, weshalb Faust an sich auch eine Art Unwissenheit darstellt, die durch die beiden im Kreuzreim vorhandenen Waisen ausgedrückt wird. Auffällig sind hierbei jedoch auch der vollständige Kreuzreim in Strophe Fünf, sowie der Paarreim in Strophe Zwei. In beiden Fällen folgen die typischen Reimschemata auf den Refrain, welcher inhaltlich eine Art Überforderung und Hilflosigkeit Gretchens mit einer Ausdrucksweise der Selbstsicherheit, durch die Wiederholungen, darstellt. Somit ist Gretchen hin und her gerissen zwischen dem, was sie fühlt, dem noch Ungewissen, und dem, was sie denkt, der vollkommenen Liebe zu Faust. Dass sie sich ihrer Liebe sicher ist, zeigen in dem Fall die durch den Kreuzreim und den Paarreim zum Ausdruck gebrachte Verbundenheit und Zugehörigkeit zu Faust. Die jedoch in den heterogenen Kreuzreimen, sowie den letzten beiden Strophen, welche ein unreines Reimschema besitzen, dargestellte Überforderung Gretchens, spiegelt sich in dem, im Drama angewandten Knittelvers wieder. Auch diese Unreinheit bezüglich des Metrums sorgt für den Ausdruck von Verwirrung, der in Überforderung des Protagonisten ausartet. Diese Überforderung wird auch sogleich in der ersten Strophe des Textauszugs, dem Refrain, deutlich. In diesem bringt Gretchen ihre Verzweiflung besonders stark zum Ausdruck. „[Ihre] Ruh ist hin“(V.3374), weshalb sie aufgeregt wirkt. Zudem unterstreicht sie dies, aber auch ihre Gefühle in der metaphorischen Synästhesie „Mein Herz ist schwer“(V.3375). Diese Verbildlichung ihres Empfindens drückt etwas Ungewohntes aus, das sie so noch nicht erfahren hat und ihre Liebe und das Gefühl in ihrem Brustkorb, das sie wegen Faust spürt, umschreibt. Sie merkt, dass ihr etwas fehlt. Also dass Faust ihr fehlt und bringt dieses fehlende etwas durch die klimatische Repetitio „Ich finde sie nimmer / Und nimmermehr“(V.3376 f.) zum Ausdruck. Sie bezieht sich hierbei auf die „Ruh“(ebd.), die sie eben aufgrund der Ferne zu Faust und ihres Empfindens nicht hat und so auch nicht wiederfinden kann. Somit ist ihr Verlangen erst dann gestillt und ihre Ruhe wiedergefunden, wenn sie in Fausts Nähe ist. Genau diese fehlende Nähe und auch besonders die Liebe zu Faust werden in der zweiten Strophe deutlich, in der Gretchen meint „Wo ich ihn nicht hab / Ist mir das Grab“(V.3378 f.). Mit dieser Metapher bestärkt sie die innerliche Leere, die sie verspürt, wenn Faust nicht an ihrer Seite ist. Diese Leere drückt Gretchen hyperbolisch durch die metaphorische Verwendung des Todes aus, indem sie letztlich sagt, dass sie ohne Fausts Nähe nicht leben kann und möchte. Denn dieser ist für sie das Beste und Schönste überhaupt, wodurch ihr alles andere unschön erscheint, was in „Die ganze Welt / Ist mir vergällt“(V.3380 f.) auf den Begriff gebracht wird. Dabei unterstreicht das Adjektiv „ganz“(ebd.) noch einmal, dass allein Faust Gretchen schön erscheint und so auch im Vergleich schöner als alles andere auf der Welt ist. Im Gegensatz zur vorhergehenden Strophe verdeutlicht diese jedoch viel eher die Liebe zu Faust als die Erste, da Gretchen hier viel selbstsicherer von Faust spricht und mehr auf die Liebe als auf die innere Verwirrung eingeht. Unterstreichend gilt diese Deutung somit auch im Zusammenhang mit der zuvor analysierten Form des Textes und besonders der des Reimschemas, da hier Inhalt und Sprache übereinstimmen. Da jedoch in dieser Textpassage ein Wechsel zwischen Unsicher- und Sicherheit stattfindet, folgt auch in der nächsten, also der dritten Strophe ein eher unsicheres, resignatives Empfinden Gretchens. In „Mein armer Kopf / Ist mir verrückt“(V.3382 f.), zeigt sie durch die Verwendung des Adjektivs „arm“(ebd.) auf resignative Art und Weise ihr von der Liebe überwältigtes Empfinden. Durch die Nutzung von Personifikationen innerhalb dieser Verse wird noch einmal genau dieses Empfinden deutlich, wie aber auch die Tatsache, dass Gretchen zur Zeit ihres Monologs viel Unbekanntes fühlt und wahrnimmt, das sie eigentlich nicht für normal von sich kennt. Genau dafür stehen auch die angewandten Personifikationen, die Goethe innerhalb dieser dritten Strophe auch noch in „Mein armer Sinn / Ist mir zerstückt“(V.3384 f.) angeführt hat. Besonders fällt innerhalb dieser beiden Personifikationen jedoch auch die Repetitio des eben bereits analysierten Adjektivs „arm“(ebd.) auf, welches im Allgemeinen auf sprachlicher Ebene die Resignation, wie auch die hilflose Verliebtheit Gretchens unterstützt. Auf diese Strophe folgt erneut der Refrain, welcher mit der Anapher „Mein“(V.3386 f.) beginnt. Die Nutzung dieses Possessivpronomen projiziert den Fokus ganz konkret auf Gretchen und deren Gefühle, sodass diese im Zentrum der Handlung der Textpassage steht. So tritt dieses Pronomen auch im vorhergehenden Vers Drei in anaphorischer Weise auf, jedoch im Format des Kreuzreims im Wechsel mit dem Verb „sein“ (vgl.V.3382 ff.). Diese anaphorische Verwendung des Kreuzreims lässt sich auch in der, auf den Refrain folgenden, fünften Strophe wiederfinden, indem die vom zweiten Teil des Kreuzreims unterbrochene Anapher „Nach ihm nur“(V.3390 ff.) angeführt wird. Mit diesen Worten stellt Gretchen Faust als Person über sich selbst und umschwärmt diesen. Dadurch dass sie nach ihm nur „Zum Fenster hinaus“(V.3391) schaut und „Aus dem Haus“(V.3393) geht, drückt Gretchen auf metaphorische Weise deutlich aus, dass bereits eine gewisse Abhängigkeit von Faust besteht und sie letztlich für diesen oder aus der Liebe zu ihm lebt. In der darauf folgenden Strophe steht jedoch nicht mehr Gretchen und deren Empfinden, sondern Faust und dessen Auftreten, wie Gretchen es sieht, im Vordergrund, was durch die in allen vier Versen verwendete Anaphorische Verwendung des Possessivpronomens „Sein“(V.3394 ff.) deutlich wird. Gretchen beschreibt Faust mit den Worten „Sein hoher Gang / Sein´edle Gestalt,/ Seines Mundes Lächeln,/ Seiner Augen Gewalt“(ebs.), welche ihn als sehr anmutig und umschwärmt darstellen. Im letzten Vers dieser Strophe jedoch verwendet Goethe mit der Personifikation „Seiner Augen Gewalt“(ebs.) einen doch eher im Vergleich zu den anderen Versen negativeren Ausdruck. Mit dieser Personifikation wird jedoch deutlich, dass hinter all dem scheinbar Guten, das Gretchen liebt, etwas Böses steckt, das Gretchen längst in seinen Bann gezogen hat. Somit steht diese Personifikation für Mephistopheles Einfluss auf Faust, durch welchen er versucht Faust zum Bösen und Schlechten zu bekehren, sodass Faust indirekt durch seine gewalttägigen Augen sieht. Da Gretchen Faust jedoch mit all ihren Worten verherrlicht, führt sie dieses schwärmende Reden in der darauf folgenden Strophe mit sehr positiven Beschreibungen fort. Innerhalb des metaphorischen Neologismus „seiner Rede Zauberfluss“(V.3398 f.) stellt sie so das Reden und die Worte Fausts als magisch dar, da er sie durch seine umschwärmenden Worte erst für sich gewonnen hat. Allgemein ist sie also von seiner Sprache, „Sein[em] Händedruck“(V.3400) und „sein[em] Kuss“(V.3401) wie benebelt. Durch die ihm Ausruf „Und ach sein Kuss!“(ebd.) verwendete Interjektion, wird jedoch auch deutlich, dass Gretchen sich nach Fausts Nähe sehnt und dass die Nähe an sich, das ist, wonach ihr Körper strebt und weshalb sie fühlt, wie sie fühlt. Wiederholend folgt so auch auf diese Strophe der Refrain mit dem Ausdruck ihrer Verzweiflung, erneut im Wechsel mit der vorherigen Selbstsicherheit. Letztlich folgt jedoch in der neunten Strophe des Textauszugs eine Art Lösung auf Gretchens Verzweiflung. In diesen Versen stellt sie fest, dass sich ihr Busen nach ihm hin drängt (vgl.V.3406 f.), dass sie also Nähe zu ihm, zu Faust, dem ihr noch recht Unbekannten, sucht. Erneut wird hier innerhalb des Ausrufs „Ach dürft ich fassen/ Und halten ihn!“(V.3407 f.) eine Interjektion angeführt, welche die Sehnsucht nach Nähe unterstreicht und Gretchens immer stärker werdendes Verlangen ausdrückt. In der letzten und somit der zehnten Strophe der zu analysierenden Textstelle bezieht sich Gretchen so auch in „Und küssen ihn / So wie ich wollt“(V.3410 f.) auf den in Strophe Sieben verwendeten Ausruf „Und ach sein Kuss!“(V.3401), was das Verlangen nach Faust immer weiter steigert. Abschließend dann beendet sie ihren hyperbolischen Monolog mit der Aussage „An seinen Küssen / Vergehen sollt!“(V.3412 f.). In diesem sehnsüchtigen Ausruf, mit welchem sie körperliche Nähe erbittet, drückt sie unter Verwendung des Konjunktivs aus, dass sie für Fausts Nähe sterben würde. Bezieht man dies auf die folgende Handlung, sowie die abschließende Todesstrafe, die Gretchen nach der Ermordung ihres Kindes droht, fällt auf, dass sie letztlich den Preis zahlen musste, den sie hier in ihrer Rede zu zahlen vermag, um Faust nahe sein zu können. Somit stellt die Textstelle im Gesamten auch eine Projektion auf fortgehendes Geschehen, sowie Gretchens gewollten Tod dar, den sie trotz Faust, der ihr zur Rettung eilt, nicht verhindern möchte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass innerhalb dieses Monologs Gretchens deren Liebe zu Faust zum Ausdruck gebracht wird, dass dieser jedoch auch zeigt, dass Gretchen den Tod für Faust von Anfang an in Anspruch genommen hätte und so eine Vorausdeutung innerhalb des Inhalts dieser Textstelle besteht.

Kommentar von Carina Insgesamt eine sehr schöne Analyse! Die Einleitung ist dir gut gelungen sowie die Einordnung der Textstelle in den Dramenkontext. Achte aber darauf, dass nun der Fokus auf der Inhaltsangabe des Dramas liegt und die Einordnung nicht mehr gefragt ist. Des Weiteren ist dir deine Formanalyse sehr gut gelungen, da du das Reimschema und Metrum gut auf den Kontext bezogen hast. Du hast viele Details des Textes gut herausgearbeitet und erläutert, was den Text gut nachvollziehbar macht.


Christine Analyse "Gretchens Stube"(VV.3374-3413)

Die Tragödie "Faust" von Johann Wolfgang Goethe, veröffentlicht 1808, handelt von Faust, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist.

Die Textstelle VV. 3374-3413 handelt von Gretchen, die zu Hause ein Gedicht/Lied über ihr Sehnsucht nach Faust vorträgt. In dem Gedicht/Lied beschreibt sie, dass sie vor Faust ein normales Leben hatte und er es verändert hat. Ohne ihn fühlt sie sich einsam und ihre Gedanken und Gefühle spielen verrückt. Sie ist verzaubert von seiner Gestalt und sehnt sich nach ihm.

Dadurch, dass Faust durch seine Verzweiflung sich dazu entschied dem Teufelspakt zuzustimmen und sich als erste Maßnahme Verjüngern ließ, kam es zur ersten Begegnung zwischen Faust und Gretchen. Daraufhin folgten Geschenke an Gretchen und schließlich auch das erste Treffen zwischen den beiden. In dieser Textstelle wird sie sich Gefühlen zu Faust bewusst und gibt diesen nach. Dadurch vergiftet sie durch Fausts Einfluss ihre Mutter um mit ihm die Nacht in Ruhe verbringen zu können. Dabei wird sie ungewollt schwanger. Ihr Bruder, der ahnt, was geschehen ist, fordert Faust zum Duell heraus und wird dabei umgebracht. Faust flieht und erfährt nach einer Eingebung, was Gretchen widerfahren ist. Sie bekam ihr Kind, brachte es um und landete im Gefängnis, zum Tode verurteilt. Faust plant einen Rettungsversuch, der aber daran scheitert, dass Gretchen nicht noch mehr Schuld auf sich laden will und seinen Rettungsversuch ablehnt. Faust flieht und Gretchen stirbt.

Das Gedicht/Lied besteht aus 10 Strophen mit jeweils vier Versen. Davon wiederholt sich eine Strophe dreimal und bildet somit einen Refrain. Der Refrain handelt von Gretchens Leben bevor sie Faust kennengelernt hat und dass sie ein ruhiges Leben hatte (vgl. V. 3374). Als sie Faust kennengelernt hat, hat sich ihr Leben in sofern geändert, dass sie nun ihre Ruhe nicht mehr findet(vgl. V. 3375). Dies verdeutlicht auch der Klimax: "Ich finde sie nimmer/ und nimmermehr"(V. 3376 f.). Die zweite Strophe handelt davon, dass Gretchen sich einsam fühlt und das Gefühl hat, dass sie ohne ihn nicht Leben kann (vgl. V. 3379) und sie sich eine Welt ohne ihn nicht vorstellen kann (vgl. V. 3381 f.). Die dritte Strophe handelt davon, dass sie nicht klar denken kann und ihre Gefühle verrückt spielen. Die Anaphern "mein armer Kopf/mein armer Sinn" (vgl. V. 3382 u. V. 3384) und "ist mir verrückt/ist mir zerstückt" (vgl. V. 3383 u. V.3385) verdeutlichen, dass sie verliebt ist. Beiden Strophen thematisieren Gretchens Selbstbeschreibung. Danach folgt wieder der Refrain. Die fünfte Strophe beschreibt Gretchens Sehnsucht nach Faust und ihrer entstehende Abhängigkeit. Auch hier betont eine Anapher Gretchens Handeln, welches sich nur nach Faust richtet (vgl. V. 3390 u. V. 3392). Die darauf folgende Strophe handelt von der Beschreibung Fausts und wird auch hier mit Hilfen einer Anapher betont (vgl. V.3394-3397). Gretchen beschreibt Faust dabei als angesehen (vgl. V. 3395) und als edel (vgl. V. 3395). Außerdem fasziniert Gretchen "seines Mundes Lächeln" ( V. 3396) und "seiner Augen Gewalt" (V. 3397). Hierbei wird auch deutlich, dass Faust ihr gegenüber charmant ist, was sich durch sein Lächeln und die Beschreibung seiner Augen festmachen lässt. In der nächsten Strophe steigert sich die Beschreibung Fausts und Gretchen beschreibt, von seinen Worten verzaubert zu sein (vgl. V.3398). Sie schwärmt von seinen Berührungen, was an dem Ausruf " Und ach sein Kuss"(V. 3401) festzumachen ist. Nun folgt die zweite Wiederholung des Refrains. Durch die Wiederholungen wird Gretchens Verzweiflung deutlich gemacht. Sie stehen im Kontrast zu den Strophen, welche beschreiben, dass sie sich sehr nach Faust sehnt. Der Refrain beschreibt aber die Veränderung in ihrem Leben und dass sie auch gerne an ihrer Vergangenheit festhalten will. Beides ist aber nicht möglich. Die letzten beiden Strophen beschreiben Gretchens Reaktion, dass sie alles machen möchte, was eine Geliebte machen würde. Hier macht der Ausruf "Ach dürft ich fassen/und halten ihn!"(V. 3408f.) ihre Sehnsucht nach seiner Nähe deutlich.

Das Lied/Gedicht handelt hauptsächlich von Gretchens Einsamkeit und Sehnsucht nach Faust. Einsamkeit und Sehnsucht waren Merkmale der Romantik, einer Epoche, in der die Tragödie unter Anderem verfasst wurde. Zusammenfassend kann man sagen, dass in dieser Textstelle Gretchens Liebe zu Faust deutlich wird und sie bereit ist alles für ihn zu tun.

Lorena

Bei dem vorliegenden Text, handelt es sich um die Szene „Gretchens Stube“ aus dem ersten Teil der Tragödie „Faust“, verfasst von Johann Wolfgang Goethe im Jahr 1808. Thematisiert wird die Frage des Menschen hinsichtlich der Lebensbezüge.

Die Szene „Gretchens Stube“ beschreibt die Gefühle Gretchens für Faust. Faust, der zu Beginn der Tragödie erkannt hat, dass er nicht in der Lage ist alles zu wissen und aus diesem Grund einen Pakt mit dem Teufel Mephistopheles eingegangen ist, welcher ihm versprach ihn für den Preis seiner Seele vollends glücklich zu machen. Mephistopheles ist mit seinen Versuchen Faust glücklich zu machen gescheitert bis dieser Gretchen traf. Gretchen lässt sich von Faust verführen ihrer Mutter einen Trank zu verabreichen, damit sie sich Nachts treffen können. Die Mutter jedoch stirbt an dem Trank und Gretchens Bruder wird von Faust im Duell getötet, woraufhin dieser fliehen muss und Gretchen zurücklässt. Auf der Flucht versucht Mephisopheles Faust abzulenken und verschweigt ihm Gretchens Schwangerschaft. Faust jedoch kehrt zu Gretchen zurück und findet diese im Kerker, wo sie ihm gesteht, dass sie ihr gemeinsames Kind getötet hat. Faust versucht sie zur Flucht zu überreden, doch Gretchen entscheidet sich dagegen und somit für die Todesstrafe. Die Szene ist insofern für die Handlung wichtig, als dass das Interesse Gretchens, auf welchem die Liebesgeschichte zwischen ihr und Faust beruht, verdeutlicht wird.

Der Monolog Gretchens, welcher in Form eines Liedes verfasst ist, lässt sich in drei Sinnabschnitte gliedern, die formal durch den Refrain voneinander getrennt sind. Das Lied setzt mit dem Refrain ein, somit bilden die Strophen zwei und drei einen Sinnabschnitt, in dem Gretchen ihre eigenen Gefühle beschreibt. Der darauf folgende zweite Sinnabschnitt erstreckt sich über die Strophen fünf, sechs und sieben, da die vierte Strophe wieder den Refrain beinhaltet. Thematisiert wird diesmal allerdings Faust und die Abhängigkeit Gretchens von diesem. Der letzte Sinnabschnitt ist nach dem Refrain in der achten Strophe zu verorten und legt Gretchens Wünsche und Sehnsüchte dar. Insgesamt umfasst das Lied zehn Strophen zu je vier Versen. Das Metrum wird durch zwei- und dreihebige Jamben gekennzeichnet. Als Reimschema liegen hauptsächlich unterbrochene Kreuzreime vor, aber auch vollständige Kreuzreime und Paarreime sind zu finden. Das Leid ist in der Literaturepoche des Sturm und Drang entstanden, da die Gefühle der Figuren im Vordergrund stehen.

Die zu analysierende Textstelle setzt mit der Aussage Gretchens: „Meine Ruh ist hin“ (V.3374) ein. Diese Aussage ist auf die vorherigen Ereignisse, wie dem Tod der Mutter und die erste Begegnung mit Faust, zu beziehen. Da all diese Ereignisse mit Menschen in Verbindung stehen, die Gretchen viel bedeuten und ihre Familie bildeten, ist diese nun innerlich erschüttert und auf sich selbst gestellt. Ebenfalls klagt sie „[ihr] Herz ist schwer“ (V. 3375), was veranschaulicht, dass sie sehr unter der Trennung von Faust leidet. Die darauf folgende Äußerung: „Ich finde sie nimmer / und nimmermehr“ (V. 3376 f.) verdeutlicht in Bezug auf ihre innere Unruhe und die Trennung von Faust, dass sie sich der Endgültigkeit ihrer Gefühle Faust betreffend sicher ist. Dies wird ebenfalls zu Beginn der zweiten Strophe aufgegriffen, in der sie behauptet: „Wo ich ihn nicht hab, / Ist mir das Grab“ (V. 3379 f.). Gretchen sieht demnach keinerlei Sinn ohne Faust weiter zu leben, ihr Leben ist dementsprechend abhängig von ihm. Der Ausdruck: „Die ganze Welt / ist mir vergällt“ (V. 3380 f.) ist ebenfalls auf diesen Umstand zu beziehen und bestätigt, dass ihr ohne die Anwesenheit des Geliebten die Lebensfreude fehlt. Auffällig in der zweiten Strophe ist ebenfalls, dass diese die einzige Strophe des Liedes ist in der Paarreime eingesetzt wurden. Die Paarreime sollen daher abermalig die Beziehung zu Faust aufgreifen. Die dritte Strophe schließt sich thematisch unmittelbar der zweiten an, da Bezeichnungen, wie „Mein armer Kopf / ist mir verrückt“ (V. 3382 f.) und „Meiner armer Sinn / Ist mir zerstückt“ (V.3384 f.) die Bedeutung Fausts für Gretchen ein weiteres Mal unterstreichen. Zudem bilden beide Bezeichnungen einen Parallelismus, der die Endgültigkeit entsprechend Gretchens Ansicht ihre Gefühle betreffend aufzeigt. Im Gegensatz zur zweiten Strophe ist die dritte gekennzeichnet durch unterbrochene Kreuzreime, welche an die innere Unruhe Gretchens zu Beginn anknüpfen und somit die Überleitung zum Refrain,der diese Unruhe erläutert, ebnen. Die fünfte Strophe setzt ein mit der Aussage: „Nach ihm nur schau ich / Zum Fenster hinaus“ (V. 3390 f.), welche darlegen soll, dass sie ihre Umwelt gar nicht mehr wahrnimmt, sondern nur Faust noch für sie von Bedeutung ist. Diese Strophe ist ebenso wie die dritte mit einem Parallelismus versehen, der die Verse gegenseitig in Verbindung setzt. Die Strophe endet daher mit der Aussage: „Nach ihm nur geh ich / Aus dem Haus“ (V. 3392 f.). Der Parallelismus ist ebenfalls wie in der dritten Strophe mit der Endgültigkeit bezüglich Gretchens Gefühlen zu deuten. In der sechsten und siebten Strophe wird Faust näher beschrieben. Sie erwähnt „Sein[en] holde[n] Gang, / Sein[e] edle Gestalt, / Seines Mundes Lächeln [und] / Seiner Augen Gewalt“ (V. 3394 ff.). Insgesamt ist diesen Beschreibungen die Tatsache zu entnehmen, dass ihre Gefühle für Faust sehr stark sind. Weiterhin beschreibt Gretchen Fausts Rede als „Zauberfluss“ (V. 3399) und schwärmt von „Sein[em] Händedruck“ (V. 3400) und „sein[em] Kuss“ (V. 3401). Die beiden Strophen bilden einen zusammenhängenden Satz, der mit einem Ausrufezeichen endet und somit die Bedeutung Fausts für Gretchen in Form der Schwärmereien verdeutlicht. In der achten Strophe folgt ein drittes Mal der Refrain des Liedes. Die letzten beiden Strophen sind ebenfalls durch einen zusammenhängenden Satz verbunden. Dem Beginn der neunten Strophe ist zu entnehmen, dass die letzten beiden Strophen Gretchens Sehnsüchte und Wünsche darstellen. Die Strophe setzt ein mit dem Ausdruck: „Mein Busen drängt / Sich nach ihm hin“ (V. 3406 f.), welcher im Gegensatz zu Gretchens vorherigem tugendhaften Verhalten steht. Dies wird ebenfalls im weiteren Verlauf der Strophe: „Ach dürft ich fassen / Und halten ihn“ (V. 3408 f.) deutlich. Auffällig ist hierbei jedoch auch der Moduswechsel von Indikativ zu Konjunktiv. Der Konjunktiv führt wiederholt die Sehnsucht nach Faust und die starken Gefühlte Gretchens vor Augen. Der Moduswechsel besteht bis zum Ende des Gedichtes und gibt, da es sich beim Konjunktiv um die Möglichkeitsform handelt, eine Vorausdeutung auf den weiteren Verlauf der Handlung. Das Lied endet mit dem Wunsch Gretchens: „Und küssen ihn, / So wie ich wollt, / An seinen Küssen / Vergehen sollt!“ (V. 3410 ff.). Das Enjambement, welches die letzten beiden Verse verbindet, deutet auf die Abhängigkeit Gretchens von Faust hin.

Zum Schluss ist festzuhalten, dass Gretchen durch ihre starken Gefühle für Faust eine Abhängigkeit von diesem entwickelt hat. Sie ist bereit selbst ihr Leben für ihn zu geben. Während seiner Abwesenheit verfällt sie einer inneren Unruhe, die teilweise das Gegenteil ihrer sonst tugendhaften Charakterzüge hervorbringt.

Luisa http://projektwiki.zum.de/wiki/Benutzer:LuPinz

Janina

Analyse - Gretchens Stube

Die Tragödie „Faust“, verfasst von Wolfgang Johann von Goethe und erstmals veröffentlicht in dem Jahre 1808, thematisiert das Streben nach Allwissenheit und den Versuch den Sinn des Lebens zu finden.

In der Szene „Gretchens Stube“ (V.3374-3413) gesteht Gretchen Faust ihre Liebe zu ihm.

Die Szene „Gretchens Stube“ besteht aus zehn Strophen, wovon jede vier Verse beinhaltet. Das Reimschema ist überwiegend unrein. Jedoch liegt in der zweiten Strophe ein Paarreim und in der fünften Strophe ein Kreuzreim vor. Die erste Strophe liegt in dieser Szene dreifach vor und wird somit auch als Refrain bezeichnet.

Die erste Strophe befasst sich mit der inneren Unruhe Gretchens (V.3374). Sie ist in ihrem Inneren verletzt und hat großen Liebeskummer (V.3375). Die Wiederholung der Wörter „nimmer“ und „nimmermehr“ in den beiden letzten Versen sollen ihr inneres Missbehagen bestärken.

In der zweiten Strophe beschäftigt sich Goethe mit der bedingungslosen Liebe, welche Gretchen Faust widmet. Die Metapher „Grab“ (V.3379) wird in diesem Zusammenhang als den Tod definiert, da Gretchen so abhängig von Faust zu sein scheint, dass sie ohne ihn nicht leben kann. Denn nur er ist ihr wichtig und alles andere ist egal (V.3380-3381).

In der dritten Strophe wird deutlich wie Faust Gretchens Gedanken und Wahrnehmungen von Grund auf verändert und manipuliert. Dies wird verständlich durch die Metaphern „verrückt“ (V.3383) und „zerstückt“ (V.3385). Die Personifikationen „Mein armer Kopf“ (V.3382) und „Mein armer Sinn“ (V.3384), welche eine Vermenschlichung darstellen, sollen ebenfalls die Tragik des Ereignisses verstärken.

Die fünfte Strophe zeigt, dass Gretchen ihren Lebenssinn ausschließlich in Faust sieht, was die Anapher „Nach ihm nur..“ (V.3390/ 3392) anschaulich macht. Außerdem verstärkt sie das Malheur und leuchtet ein, dass sie nur noch für ihn lebt.

In der sechsten Strophe lobt Gretchen Faust auf Grund seines Äußeren. Dies kann in Verbindung zu dem Trank stehen, den Mephisto Faust gegeben hat, damit sich sein Erscheinungsbild verjüngt. Es lässt sich erahnen, dass Gretchen sich nicht in Faust verliebt hätte, hätte man ihm diesen Trank nicht verabreicht.

Auch in der siebten Strophe lobt Gretchen Faust, jedoch dieses Mal verstärkt auf seine inneren Werte. Die Metapher „Zauberfluss“ (V.3399) führt auf, dass Gretchen Fausts Intelligenz sehr beeindruckend findet und sie mit einer Art Magie vergleicht. Der Ausruf „Und ach sein Kuss!“ (V.3401) hebt hervor, dass Faust gut küssen kann und Gretchen ihm dies ebenfalls hoch ansieht.

In der neunten Strophe wird das körperliche Verlangen, welches Gretchen nach Faust hat verdeutlicht. Dies zeigt die Personifikation „Mein Busen drängt“ (V.3406). Gretchens Drang Faust ganz nah an sich zu spüren wird in den letzen beiden Versen dieser Strophe noch einmal besonders deutlich.

In der zehnten und letzten Strophe dieser Szene verwendet Goethe den Konjunktiv „wollt“(V.3411) und „sollt“ (V.3413), welcher das Verbot des Kontaktes zwischen Faust und Gretchen klar machen soll. Am Ende der Szene wird handfest gemacht, dass Gretchen mit Faust sterben möchte und keinen Tag mehr ohne diesen leben kann (V.3412-3413).

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Szene sich mit der inneren Unruhe Gretchens befasst und diese sich ausschließlich mit Faust befasst. Die Sehnsucht nach ihm ist größer, als nach allem Anderen. Ihr wird bewusst wie viel Macht die Liebe über sie hat und dass nur Faust es schafft ihr Zuversicht zu schenken.


Janette Die Tragödie ,,Faust – Der Tragödie Erster Teil’’ von Johann Wolfgang Goethe aus dem Jahr 1808, thematisiert die Frage des Menschen hinsichtlich der Lebensbezüge.

Der vorliegende Textauszug ,,Gretchens Stube’’ von Vers 3374-3413 ist im letzten Drittel der Tragödie aufzufinden. Inhaltlich geht es darum, dass Gretchen zu der Einsicht kommt, dass sie Gefühle für den Wissenschaftler Heinrich Faust hegt und ihre Liebe zu ihm so massiv ist, dass sie nicht zu Ruhe kommt. Zu Beginn des Dramas haben Mephistopheles und Gott eine Wette über Faust abgeschlossen in der es darum geht, wenn Mephistopheles es schafft Faust glücklich zu machen er seine Seele haben dürfte. Allerdings ist Gott sich seines Sieges sicher. Da Faust danach strebt du begreifen wie die Welt funktioniert, dies aber unmöglich ist versucht Mephistopheles ihn anders glücklich zumachen. Dazu lässt er Faust einen Verjüngungstrank trinken und somit verliebt sich die jüngere Margarete in ihn. Dieser Textausschnitt ist für das gesamte Drama sofern wichtig, weil sich hier Gretchen ihrer Liebe zu Faust erst bewusst wird. Damit sie bei Faust sein kann und ungestört eine Nacht mit ihm verbringen kann verabreicht sie ihrer Mutter einen Trank. Sie nimmt an dass es sie nur schlafen lässt, allerdings war dies eine Intrige Mephistopheles und somit stirbt sie. Daraufhin kommt es zu einem Duell zwischen Valentin, Gretchens Bruder, und Faust wobei Valentin stirbt, woraufhin Faust fliehen muss. Auf dem Blocksberg allerdings hat Faust eine Vorahnung dass Gretchen in Gefahr ist und kehrt zurück. Da Gretchen schwanger war und ihr Kind getötet hat wurde sie zur Todesstrafe verurteilt. Weil ihre Schuldgefühle zu groß sind weigert sie sich, mit Faust zu fliehen und somit erlöst Gott Gretchen und rettet sie. Die Szene ist also bedeutsam für den weiteren Verlauf der Tragödie.

,,Gretchens Stube’’ besteht aus 10 Strophen, welche aus jeweils vier Versen bestehen. Die erste Strophe wird insgesamt drei mal wiederholt, sodass sich ein Refrain erkennen lässt. Aufzufinden sind Paarreime (aabb) und sowie Paarreime (abcb). Das Lied lässt sich in Sinnesabschnitte unterteilen, so dass zuerst ein Refrain zu erkennen ist worauf Strophe 2 und 3 folgen, in denen Gretchen sich selbst beschreibt. Wiederum folgt der Refrain und Strophe 5, in der Gretchen zur Erkenntnis kommt, dass sie von Faust abhängig ist. Darauf hin wird Faust in Strophe 6-7 charakterisiert. Nach der zweiten Wiederholung des Refrains lässt Gretchen in zwei weiteren Strophen wissen, wie ihre Zukunft aussehen soll.

Eingeleitet wird die Szene durch eine Regieanweisung, in der es heißt, dass Gretchen alleine ist. Das weist darauf hin, dass es sich um einen inneren Monolog handelt und dass eher eine bedrückte Atmosphäre herrscht. Zu Beginn äußert Gretchen die Aussage: ,,Meine Ruh ist hin’’. Das zeigt, dass die vergangen Ereignisse Gretchen ihre innere Ruhe gestört hat. Zusätzlich ist ihr Herz schwer (vgl. V. 3375) was als Metapher dient und zum Ausdruck bringen soll, dass Gretchen verliebt ist aber sie in keiner einfachen Situation steckt. Sie sieht sich außerdem in ihrer Situation fest was die Steigerung ,,nimmer’’ (V. 3376) ,,nimmermehr’’ (V.3377) bestärkt. Sie steigert sich also so in ihre Liebe zu Faust rein, dass sie denkt sie könnte nicht ohne ihn leben. Dies kann man in Verbindung setzten, wo Gretchen sing: ,,Wo ich ihn nicht hab / ist mir das Grab’’. (V. 3378) Zudem lässt sich weiterhin daraus hervorbringen dass sie in einer Abhängigkeit zu Faust steht. Sie behauptet durch die Hyperbel, dass ihre Welt ohne ihn ungenießbar wäre (vlg. V. 3380 f.), was bedeutet dass sie ihr ganzes Leben nur nach ihm richtet. Hierbei ist ,,die ganze Welt’’ (V. 3380) ein Synonym für ihre eigene Existenz. Das bedeutet dass sie sich mehr zu Faust hingezogen fühlt als zu ihrem anderen Umfeld und somit auch ihrer Familie. Man könnte an dieser Stelle auch beilegen, dass es eine Vorrausdeutung des weitern Verlaufes der Tragödie ist, das ihre Mutter noch zu Tode kommt durch Gretchen ihr Handeln weil sie von ihrer Liebe geblendet ist. In der dritten Strophe charakterisiert Gretchen sich selbst. Zur eigenen Beschreibung nutzt sie schwache negative Adjektive wie ,,verrückt’’ (V. 3382) und ,,arm’’ (V.3385 und V. 3383). Sie hält sich also im Vergleich zu Faust als charakterschwach. Nach ihrer eigenen Beschreibung folgt die zweite Wiederholung des Refrains. Dieser Parallelismus soll eine Einleitung für neue Situationen sein, was auch wieder für die Hin und Her Gerissenheit Gretchens steht. In der nächsten und somit 5. Strophe erlangt Gretchen nämlich jetzt vollkommen die Erkenntnis dass sie von Faust abhängig ist. Die Inversionen ,,Nach ihm nur schau ich / Zum Fenster hinaus, / Nach ihm nur geh ich / Aus dem Haus’’ (V. 3390 ff.) hebt hervor dass sie ihr Leben nur nach ihm richtet. Hier steht das ,,ihm’’ was für Faust steht vorne im Satz und das ,,ich’’ welches für Gretchen gilt an letzter Stelle des Verses. Also stellt sie Faust über sich und hält mehr von im als von sich selbst. Unterstützend für diese Behauptung ist die 6. Strophe. Hierbei verwendet sie in allen vier Versen eine Anapher. Diese dient dazu, dass sie ihn persönlich anredet, obwohl er nicht da ist. Außerdem benutzt sie für ihn starke positive Adjektive wie ,,hoher’’ (V. 3394) und ,,edle’’ (V.3395). Dass sie sich unter in ordnet in Kombination mit der Andere an Faust, trotz dessen dass er nicht da ist, lässt den Eindruck erwecken, dass sie vor Liebe verrückt ist was sie in Strophe 2 durch ,,Mein armer Kopf / ist mir verrückt’’ selber zu gibt. Weiter geht es mit der 6. Strophe, in der ein Neologismus aufzufinden ist. Sie vergleicht sein Stimme mit einem ,, Zauberfluss’ (V. 3398). Gretchen schöpft also ein neues Wort, weil ihr dass was für die Menschen ergreifbar ist für Faust nicht ausreicht. Zudem untermalt der Begriff das Magische zudem sich Faust auch hingezogen fühlt, so dass eine Verbindung zwischen den beiden hergestellt wird was über das Natürliche geht. Zusätzlich lässt sich durch ,,sein Händedruck’’ (V. 3400) nach seiner Nähe und seinem Körper sehnt was wiederum eine Vorrausdeutung für eine gemeinsame Nacht stehen könnte. Mit der Injektion ,,ach’’ (V. 3401) wird dies nach einmal bestärkt und sie ruft sich noch einmal die vergangen Ereignisse in Erinnerung. Das bringt sie wieder so in Aufruhe, dass eine dritte und letzte Wiederholung des Refrains folgt. In den letzten beiden Strophen wird der Tempus vom Präsens zum Konjunktiv gewechselt, was dafür spricht, dass Gretchen jetzt offen über ihre Wünsche spricht und sich fest für Faust entschieden hat. Durch die Personifikation ,,Mein Busen drängt / sich nach ihm hin’’ (V. 3406 f.) wird beschrieben, dass Gretchen sich nach seinem Körper in sexueller Hinsicht sehnt und es eine hohe Dringlichkeit hat, da sie selbst ihren Körper nicht mehr unter Kontrolle hat. Erneut verwendet sie die Interjektion ,,Ach’’ (V. 3408) was ihre Sehnsucht noch einmal untermalt. Mit ,,dürft ich fassen / und halten ihn! / und küssen ihn’’ (V. 3407 ff.) äußert sie explizit den Wunsch und Willen nach Faust. In dem nächsten Vers singt sie allerdings ,,so wie ich wollt’’ (V.3411), was dafür steht, dass etwas zwischen ihnen steht, beziehungsweise dass faust von sich von ihr abgewendet haben muss. An der letzten Textpassage wird zusätzlich wieder betont, dass ihre Liebe und das Bedürfnis nach Faust unendlich ist und bis an ihr Lebensende anhält, was auch bedeutet dass der Wille, wenn sie ohne ihn Leben müsste, zu sterben groß ist. Das lässt sich erkennen an ,,an deinen Küssen / vergehen sollt!’’. Sie weiß also dass Faust sie ins Verderben drängt aber es hat für sie keinen hohen Stellenwert da sie durch das Ausrufezeichen ihren Entschluss bestärkt und dieser an letzter Stelle der Szene steht was die endgültige Entscheidung akzentuiert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in dieser Szene Gretchens Gefühle beschrieben werden und dass sie sich selber bewusst darüber wird, dass sie ohne Faust keinen Sinn im Leben sieht. Durch ihr Verlangen nach Faust verdrängt sie ihre Außenwelt und schafft sich ihre eigene Welt die nur aus ihr und Faust besteht.


Diana

Analyse von ,,Gretchens Stube"

Bei dem vorliegendem Text handelt es sich um einen Auszug aus der Tragödie ,,Faust“, verfasst von Johann Wolfgang Goethe und veröffentlicht im Jahr 1808. Thematisch geht es in dem Drama um die Frage des Menschen hinsichtlich der Lebensbezügen.

Zu Beginn der Tragödie schließen Gott und Mephistopheles eine Wette ab, in der es darum geht, ob Mephisto es schaffst Faust, ein Wissenschaftler, der gierig nach Wissen ist und erkennt, dass er nichts weiß und daher verzweifelt ist, glücklich zu machen. Faust geht einen Pakt mit Mephisto ein, dass wenn er es schafft Faust zu helfen sein Lebensglück zu finden, Fausts Seele bekommt.Daraufhin , nach dem ersten gescheiterten Versuch, gehen sie zu einer Hexe und Faust erhält einen Trank,der ihn jünger macht. Er lernt ein Mädchen , namens Gretchen, kennen und verliebt sich in sie. Mit Mephistos Hilfe schafft er es, dass auch Gretchen sich in ihn verliebt. Gretchen lässt sich von Faust überreden ihrer Mutter einen Schlaftrank zu geben, damit sie eine Nacht gemeinsam verbringen können, woran die Mutter aber stirbt. Daraufhin kommt es zu einem Duell zwischen Faust und Gretchens Bruder Valentin, bei dem Valentin stirbt und Faust sowie Mephistopheles fliehen. Während Mephisto versucht Faust abzulenken, wird Gretchen von einem bösen Geist besucht, der ihr bestätigt schwanger zu sein. Gretchen tötet ihr Kind und landet aufgrund dessen im Kerker und Faust versucht sie zur Flucht zu überreden. Die Tragödie endet damit, dass Gretchen sich jedoch weigert, da sie nicht mehr sündigen möchte und schließlich von Gott gerettet und im Himmel aufgenommen wird.

Der zu analysierende Textauszug setzt mit der Aussage ein, ,, Meine Ruh ist hin,/ Mein Herz ist schwer“(v.3374f.) , was verdeutlicht , dass sie keine Ruhe mehr findet, da sie sich nach Faust sehnt und die Tatsache , dass er nicht bei ihr ist, sie beunruhigt und traurig macht. Die Metapher , dass ihr ,, Herz […] schwer“(v.3375) ist, bringt ihre starken Gefühle für Faust zum Ausdruck und dass sie aufgrund ihrer Gefühle für Faust verzweifelt und überfordert ist. Die Aussage, dass sie die Ruhe ,, nimmer / Und nimmermehr“(v.3376 f.) findet, betont ihre Sehnsucht nach Faust, da sie, solange er nicht bei ihr ist, keine Ruhe findet und nur durch seiner Anwesenheit wieder Ruhe in sie einkehrt. Die Strophe bildet den Refrain der zehn Strophen , da die erste Strophe in der vierten und achten Strophe wiederholt wird. Die Wiederholung der Strophe betont nochmals Gretchens Sehnsucht nach Faust und die Tatsache, dass sie ohne ihn nicht zur Ruhe kommen kann. Außerdem wird dadurch auch Gretchens Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zum Ausdruck gebracht. Die Aussage in der nächsten Strophe ,, Wo ich ihn nicht hab/Ist mir das Grab“(v.3378f.) drückt ihr Abhängigkeit zu Faust aus und dass sich einsam, leer bzw. unvollkommen ohne ihn fühlt. Die Verwendung des Nomens ,, Grab“(v.3379) drückt aus, dass sie sich nur mit Faust lebendig fühlt und ohne Faust nicht leben kann. Wenn sie sagt : ,, Die ganze Welt/ Ist mir vergällt“(v.3380 f.) ,zeigt dies, dass Faust das Wichtigste für sie ist und für sie die Welt ohne Faust unschön und trist ist. Seit sie Faust kennt und sich in ihn verliebt hat, ist die Welt für sie unerträglich ohne ihn und sie fühlt sich einsam. Der hier vorliegende Paarreim verdeutlicht auch nochmals, dass Gretchen abhängig von Faust ist und sich ihm verbunden fühlt und er ,für sie, in ihr Leben gehört. Die nächste Strophe beginnt mit der Aussage , dass ihr ,, armer Kopf/ […] verrückt“ (v.3382 f.) sei. Dies ist eine Metapher, da es bedeutet, dass ihr Kopf nicht an der richtigen Stelle ist. Dies macht deutlich, dass Gretchen verwirrt ist aufgrund ihrer Gefühle für Faust , keinen klaren Gedanken mehr fassen kann und nicht richtig mit ihren Emotionen umzugehen weiß. Dass ihr ,, armer Sinn/ […] zerstückt ist“(v.3385) , zeigt, dass sie nicht mehr klar denken kann , da sie zuvor noch nie verliebt war und diese Art von Gefühlen neu für sie ist. Die Verwendung des Adjektivs ,, arm“(v.3385) macht deutlich, dass sie nichts gegen die Gefühle tun kann und ihnen völlig ausgeliefert ist und daher überfordert mit ihrer Situation ist. Die Aussage ,, Nach ihm nur schau ich/Zum Fenster hinaus“(v. 3390 f.) in der nächsten Strophe macht klar, dass sich ihre Gedanken nur noch um Faust drehen und sie sich nach ihm sehnt. Die Aussage zeigt auch, dass Gretchen auf ein Wiedersehen hofft und sie andere Dinge oder auch Menschen in ihrem Leben nicht so sehr interessieren, wie Faust , da sie ,, nur“(v.3390) nach ihm schaut. Das wird auch in der zweiten Aussage ,, Nach ihm nur geh ich /Aus dem Haus“(v.3392 f.) deutlich . Sie will nur noch Zeit mit ihm verbringen und wartet nur auf ein erneutes Zusammentreffen mit Faust. In dieser Strophe bilden die beiden Aussagen ein Parallelismus , der die Aussagen betont. Als nächstes schwärmt Gretchen von Faust in Form einer Aufzählung(vgl. v. 3394 ff.), wobei klar wird, dass sie viel von Faust hält und er für sie das Schönste ist. Wenn sie ihn als ,, edle Gestalt“ (v. 3395) bezeichnet , führt das vor Augen , dass er für Gretchen was besonderes ist und sie ihn nur mit Positivem in Verbindung bringt, da sie in der Aufzählung keine Sache nennt, die sie eventuell nicht an Faust mag. Jeder Vers beginnt mit dem Possessivpronomen „Sein“(v.3394) und daher liegt hier eine Anapher vor , die zeigt, dass Gretchen mit ihren Gedanken völlig bei Faust ist und die Anapher betont ihre Gefühle für ihn. In der nächsten Strophe schwärmt Gretchen weiterhin von Faust. Durch die Aussage „Und seiner Rede/ Zauberfluss“(v.3398 f.) wird deutlich , dass Gretchen sich leicht von seinen Worten beeinflussen lässt und Faust eine besondere Wirkung auf Gretchen hat. Es wird klar, dass Gretchen fasziniert von Faust ist und sich zu ihm hingezogen fühlt. Dass Gretchen sich nach Fausts Nähe sehnt und ihn bei sich haben will, wird durch die Aussage ,, Sein Händedruck,/ Und ach sein Kuss“(v. 3400 f.) deutlich. Die Interjektion ,, ach“(v. 3401) und das Ausrufezeichen (vgl. v. 3401) betonen ihre starke Sehnsucht nach seiner Nähe und ihre intensive Gefühle, da sie nur noch an ihn denken kann und wie es sich anfühlt ihn in ihrer Nähe zu haben oder Nahe bei sich zu haben. Die Metapher, dass sich ihre ,,Busen [...]nach ihm hin“(v.3406 f.) drängen, bringt nochmal ihre Sehnsucht und ihr Verlangen nach Faust besonders hervor . Die Tatsache, dass sie nichts anderes möchte , als bei ihm zu sein, wir auch in der Aussage ,, Ach dürfte ich fassen/ Und halten ihn“(v. 3408 f.) deutlich. Darüber hinaus wird klar, dass ihre Sehnsucht stärker wird , was auch durch die Interjektion ,, Ach“( v. 3408) verstärkt wird. In der letzten Strophe wird ihr Verlangen nach Fausts Nähe nochmals deutlich und die Aussage ,, Und küssen ihn/so wie ich wollt“(v. 3410 f.) stellt eine Art Steigerung zu der davor genannten Aussage dar, was ihre starke Sehnsucht betont. Sie will nichts Anderes , als bei ihm sein und ihm Nahe sein zu können. Die letzte Aussage ,, An seinen Küssen / Vergehen sollt“(v.3412 f.) macht klar, dass sie alles dafür tun würde, um Faust bei sich zu haben, auch wenn sie dadurch Nachteile hat oder sterben müsste, da sie so überwältigt von ihren Gefühlen für Faust ist und alles dafür tun würde ihn bei sich zu haben. Außerdem ist diese Aussage eine Vorausdeutung auf den weiteren Handlungsverlauf, da ihre Gefühle zu ihm so groß sind, sodass sie alles tun würde für ihn und später auch letztendlich stirbt aufgrund ihrer Liebe zu Faust und die dadurch verursachten Fehler. Gretchens Unruhe, Verwirrung und Sehnsucht nach Faust wird nicht nur durch die Aussagen deutlich, sondern auch durch den hier vorliegenden Knittelvers und das unreine Reimschema ,die ihr inneres Befinden widerspiegeln und deutlich machen, wie aufgewühlt und unruhig Gretchen wegen ihrer Gefühle für Faust ist und nicht damit umzugehen weiß und hoffnungslos ist.

Abschließend ist zu sagen, dass Gretchen große Sehnsucht nach Faust hat und alles dafür tun würde um ihn bei sich zu haben, da Faust das Wichtigste für sie ist. Der Textauszug ist wichtig für den weiteren Verlauf der Handlung, da hier klar wird wie stark ihr Gefühle für Faust sind uns sie sich nur deswegen von ihm zum Bösen verführen lässt.

Nina H

Analyse von ,,Gretchens Stube"

Bei dem vorliegenden Text, handelt es sich um einen Auszug der Szene „Gretchens Stube“ aus der Tragödie „Faust“, welche von Johann Wolfgang Goethe verfasst und im Jahr 1808 veröffentlicht worden ist. Somit ist es den Epochen „Sturm und Drang“ und „Klassik“ zuzuordnen. Thematisiert wird die Frage nach dem Menschen in seinen vielfältigen Lebenszügen.


Die Tragödie beginnt mit dem Abschließen einer Wette zwischen Gott und Mephistopheles. Bei dieser geht es darum, dass Mephistopheles die Seele Fausts erhält, wenn er es schafft ihn zum Bösen zu bekehren und glücklich zu machen. Als erstes geht er mit Faust zu einer Hexe, welche ihm einen Trank gibt, der ihn jünger macht. Schließlich begegnet Faust einem jungen Mädchen, Gretchen und verliebt sich in sie. Bei dem gemeinsamen Treffen kommt es zu einem Kuss und daraufhin setzt die vorliegende Szene ein, in der beschrieben wird, wie Gretchen für Faust empfindet, denn sie fühlt sich zu ihm hingezogen und liebt ihn. Da sich die beiden nachts treffen möchten, gibt Faust Gretchen einen Trank für ihre Mutter, welcher ungefährlich sein soll, diese jedoch umbringt. Faust trifft schließlich auf Valentin, den Bruder Gretchens, welcher ihn zu einem Duell herausfordert, bei dem er umkommt. Faust und Mephistopheles müssen darum fliehen. Daraufhin stellt sich heraus, dass Gretchen im Kerker eingesperrt ist, da sie ihr gemeinsames Kind getötet hat. Faust möchte ihr zur Flucht verhelfen, aber Gretchen möchte für ihre Sünde büßen und sterben. Am Ende der Tragödie nimmt Gott Gretchen in den Himmel auf, weshalb Faust und Mephistopheles fliehen. Gott hat darum die zu Beginn beschlossene Wette gewonnen. Der Textauszug dient dem Verständnis der Gefühle Gretchens und bringt die Situation Gretchens zum Ausdruck, denn sie drückt hier stark aus, wie sie für Faust empfindet.

Die Szene setzt sich aus zehn Strophen zu je vier Versen zusammen. Die erste Strophe, der Refrain, wird innerhalb der Szene dreimal wiederholt. Das Reimschema ist überwiegend unrein, jedoch sind in der zweiten Strophe ein Paarreime und in der fünften Strophe Kreuzreime zu erkennen.

Die zu analysierende Szene setzt ein mit der Aussage Gretchens, „Meine Ruh ist hin, / Mein Herz ist schwer“ (V. 3374 f.), was eine durch die Begegnung mit Faust ausgelöste Reaktion Gretchens darstellt. Die „Ruh“ (V. 3374) steht metaphorisch für die Kindheit und Unschuld Gretchens, da sie nun, nachdem sie Faust getroffen und sich in ihn verliebt hat, innerliche Unruhe spürt, denn ihre Empfindungen für Faust sind für sie ein völlig neues Gefühl. Das „Herz“ (V.3375), welches schwer ist, ist ebenfalls eine Metapher und verdeutlicht die starken Gefühle Gretchens für Faust. Sie hat sich in ihn verliebt und kann es nicht ertragen, dass Faust nicht bei ihr ist, denn sie vermisst ihn sehr. Gretchen fügt dem hinzu, sie finde ihre Ruhe „nimmermehr“ (V. 3377). Dies deutet daraufhin, dass ihre Liebe zu Faust so stark ist, dass sie ihn niemals vergessen möchte. Außerdem wird dadurch hervorgehoben, dass sie die Entfernung zwischen sich und Faust nicht ertragen kann und ihn immer in ihrer Nähe haben möchte. Wenn Faust nicht in ihrer Nähe ist, ist sie unzufrieden und vermisst ihn, denn ohne ihn könnte sie nicht mehr leben. Gretchen ist hin und weg von Faust und gerade das bringt sie zur Verzweiflung, denn sie hat dieses Gefühl, von jemandem so abhängig zu sein und diese Person derartig zu vermissen, vorher nicht gekannt. Dass Gretchen ohne die Nähe zu Faust gar nicht mehr überleben kann wird ebenfalls zum Ausdruck gebracht, wenn sie in der zweiten Strophe erklärt: „Wo ich ihn nicht hab / Ist mir das Grab“ (V. 3378 f.). Ebenfalls erwähnt sie, dass „Die ganze Welt“ (V. 3380) ihr „vergällt“ (V.3381) sei. Dadurch wird die starke Abhängigkeit Gretchens von Faust beschrieben, denn ohne ihn sieht sie im Leben keinen Sinn mehr. Ihr ist jede Freude genommen und es ist unerträglich für sie, wenn Faust nicht bei ihr ist. In der dritten Strophe wird durch die Aussage Gretchens, „Mein Armer Kopf / Ist mir verrückt, / Mein armer Sinn / Ist mir zerstückt“ (V.3382 ff.) ihre neue Denkweise dargelegt, welche sie noch nicht ganz begreifen kann, da sie noch nie so empfunden hat. Sie ist völlig verwirrt und ihre Welt ist, seit sie Faust kennt, durcheinander geraten, weil sie ihre neuen Empfindungen selbst nicht wirklich verstehen kann. Hier liegen zudem Parallelismen vor, denn die Verse setzen abwechselnd mit „Mein armer“ (V. 3382 / V. 3384) oder „Ist mir“ (V. 3383 / V. 3385) ein, wodurch die Verse miteinander verbunden werden. Außerdem sind Personifikationen/Vermenschlichungen zu erkennen, denn ihrem Kopf und Sinn wird das Adjektiv „armer“ (V. 3382 / V. 3384) hinzugefügt. Dies soll Gretchens innere Unruhe und Überforderung mit dieser Situation betonen. Anschließend wird der Refrain wiederholt, was die Gefühle Gretchens verstärkt zum Ausdruck bringt. In Strophe fünf sagt Gretchen, dass sie „nur“ (V. 3390) nach Faust „Zum Fenster hinaus“ (V. 3391) schaut und nur „Nach ihm […] Aus dem Haus“ (V.33992) geht. Gretchen hofft immer ihn zu sehen, oder ihm zu begegnen, weil sie ständig Sehnsucht nach ihm hat. Für sie zählt nur noch Faust, denn sie ist stark abhängig von seiner Liebe und nur er erhält sie am Leben, was besonders durch den Parallelismus „Nach ihm nur“ (V. 3390 / V. 3392) zum Ausdruck gebracht wird. Gretchen reflektiert in der sechsten Strophe die äußeren Merkmale Fausts. In dieser Strophe geht es nicht mehr um die Gefühle Gretchens, sondern darum, wie sie Fausts äußeres Erscheinungsbild wahrnimmt. Sein „hoher Gang“ (V. 3394) und seine „edle Gestalt“ (V. 3395) faszinieren sie und auch das „Lächeln“ (V. 3396) seines Mundes und die „Gewalt“ (V. 3397) seiner Augen lassen sie nicht mehr los. Dadurch wird deutlich gemacht, dass Gretchen alleine aufgrund seines äußerlichen Erscheinungsbildes in ihn verliebt ist. Jeder Vers dieser Strophe setzt mit dem Possessivpronomen „sein“ ein, was bekräftigt, dass es hier ausschließlich um Faust geht. Zudem werden ihre Aussagen über „Seines Mundes Lächeln, / Seiner Augen Gewalt“ (V. 3396 f.) durch bekräftigende Substantive verstärkt, was widerspiegelt, wie diese auf sie wirken. Anschließend, in der siebten Strophe, geht Gretchen auf die inneren Werte Fausts ein und erwähnt dabei „seiner Rede / Zauberfluss“ (V. 3398 f.), wodurch darauf hingedeutet wird, dass sie nicht ausschließlich von seinem äußeren Erscheinungsbild, sondern auch von seinen inneren Werten beeindruckt ist. Die Art, wie Faust sich aufgrund seiner Bildung ausdrückt ist für sie als ein bürgerliches junges Mädchen etwas Besonderes und Faszinierendes. Des Weiteren spricht sie von seinem „Händedruck“ (V. 3400) und seinem „Kuss“ (V. 3401). Dies verdeutlicht, dass die Berührungen Fausts für Gretchen ein außergewöhnliches Gefühl sind und sie sich sehr nach jenen sehnt. Daraufhin wird der Refrain erneut wiederholt. Schließlich folgt die Aussage Gretchens „Mein Busen drängt / Sich nach ihm“ (V. 3406), was zeigt, dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt und ihn begehrt, was ein Kontrast zu ihrem bisherigen tugendhaften Verhalten ist. In dieser Strophe liegt ein Tempuswechsel vor, denn diese Aussage steht im Indikativ und die Darauffolgende „Ach dürft ich fassen / Und halten ihn!“ (V. 3408 f.) im Konjunktiv. Sie möchte die Anwesenheit Fausts spüren, weiß aber, dass dies nicht einfach so möglich ist. Die Interjektion „Ach“ (V. 3408) betont die Sehnsucht und das Verlangen Gretchens nach Faust. Die letzte Strophe der Szene beginnt mit den Worten „Und küssen ihn“ (V. 3410). Dieser Vers steht mit der Aussage „Und halten ihn“ (V. 3409) aus der neunten Strophe in Verbindung. Sie bilden zusammen einen Parallelismus, welcher diese beiden Strophen und konkret diese beiden Verse miteinander verknüpft, denn durch Beide wird die durch Faust ausgelöste Reaktion Gretchens, nämlich ihre Begierde nach ihm, zum Ausdruck gebracht. Die zu analysierende Textstelle endet damit, dass Gretchen an Fausts Küssen „Vergehen“ (V. 3413) möchte. Dies deutet erneut auf ihre Abhängigkeit von ihm hin, denn sie möchte sich ihm voll und ganz hingeben, da nichts anderes mehr für sie zählt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Szene die Abhängigkeit Gretchens verdeutlicht. Sie ist nur auf Faust fokussiert, denn für sie ist ihre Außenwelt nicht mehr viel wert. Nur noch Faust ist ihr wichtig, weil sie ihn liebt. Sie ist völlig verwirrt von den neuen Gefühlen, die sie für ihn empfindet, da sie vorher sehr tugendhaft gewesen ist und diese daher nicht gekannt hat.


Alina

Gretchens Stube Die Tragödie ‚Faust‘ wurde von Johann Wolfgang von Goethe 1808 in der Zeit des Sturm und Drangs und der Klassik verfasst. Das Drama thematisiert die Frage des Menschen hinsichtlich der Lebensbezügen. Mit Faust repräsentiert Goethe eine gierige Person, die versucht, Grenzen des Möglichen zu überschreiten. Die Tragödie handelt von dem Wissenschaftler Heinrich Faust, welcher sehr wissensdurstig ist und davon strebt, mehr Wissen zu erlangen. Das Kapitel im Buch ‘ Gretchens Stube ‘ (VV.3374-3413) ist eine wichtige Szene im Buch, da Gretchens Gefühle zu Faust durch ein Lied offenbart werden. Mephisto und Gott schließen am Anfang des Dramas eine Wette ab. Mephistos Aufgabe liegt darin, Faust glücklich zu machen und ihn vom rechten Wege Gottes anzubringen. Faust vertraut sich Mephistopheles an und schließen einen verhängnisvollen Pakt ab. Wenn er die Wette gewinnt, gehört Faust Mephistos Seele. Faust hat Gretchen auf der Suche nach seiner großen Liebe, nachdem er durch einen Hexentrank verjüngt wurde, gefunden. Sie haben sich unsterblich ineinander verliebt und sich beim ersten Treffen im Gartenhaus bei ihr zu Hause geküsst. Die Szene Gretchens Stube, gibt dem Leser einen Einblick in die Gefühlswert und dem Charakter Gretchens. Sie verdeutlicht ihre Liebe, was ein Ausgangspunkt aller draufkommenden Handlungen Gretchens darstellt. Im weiteren Verlauf der Tragödie folgen schlimme Schicksalsschläge. Ihre Mutter stirbt an den Schlaftropfen, die ihr von Faust gegeben wurden, ihr Bruder Valentin wird durch Aufforderung von Mephisto von Faust erstochen. Zudem wird Gretchen Mutter und tötet ihr Kind daraufhin. Sie wird zur Todesstrafe verbannt. Faust versucht sie zu retten, jedoch erlöst Gott Gretchen mit seinen Worten, dass er sie im Himmel aufnimmt und gewinnt somit die Wette. Der folgende Textauszug findet vor dem Kapitel 'Wald und Höhle' satt, in dem Faust sich beim Erdgeist für die Erfüllung seiner Wünsche bedankt, sich jedoch immer noch durch seine wachsende Abhängigkeit durch Mephisto beeinträchtigt fühlt. Das Lied, besteht aus zehn Strophen mit jeweils vier Versen. Ein klares Reimschema ist nicht zu erkennen. In Strophe zwei ist ein Paarreim und in Strophe fünf ein Kreuzreim. Ein reines Metrum hat das Lied nicht. Der Auszug ist im Hakenstil geschrieben, da der Übergang vom einen Vers zum anderen abbricht. Die Sprache von Faust und Gretchen unterscheiden sich sehr stark und lassen den Altersunterschied und somit auch die Lebenserfahrung der beiden stark differenzieren. Ihre Sprache verdeutlicht die Unsicherheit und Verzweiflung ihrer Gefühle. Im 20. Kapitel des Dramas sitzt Gretchen alleine mit einem Spinnrad in ihrer Stube. Sie braucht Zeit für sich, bemerkt jedoch, dass sie völlig verzweifelt ist und ihre Nähe zu Faust sucht. Sie beginnt sich selbst zu kritisieren “ Meine Ruh ist hin“ (V.3374). Sie ist ganz aufgebracht und bemerkt, dass sie etwas an ihrem Leben ändern muss. Sie bekommt Herzklopfen und trägt eine schwere Last auf ihrem Herzen. Die Metapher “Mein Herz ist schwer“ (V.3375) unterstreicht ihre Verzweiflung und die Synästhesie “schwer“ (V.3375) lässt ihre Gefühlslast in ihrem Körper widerspiegeln. In dieser Strophe redet Gretchen immer nur über sich selbst und verdeutlicht das mit Versanfängen “Meine, Ich“ (V. 3374ff.). Sie findet “nimmer“ (V.3376) zu sich zurück und verstärkt dieses Gefühl klimatisch mit “nimmermehr“ (V.3377). Sie findet keine Alternative mehr und versucht mit der Repetition ihre Gefühle verstärkt zum Ausdruck zu bringen. Sie sehnt sich so sehr nach Faust, sie braucht ihn überall , denn “ wo [sie] ihn nicht ha[t]“ (V.3378), “ist [ih]r das Grab“(V.3379). Sie verwendet metaphorische Sprache und sagt, dass sie ohne Faust ans Ende ihres Lebens stößt und es in diesem Zustand für Gretchen keinen Sinn mehr macht und die eine Vorausdeutung dafür ist, dass sie sonst sterben möchte. “Die ganze Welt“(V.3380) und damit ist für sie Faust gemeint, ohne ihn ist ihr Leben verbittert. Sie "Ist [ihr] vergällt"(V.3381).Folgend geht sie auf die Konsequenzen ihres eigenen Körpers ein. Durch Verben wie “verrückt“(V.3383) und “zerstückt“(V.3385) wird das Gefühlschaos in Gretchen und die Wirkung des Entzugs auf sie selbst verdeutlicht. Durch die Replikation “armer“(V.3384) wird ihr eigenes Bedauern verdeutlicht und ausgesagt, dass sie sich selbst als Opfer bezeichnet. Sie personifiziert ihren Kopf und ist voller frustrierten Gefühlen und Gedanken. Sie kann nicht mehr klar denken. Ihre Gedanken sind “zerstückt“(V.3384). In der vierten Strophe werden Faust und Gretchen näher beschrieben und ihre Sehnsucht und Verzweiflung erneut zum Ausdruck gebracht. Die Repetition der ersten Strophe (vgl.V.3374-3377), bringt Gretchens Ausmaß innerer Unruhe, unendliche Liebe und die Wichtigkeit Fausts erneut vor Augen und der Klimax und somit die Aussage, dass sie “nimmer“, “nimmermehr“(vgl.V.3388f.) zur Ruhe kommen. Folgend wird durch die Anapher “Nach ihm nur“(V.3390,3392) der Fokus auf Faust gesetzt, denn nur sie “schau[t]… [z]um Fenster hinaus“(V.3390f.) und nur sie “geh[t]…/[a]us dem Haus“(V.3393). Gretchen würde alles dafür tun um Faust wieder zu sehen. Faust gibt ihr somit die Chance in Freiheit zu leben, da sie für einen Moment nicht in ihrer Stube sitzt und eingeengt und gefangen von ihrem Leben ist. Dies zeigt die Hoffnung Gretchens auf eine Wende oder Neustart in ihrem Leben. Ihre Zuneigung zu Faust wird in der fünften Strophe näher beschrieben. Zunächst beschreibt Gretchen seine äußerer Erscheinung “Sein hoher Gang“(V.3394), “Sein[e] edle Gestalt“(V.3395), “Sein[..] Mundes Lächeln“(V.3396) und “Seine […] Augen Gewalt“(V.3397). Sie ist von seiner Art und Weise total begeistert und stellt ihn als etwas ganz besonderes dar. Sie stellt Faust durch die hochgestochenen Adjektive “hoher“(V.3394), “edle“(V.3395) und “Mundes Lächeln“(V.3396), welches alles positive Aspekte über ihn sind dar und stellt seine “Augen Gewalt“(V.3397) als Gegensatz und große Macht dar. Sie zeigt metaphorisch, welche starke Erscheinung Faust auf sie hat. Aufgrund, dass sie immer “Sein“(V.3394) benutzt, ist dies eine Anapher und verdeutlicht ihre Zuneigung. Auch in den zwei weiteren Versen , bezieht sie sich auf Faust (vgl.V.3396f.. Weiterhin schwärmt sie von Faust. Sie liebt “Seine[…] Rede“(V.3398), seine Sprache und Stimme. Sie erinnert sich an ihre gemeinsamen Gespräche und setzt diese mit “Zauberfluss“(V.3399) gleich. Diese Metapher deutet auf eine Überschüttung von Worten, die sie beeindruckt. Mit seiner Stimme verzaubert er Gretchen und “Sein Händedruck“(V.3400) deutet auf ihre Nähe zueinander. Durch die Interjektion “ach!“(V.3401) und “sein Kuss“(V.3402), drückt sie ihre Liebe aus und ist total euphorisch. Gretchen ist verträumt und kann die Erinnerungen und Berührungen gegenseitig nicht mehr vergessen. Durch die erneute Replikation der ersten Strophe, überhebt sie ihren Drang zu Faust und deutet ihr unendliche Liebe, wie wichtig Faust ihr ist. Sie kommt nicht von ihm los und ist total unruhig. Zudem ist sie verzweifelt, Faust jemals nochmal zu sehen und erhofft sich ein erneutes Wiedersehen(vgl.V.3402-3405). In der neunten Strophe ändert sich der Modus Wechsel, indem Gretchen den Konjunktiv zwei verwendet. Sie wird ganz persönlich und fühlt sich mit “[ihrem] Busen“ zu Faust [ge]drängt“(V.3407). Sie wünscht sich ihn “fassen“(V.3408) und “halten“(V.3409)zu können. Diese Adjektive verdeutlichen ihre Sehnsüchte, Nähe und Zärtlichkeit. Zudem wird durch die Verwendung des zweiten Konjunktivs ihr Naivität bestätigt. Sie hat eine Vorstellung in der Zukunft mit Faust zu leben. Sie ist jedoch noch sehr jung und weiß nicht was auf sie zukommt. Zum Schluss ihres Liedes denkt sie in ihre Zukunft. Sie erläutert ihre Vorstellung, wie sie später leben möchte. Die entscheidende Aussage “Sein Kuss“(ebd.) bestätigt dieses Gefühl und lässt vor Augen führen, wie wichtig ihr späteres Leben ist. Sie möchte bis zum Tod “ An seinen Küssen/[v]erderben“(V.3412f.). Jedoch ist der Traum nicht real und deutet auf eine Häufigkeit von Küssen hin. Sie hofft, das ihr Wunsch in Erfüllung geht. Abschließend lässt sich sagen, dass die Textstelle die zwangvolle Zuneigung und Begierde Gretchens, nach Faust von großer Bedeutung ist. Sie spiegelt ihre Liebe und ihr Gefühlschaos wieder. Auch ihre unstillbare Sehnsucht ist in diesem Textauszug deutlich erkennbar. Mit Hilfe von vielen rhetorischen Mitteln, wie zum Beispiel Repetition, Replikation, Metaphern, Anaphern und Interjektion bringt sie ihre Gefühle sehr gut zum Ausdruck.

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Madita

Die Tragödie „Faust“ aus der Tragödie „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe veröffentlicht im Jahre 1808 thematisiert die Frage nach dem Menschen in seinen vielfältigen Lebenszügen.

(Inhaltsangabe)

Die Tragödie beginnt mit einem Pakt zwischen Faust und Mephisto, welcher versuchen will Faust sein Lebensglück zu bescheren. Im Gegenzug verspricht Faust dem Teufel seine Seele. Im weiteren Verlauf der Tragödie bringt Mephisto, Faust zu einer Hexe, welche ihm einen Trank braut, der Faust für Frauen jünger und begehrenswerter wirken lässt. Anschließend begegnet Faust Gretchen und die beiden nähern sich nach und nach an. Um sich ungestört treffen zu können geben Gretchen und Faust, Gretchens Mutter Schlafmittel, an denen sie stirbt. Als Gretchen sich mit ihrem Bruder Valentin trifft kommt es zu einem Duell zwischen Faust und ihm, wobei Gretchens Bruder von Faust erstochen wird. Nach der Flucht von Mephisto und Faust aus der Stadt sucht Gretchen Zuflucht in der Kirche. Dort erscheint ihr ein Geist, welcher ihr bestätigt, das sie schwanger ist. Einige Zeit später erfährt Faust, dass Gretchen in ihrer Verzweiflung das neugeborene Kind getötet hat und nun zum Tode verurteilt wurde. Trotz jeglicher Gefahr kehren Mephisto und Faust in die Stadt zurück, um Gretchen aus dem Kerker zu befreien. Im Kerker verneint Gretchen Fausts Hilfe, mit ihm zu fliehen, aus Angst immer mehr in die Verderblichkeit gezogen zu werden. In ihrer Verzweiflung wendet sich Gretchen Gott zu, welcher sie von ihren Sünden erlöst und sie in den Himmel aufnimmt.

Der Textauszug ist in zehn Sinnabschnitte gegliedert, wobei jeder Sinnabschnitt für eine Strophe steht. Jede Strophe besteht aus vier Versen.. Die erste Strophe kommt in dem Textauszug drei mal vor und kann somit als Refrain bezeichnet werden. Das Reimschema ist hauptsächlich unrein, außer in der zweiten Strophe, in der es durch einen Paarreim und in der fünften Strophe durch einen Kreuzreim ersetzt wird.

In dem kurzen Monolog von Gretchen erhält der Leser einen Einblick in Gretchens Gedankenwelt, dies erkennen wir bereits an den ersten beiden Strophen, in denen Gretchen über ihren Liebeskummer erzählt und darüber, dass sie nicht ohne Faust sein möchte und die ganze Welt gegen die Liebe von Gretchen und Faust zu sein scheint. Die gesamte Strophe ist als Paarreim verfasst und verdeutlicht somit erneut Gretchens hoffnungslose Liebe gegenüber Faust und das sie ohne ihn nicht fähig ist zu leben „Wo ich nicht hab ist mir das Grab“ (V.3378 f.).Auch gibt sie zu verstehen, dass sie keinen Anderen außer Faust liebt und je lieben wird „Die ganze Welt ist mir vergällt (V3380 f.) In der dritten Strophe erfahren wir, dass Gretchen nicht mehr Herr ihrer Sinne ist, da sie immer zu nur an Faust denken muss. Dies erkennt man unteranderem an der Metapher „mein armer Kopf ist mir verrückt“ (V.3382 f.), welche verdeutlicht, dass sie ohne Faust nicht mehr in der Lage ist einen klaren Gedanken zu fassen. Hier wird durch die Metapher die Tragik der Gefühle zu Faust unterstrichen In Strophe fünf wird durch die Verwendung einer Anapher „nach ihm“ (V.393f.) . betont, dass es für Gretchen nur noch Faust gibt und sie ihm auf Schritt und tritt folgen wird. Außerdem zeigt die Anapher das Gretchen sich niedriger als Faust stellt und Faust für sie über allem Anderen steht. In Strophe sechs himmelt Gretchen Faust an und wir erfahren was ihr an ihm gefällt und das er sie ohne seine Veränderungen durch den Trank nie hätte erreichen können.. Ebenfalls wird dadurch verdeutlicht, wie wichtig Faust für Gretchen ist und dies wird hervorgehoben durch Wörter wie z.B „hoher Gang, edle Gestalt und Mundes Lächeln“ (V. 3394 f.). In Strophe sieben geht es weiterhin um Gretchen, die von Faust schwärmt, sich jedoch diesmal mehr auf seine Tätigkeiten bezieht wie z.B Seiner Rede“ (V.3398) und mit der Interjektion „und ach sein Kuss“ (V. 3401) wird darauf aufmerksam gemacht, dass Gretchen von Faust träumt, ihn gerne bei sich hätte und ihn küssen würde. In der vorletzten Strophe findet ein Tempuswechsel von Präsens zu Konjunktiv statt,wobei Zukunftswüsche geäußert werden.Außerdem verdeutlich sie ihr körperliches Verlangen nach Faust „Mein Busen drängt“ (V.3406). Dies wird auch in den Beiden letzten Versen der Strophe deutlich, in der Gretchen eindringlich beschreibt wie sehr sich ihr Körper nach Faust sehnt „Ach dürft ich anfassen und halten ihn“ (V.3408 f.). In Strophe neun wird das Kontakt verbot der Beiden deutlich, da sie auch im Konjunktiv verfasst ist. In der letzten Strophe wird erneut die Verzweiflung von Gretchen deutlich, wie auch ihre Zuneigung zu Faust.. Ihr unbeschreiblicher Wille kommt in den letzten Beiden Versen zum Ausdruck „ An seinen Küssen vergehen sollt“ (V.3412 f.), welche erneut verdeutlichen, dass Gretchen nur glücklich sein kann wenn Faust in ihrer Nähe ist.

Die oben analysierte Textstelle zeigt, die Gefühle von Gretchen zu Faust und gleichzeitig ihre innere Zerrissenheit da es zu Beginn so schien, als würde Gretchen ihre Gefühle zu Faust nicht zulassen wollen . Allerdings nach Betrachtung dieses Textausschnittes scheint es so als hätte sich Gretchen dafür entschieden ihre Gefühle zu Faust zuzulassen und sich ihm hinzugeben.


Maike

Analyse: Gretchens Stube


Der Textauszug aus der Tragödie ,,Faust, geschrieben von Johann Wolfgang Goethe und 1808 veröffentlicht, thematisiert Ihre Sehnsucht Gretchens nach Faust. Die gesamte Tragödie hat das Thema, den Sinn des Lebens zu finden.

Gretchen ist allein, Zitat? das zeigt ihre Einsamkeit. Der gesamte Textauszug lässt sich in 10 Sinnabschnitte gliedern. Der erste, wird drei mal wiederholt, so werden Gretchens Gefühle von Unruhe und Liebeskummer (vgl. VV.3374ff.) durch die Wiederholungen deutlich hervorgehoben. Im zweiten Abschnitt wird die starke Sehnsucht von Gretchen nach Faust klar, erkennbar an "Wo ich ihn nicht hab\ ist mir das Grab" (VV.3377f.) und ihre gesamte Welt dreht sich nur um Faust (vgl. VV. 3380f.). Ihr Gefühle spielen gerade total verrückt, sie ist das erste mal richtig verliebt und sie kann garnicht klar denken (vgl. VV. 3382ff.). Ihr gesamtes handeln richtet sich nach Faust, das wird klar durch "Nach ihm nur schau ich\ zum Fenster hinaus\ Nach ihm nur geh ich\ aus dem Haus" (VV.3390ff.) In dem nächsten Abschnitt lobt sie alles an ihm was sie liebt, wie zum Beispiel "Sein edle Gestalt (V.3395) oder "Seiner Augen Gewalt" (V.3397). Die Metapher "Mein Busen drängt\ sich nach ihm hin" (VV. 3406f.), verdeutlich ihre Sehnsucht nach seiner Berührung.

Alles in allem kann man sagen, der Textauszug stellt die Sehnsucht und den Liebeskummer Gretchens zu Faust klar da.

Feedback von Annika und Christine Du hast die wesentlichen Aspekte einer Analyse beachtet, jedoch ist deine gesamte Analyse etwas kurz geraten. Da du den größten teil deiner Analyse analog hast, kann das Feedback nicht vollwätrig angesehen werden.


Jan


Analyse Gretchens Stube :

http://projektwiki.zum.de/wiki/Benutzer:JZimmermann